Arenshausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Arenshausen
Arenshausen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Arenshausen hervorgehoben
Koordinaten: 51° 23′ N, 9° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Thüringen
Landkreis: Eichsfeld
Verwaltungs­gemeinschaft: Hanstein-Rusteberg
Höhe: 202 m ü. NHN
Fläche: 5,79 km2
Einwohner: 1021 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 176 Einwohner je km2
Postleitzahl: 37318
Vorwahl: 036081
Kfz-Kennzeichen: EIC, HIG, WBS
Gemeindeschlüssel: 16 0 61 001
Adresse der Verbandsverwaltung: Steingraben 49
37318 Hohengandern
Webpräsenz: www.vg-hanstein-rusteberg.de
Bürgermeister: Alfred Spies (CDU)
Lage der Gemeinde Arenshausen im Landkreis Eichsfeld
Niedersachsen Hessen Kyffhäuserkreis Landkreis Nordhausen Unstrut-Hainich-Kreis Am Ohmberg Am Ohmberg Am Ohmberg Arenshausen Asbach-Sickenberg Berlingerode Bernterode (bei Heilbad Heiligenstadt) Birkenfelde Bodenrode-Westhausen Bornhagen Brehme Breitenworbis Büttstedt Buhla Burgwalde Deuna Dieterode Dietzenrode/Vatterode Dingelstädt Ecklingerode Effelder Eichstruth Ferna Freienhagen (Eichsfeld) Fretterode Geisleden Geismar Gerbershausen Gernrode (Eichsfeld) Gerterode Glasehausen Großbartloff Hausen (Eichsfeld) Haynrode Heilbad Heiligenstadt Helmsdorf (Eichsfeld) Heuthen Hohengandern Hohes Kreuz Hundeshagen Kallmerode Kefferhausen Kella Kella Kirchgandern Kirchworbis Kleinbartloff Kreuzebra Krombach (Eichsfeld) Küllstedt Leinefelde-Worbis Lenterode Lindewerra Lutter (Eichsfeld) Mackenrode (Landkreis Eichsfeld) Marth Niederorschel Pfaffschwende Reinholterode Röhrig Rohrberg (Eichsfeld) Rustenfelde Schachtebich Schimberg Schönhagen (Eichsfeld) Schwobfeld Silberhausen Steinbach (Eichsfeld) Sonnenstein (Gemeinde) Steinheuterode Tastungen Teistungen Thalwenden Uder Volkerode Deuna Wachstedt Wahlhausen Wehnde Wiesenfeld (Eichsfeld) Wingerode WüstheuterodeKarte
Über dieses Bild

Arenshausen ist eine Gemeinde im thüringischen Landkreis Eichsfeld. Sie gehört zur Verwaltungsgemeinschaft Hanstein-Rusteberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ursprüngliche Gründung sowie die Entwicklung von Arenshausen liegt weitgehend im Dunkeln. Als das Königreich Thüringen im Jahr 531 unterging, zu dem das Gebiet in den letzten Jahren gehörte, setzte von Westen her ein starker Zustrom der Franken ein. Durch die Franken wurden auch die Ortsnamen eingeführt. In dieser Zeit wurde der Ort von einer Adelsfamilie beherrscht, ein Rittergeschlecht mit Namen: „Arns“, „Aro“, „Arnfried“, „Arnwald“ usw. (siehe „Ortsnamen des Eichsfeldes“ von Dr. E. Müller). Gerade die Endung der nach ihnen gegründeten Dörfer auf „hausen“ oder „bi den husun“ wird als besonders charakteristisch fränkisch betrachtet. Sie bezeichnen größtenteils eine Siedlung mit einem Herrensitz. In alten Unterlagen wird das Dorf oft als Arnshusen oder Arenshusen erwähnt. Die Familie von Arenshusen bewohnte einen befestigten Hof, den sogenannten „Wallhof“. Dieser befand sich am Hopfenberg in hoher Lage.

Die urkundliche Ersterwähnung fand 1189 bis 18. Februar 1190 statt.[2] Die Säkularisation beendete die Herrschaft von Kurmainz im Jahr 1802. Zu Preußen kam der Ort endgültig 1815, er gehörte zum Regierungsbezirk Erfurt der Provinz Sachsen. Beim Bahnbau 1867 wurden noch Fundamente und alte Kellergewölbe ausgegraben. Aus der besonderen geographischen Lage des Ortes lässt sich schließen, dass Arenshausen eines der ältesten Dörfer der zweiten Siedlungsperiode des Eichsfeldes ist.

Arenshausen wurde am 9. April 1945 durch die US-Armee besetzt. Vorausgegangen waren Angriffe von Jagdbombern und Artilleriebeschuss. Vier Zivilisten starben, zahlreiche Gebäude wurden zerstört oder beschädigt.[3]

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arenshausen befindet sich an dem Fluss Leine und an der Landesstraße 2009 im Eichsfeld. Die Gemeinde liegt an der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden. Arenshausen liegt wenige Kilometer östlich des heutigen Dreiländerecks Thüringen/Hessen/Niedersachsen. Hier stießen ab Juli 1945 die sowjetische, die amerikanische und die britische Besatzungszone zusammen. 1952 bis 1989 lag Arenshausen in der „Sperrzone“ der innerdeutschen Grenze. Seit 1990 gehört der Ort zum neuen Bundesland Thüringen.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (31. Dezember):

  • 1994: 1.039
  • 1995: 1.039
  • 1996: 1.049
  • 1997: 1.067
  • 1998: 1.057
  • 1999: 1.053
  • 2000: 1.040
  • 2001: 1.034
  • 2002: 1.026
  • 2003: 1.020
  • 2004: 1.025
  • 2005: 1.042
  • 2006: 1.020
  • 2007: 0999
  • 2008: 1.002
  • 2009: 1.008
  • 2010: 1.003
  • 2011: 1.012
  • 2012: 1.029
  • 2013: 1.014
  • 2014: 1.013
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[4][5]
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,6 %
35,5 %
13,8 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
-14
-16
-18
+12,1 %p
-16,3 %p
+4,1 %p

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat von Arenshausen setzt sich aus zwölf Gemeinderatsmitgliedern zusammen.

  • CDU: 7 Sitze (+3)
  • FWG Arenshausen: 4 Sitze (-3)
  • SPD: 1 Sitz (+/- 0)

(Stand: Kommunalwahlen am 25. Mai 2014[6])

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Bürgermeister Alfred Spies (CDU) wurde am 12. Januar 2014 wiedergewählt.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „Von Rot und Grün geteilt durch einen silbernen Sparren; oben vorn einen schräglinken silbernen Wellenbalken, oben hinten ein silbernes sechsspeichiges Rad (Mainzer Rad) und unten einen silbernen Engel, mit beiden Händen ein Buch haltend, das mit einem Kreuz belegt ist.“ Grundlegend für das Wappen Arenshausens ist ein früheres Siegelmotiv gewesen, welches den Apostel Matthäus enthält. Der Sparren deutet symbolisch den Anfangsbuchstaben des Ortsnamens, und spielt gleichzeitig als redendes Symbol auf das Suffix -hausen. an. Das Mainzer Rad deutet auf die einstige Zugehörigkeit zum Erzbistum Mainz, während der Wellenbalken auf die Lage an der Leine verweist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bahnhof Arenshausen. Der Bahnsteig am Gleis nach Heiligenstadt liegt etwas nach Osten versetzt

Arenshausen hat einen Bahnhof an der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden. Er erlangte 1990 kurzfristig erhebliche Bedeutung, als am 26. Mai die zuvor von der innerdeutschen Grenze unterbrochene Strecke nach Eichenberg wiedereröffnet und Arenshausen zum Grenzbahnhof ausgebaut wurde. Bereits am 1. Juli entfielen die Kontrollen wieder.

Arenshausen hat eine Anschlussstelle an der „Südharzautobahn“ A 38.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anton Bartl, Bernhard Jung, et al: 800 Jahre Arenshausen 1190–1990. Heiligenstadt 1990.
  • Paul Lauwerwald: Geschichte und Entwicklung der Eisenbahnstrecke Nordhausen-Arenshausen. Pädagogisches Kreiskabinett, Worbis 1989.
  • Bernhard Jung, Maria Reichenbächer: 100 Jahre Evangelische Kirche Arenshausen. Evangelische Kirchengemeinde Arenshausen, Arenshausen 1995.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden vom Thüringer Landesamt für Statistik (Hilfe dazu).
  2. Peter Acht (Bearb.): Die Urkunden seit d. Tode Erzbischof Adalberts I. (1137) bis z. Tode Erzbischof Konrads (1200). In: Historischer Verein für Hessen (Hrsg.): Mainzer Urkundenbuch. Band II-2 (1176 –1200 ). Darmstadt 1971. Nr. 531
  3. Eduard Fritze: Die letzten Kriegstage im Eichsfeld. Verlag Rockstuhl, Bad Langensalza 2002. ISBN 3-936030-06-5. S. 185
  4. http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2014&zeigeErg=GEM&wknr=061&gemnr=61001
  5. http://www.wahlen.thueringen.de/datenbank/wahl1/wahl.asp?wahlart=GW&wJahr=2009&zeigeErg=GEM&wknr=061&gemnr=61001
  6. Gemeinderatswahl 2014 in Thüringen - endgültiges Ergebnis. Thüringer Landesamt für Statistik, abgerufen am 16. Mai 2017.
  7. Thüringer Landesamt für Statistik. Der Landeswahlleiter, abgerufen am 16. Mai 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Arenshausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien