Ardem Patapoutian

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen

Ardem Patapoutian (armenisch Արտեմ Փաթափութեան; * 1967 in Beirut[1]) ist ein libanesisch-amerikanischer Molekularbiologe und Neurowissenschaftler am Scripps Research in La Jolla, Kalifornien. 2021 wurde ihm zusammen mit David Julius der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin zuerkannt.

Nobelpreis in Physiologie oder Medizin 2021: Die molekulare Grundlage der Wahrnehmung von Hitze (TRPV1) und Berührung (Piezo2)

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Patapoutian, dessen Eltern Armenier sind,[2] besuchte die American University of Beirut, bevor er 1986 in die Vereinigten Staaten emigrierte, deren Staatsbürgerschaft er annahm. 1990 erhielt er bei Judy A. Lengyel an der University of California, Los Angeles, einen Bachelor in Zell- und Entwicklungsbiologie, 1996 bei Barbara Wold am California Institute of Technology einen Ph.D. in Biologie. Als Postdoktorand arbeitete Patapoutian bei Louis F. Reichardt am Scripps Research Institute, wo er 2000 eine Professur erhielt. Zwischen 2000 und 2014 hatte er eine zusätzliche Forschungstätigkeit für die Novartis Research Foundation, seit 2014 forscht Patapoutian zusätzlich für das Howard Hughes Medical Institute (HHMI).

Ardem Patapoutian erforscht die Signaltransduktion der Sensorik. Er konnte wesentliche Beiträge zur Identifizierung neuartiger Ionenkanäle und Rezeptoren leisten, die durch Temperatur, mechanische Kräfte oder erhöhtes Zellvolumen aktiviert werden. Patapoutian und Mitarbeiter konnten zeigen, dass diese Ionenkanäle bei der Temperaturempfindung, bei der Berührungsempfindung, bei der Propriozeption, bei der Schmerzempfindung und bei der Regulation des Gefäßtonus eine herausragende Rolle spielen. Jüngere Arbeiten verwenden Techniken der funktionellen Genomik, um mechanosensitive Ionenkanäle zu identifizieren und zu charakterisieren (Mechanotransduktion).

Patapoutian hat laut Google Scholar einen h-Index von 74,[3] laut der Datenbank Scopus einen von 70[4] (jeweils Stand Oktober 2021). Er ist seit 2016 Fellow der American Association for the Advancement of Science, seit 2017 Mitglied der National Academy of Sciences[5] und seit 2020 der American Academy of Arts and Sciences. 2017 erhielt Patapoutian den W. Alden Spencer Award,[6] 2019 den Rosenstiel Award,[7] 2020 den Kavli-Preis für Neurowissenschaften sowie den BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award in Biologie/Biomedizin.[8]

Im Oktober 2021 gab das Nobelkomitee bekannt, dass er gemeinsam mit David Julius mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet wird.[9]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Julius und Patapoutian für die Entdeckung von Temperatur- und Berührungs-Rezeptoren ausgezeichnet. Deutschlandfunk, 4. Oktober 2021, abgerufen am 4. Oktober 2021.
  2. Two Americans win Medicine Nobel Prize for sensory findings. In: Reuters. 4. Oktober 2021 (reuters.com [abgerufen am 4. Oktober 2021]).
  3. Ardem Patapoutian. In: scholar.google.de. Google Scholar, abgerufen am 4. Oktober 2021.
  4. Patapoutian, Ardem. In: scopus.com. Scopus, abgerufen am 4. Oktober 2021 (englisch).
  5. Ardem Patapoutian. In: nasonline.org. National Academy of Sciences, abgerufen am 15. Februar 2020 (englisch).
  6. The Thirty-Ninth Annual W. Alden Spencer Award and Lecture. In: kavli.columbia.edu. The Kavli Institute for Brain Science, 27. Juni 2017, abgerufen am 15. Februar 2020 (englisch).
  7. Lewis S. Rosenstiel Award for Distinguished Work in Basic Medical Research. In: brandeis.edu/rosenstiel. Rosenstiel Basic Medical Sciences Research Center, abgerufen am 15. Februar 2020 (englisch).
  8. BBVA Foundation Frontiers of Knowledge Award 2020
  9. Nobelpreis Medizin Physiologie Stockholm In: sueddeutsche.de

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]