Argelos (Landes)

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Argelos
Argelos (Frankreich)
Argelos
Region Nouvelle-Aquitaine
Département Landes
Arrondissement Dax
Kanton Coteau de Chalosse
Gemeindeverband Coteaux et Vallées des Luys
Koordinaten 43° 35′ N, 0° 38′ WKoordinaten: 43° 35′ N, 0° 38′ W
Höhe 48–157 m
Fläche 6,44 km2
Einwohner 164 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 25 Einw./km2
Postleitzahl 40700
INSEE-Code

Luy de France zwischen Momuy und Argelos

Argelos ist eine französische Gemeinde mit 164 Einwohnern (Stand 1. Januar 2016) im Département Landes in der Region Nouvelle-Aquitaine (vor 2016: Aquitanien). Die Gemeinde gehört zum Arrondissement Dax und zum Kanton Coteau de Chalosse (bis 2015: Kanton Amou).

Der Name der Gemeinde könnte vom lateinischen Wort argilla (deutsch Ton) abgeleitet sein, ein Hinweis auf eine tonhaltige Erde.[1]

Die Einwohner werden Argelossiens und Argelossiennes genannt.[2]

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Argelos liegt ca. 40 km südöstlich von Dax im Landstrich der Chalosse der historischen Provinz Gascogne am südlichen Rand des Départements.

Umgeben wird Argelos von den Nachbargemeinden:

Momuy Labastide-Chalosse Lacrabe
Castaignos-Souslens Nachbargemeinden Poudenx
Beyries Bassercles

Argelos liegt im Einzugsgebiet des Flusses Adour.

Der Luy de France und einer seiner Nebenflüsse, der Ruisseau du Cès, fließen durch das Gebiet der Gemeinde.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Argelos wurde auf einem Hügel oberhalb des Tals des Luy de France gegründet. Es befindet sich an der Via Lemovicensis, einem der Pilgerwegs nach Santiago de Compostela. Im Mittelalter gab es deshalb ein heute nicht mehr existierendes Hospital, das die Pilger aufnahm und pflegte und somit die Entwicklung des Dorfes herbeiführte Eine Legende erzählt, dass die Pfarrgemeinde für eine lange Zeit nur ein Priorat besessen hätte, das von Geistermönchen bewohnt gewesen sein soll.[1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Beginn der Aufzeichnungen stieg die Einwohnerzahl in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf einen Höchststand von rund 580. In der Folgezeit sank die Größe der Gemeinde bis zu den 1980er Jahren auf ein Niveau von rund 215 Einwohnern, das heute noch eingehalten wird.

Jahr 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2006 2010 2016
Einwohner 235 216 178 159 181 173 173 185 164
Ab 1962 offizielle Zahlen ohne Einwohner mit Zweitwohnsitz
Quellen: EHESS/Cassini bis 2006,[4] INSEE ab 2010[5]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Saint-Barthélémy
  • Pfarrkirche, geweiht dem Apostel Bartholomäus. Die erste Kirche der Pfarrgemeinde wurde im 12. Jahrhundert errichtet und im Jahre 1875 abgerissen. Das heutige Gotteshaus wurde zwischen Juni 1873 (Datum des Kostenvoranschlags) und 1876 unter der Leitung des Architekten Romain Cazenave gebaut.[6][7] Zwei Kapitelle von Säulen korinthischer Ordnung der alten Kirche sind in die Hauptfassade in Nischen über dem Eingang eingebaut worden. Sie sind allerdings schwer beschädigt, so dass die Motive der Verzierungen nicht mehr gänzlich erkennbar sind. Auf diesen Kapitellen sind die Statuen des heiligen Josef und des heiligen Vinzenz von Paul aufgestellt. Beide Figuren halten ein Kind in ihren Armen, bei Josef handelt es sich um das Jesuskind, bei Vinzenz vermutlich ein benachteiligtes Kind.[8][9] Das Eingangsportal stammt aus dem 19. Jahrhundert. Es besteht aus einer zweiflügeligen Holztür mit Verstärkungen aus Metall, die gleichzeitig als Verzierung dienen. Über der Tür ist ein sachlich gehaltenes Tympanon gebaut, das nur mit einem einfachen, eingravierten Kreuz und der Jahreszahl „1875“ versehen ist.[10] Das Langhaus der im neugotischen Stil gehaltenen Kirche bietet Platz für ein Haupt- und zwei Seitenschiffe. Es besitzt ein vierkappiges Kreuzrippengewölbe und wird durch eine Apsis und zwei halbrunde Apsidiolen verlängert. Diese gehören zu den Seitenkapellen, die Maria bzw. Josef gewidmet sind. Im Westen erhebt sich ein viereckiger Glockenturm, der mit einem Helm ausgestattet ist, der mit Schiefer gedeckt ist. Eine große Sakristei mit unregelmäßigem Grundriss ist an der Nordseite der Apsis angebaut. Alle Gebäudeecken des Kirchengebäudes und des Turms sind alternierend mit Steinen und Ziegelsteinen verstärkt und verleihen dem Bauwerk durch diese Zweifarbigkeit einen besondere Verzierung.[7]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Landwirtschaft ist traditionell der wichtigste Wirtschaftsfaktor der Gemeinde.

Aktive Arbeitsstätten nach Branchen am 31. Dezember 2015[11]
Gesamt = 16
Logo des Jakobswegs

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ein Rundweg mit einer Länge von 19 km führt ohne Höhenunterschied durch die Gemeindegebiete von Argelos, Bassercles und Beyries.[13]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Argelos ist erreichbar über die Routes départementales 349, 376 und 458.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Argelos (Landes) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Argelos (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 6. Januar 2018. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 5. Januar 2018.
  2. Landes (fr) habitants.fr. Abgerufen am 5. Januar 2018.
  3. Ma commune : Argelos (fr) Système d’Information sur l’Eau du Bassin Adour Garonne. Abgerufen am 5. Januar 2018.
  4. Notice Communale Argelos (fr) EHESS. Abgerufen am 5. Januar 2018.
  5. Populations légales 2015 Commune d’Argelos (40007) (fr) INSEE. Abgerufen am 5. Januar 2018.
  6. Eglise Saint-Barthélémy (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 6. Januar 2018. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 5. Januar 2018.
  7. a b église paroissiale Saint-Barthélemy (fr) Ministerium für Kultur und Kommunikation. Abgerufen am 5. Januar 2018.
  8. Chapiteaux en remploi de l’église Saint-Barthélémy (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 6. Januar 2018. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 5. Januar 2018.
  9. Statues de saint Joseph et saint Vincent-de-Paul sur la façade de l’église Saint-Barthélémy (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 6. Januar 2018. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 5. Januar 2018.
  10. Portail de l’église Saint-Barthélémy (fr) Conseil régional d’Aquitaine. Archiviert vom Original am 6. Januar 2018. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/visites.aquitaine.fr Abgerufen am 5. Januar 2018.
  11. Caractéristiques des établissements en 2015 Commune dְ’Argelos (40007) (fr) INSEE. Abgerufen am 5. Januar 2018.
  12. La voie de Vézelay (fr) Agence de Coopération Interrégionale et Réseau „Chemins de Saint-Jacques de Compostelle“. Abgerufen am 5. Januar 2018.
  13. A Argelos, circuit entre Bassercles et Beyries (fr) Comité Départemental du Tourisme. Abgerufen am 5. Januar 2018.