Argenbühl

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Argenbühl
Argenbühl
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Argenbühl hervorgehoben
Koordinaten: 47° 42′ N, 9° 56′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Tübingen
Landkreis: Ravensburg
Höhe: 670 m ü. NHN
Fläche: 76,37 km2
Einwohner: 6240 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 82 Einwohner je km2
Postleitzahl: 88260
Vorwahl: 07566
Kfz-Kennzeichen: RV
Gemeindeschlüssel: 08 4 36 094
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Kirchstraße 9
88260 Argenbühl
Webpräsenz: www.argenbuehl.de
Bürgermeister: Roland Sauter
Lage der Gemeinde Argenbühl im Landkreis Ravensburg
Bayern Bodenseekreis Landkreis Biberach Landkreis Sigmaringen Achberg Aichstetten Aitrach Altshausen Amtzell Argenbühl Aulendorf Bad Waldsee Bad Wurzach Baienfurt Baindt Berg (Schussental) Bergatreute Bodnegg Boms Boms Ebenweiler Ebersbach-Musbach Eichstegen Eichstegen Fleischwangen Fronreute Grünkraut Guggenhausen Guggenhausen Guggenhausen Guggenhausen Horgenzell Hoßkirch Isny im Allgäu Kißlegg Königseggwald Königseggwald Leutkirch im Allgäu Ravensburg Riedhausen Schlier (Gemeinde) Unterwaldhausen Vogt (Gemeinde) Waldburg (Württemberg) Wangen im Allgäu Weingarten (Württemberg) Wilhelmsdorf (Württemberg) Wolfegg Wolpertswende BodenseeKarte
Über dieses Bild

Argenbühl ist eine Gemeinde im Landkreis Ravensburg in Baden-Württemberg im Württembergischen Allgäu.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Argenbühl liegt in 662 bis 761 Meter Höhe im Allgäu zwischen den Städten Wangen und Isny. Die Quellflüsse der Argen sind die Untere und die Obere Argen, welche zum Teil die Gemeindegrenzen bilden. Der zweite Teil des Namens Bühl soll die hügelige Landschaft, in der die Gemeinde liegt, zum Ausdruck bringen.

Teilorte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde besteht aus den Teilorten

(Einwohner: Stand 1. Januar 2016)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kißlegg Leutkirch im Allgäu
Wangen im Allgäu Nachbargemeinden Isny im Allgäu
Heimenkirch Röthenbach (Allgäu) Gestratz

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde existiert seit dem 1. Januar 1972 und entstand durch den Zusammenschluss der zuvor selbständigen Gemeinden Christazhofen, Eglofs, Eisenharz, Göttlishofen, Ratzenried und Siggen.[2] Der Name Argenbühl ist eine Zusammensetzung aus Argen und Bühl. Deren Geschichte ist in der Beschreibung des Oberamts Wangen[3] von 1841 sehr ausführlich geschildert. 1810 wurden alle vorgenannten Gemeinden dem Oberamt Wangen zugeordnet. Über den Landkreis Wangen kam das Gebiet 1973 zum Landkreis Ravensburg.

Christazhofen
Eglofs
  • Eglofs, gelegentlich auch als Meglofs und Megletz beurkundet, kann sich rühmen, lange Zeit keine Herrschaft außer dem Kaiser über sich gehabt zu haben. 1661 wurde Eglofs den Grafen von Abensperg und Traun überlassen und 1804 von den Fürsten Windisch-Graetz gekauft. 1806 wurde das Gebiet um Eglofs dem Königreich Württemberg zugesprochen.
Eisenharz
  • Eisenharz kam 1301 durch Kauf in den Besitz der Truchsessen von Waldburg und letztlich wie Christazhofen zur Herrschaft Trauchburg.
Göttlishofen
  • Göttlishofen kam vergleichbar Eglofs an die Fürsten von Windisch-Grätz.
Siehe auch: Burg Affenstein
Siggen
  • Siggen kam ebenfalls vergleichbar Eglofs an die Fürsten von Windisch-Grätz.
Ratzenried
  • Ratzenried war eine ehemals reichsritterschaftliche Herrschaft, die im 14. Jahrhundert ausstarb. Mehrfach änderten sich danach die Besitzverhältnisse, lange Zeit war der Ort geteilt, was zwei Burganlagen, die parallel existierten, bezeugen. Zuletzt erbte 1813 Paul Joseph von Beroldingen Ratzenried. 1806 kam das Gebiet an Bayern, doch schon 1810 ebenfalls an Württemberg.
    siehe auch Burg Ratzenried, Burg Neideck, Burg Schwenden, Burg Valleray

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Argenbühl gibt es insgesamt sechs römisch-katholische Gemeinden. Für die wenigen evangelisch-lutherischen Gläubigen ist die Kirchengemeinde in Wangen im Allgäu zuständig.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl vom 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis:[5]

  1. CDU 10 Sitze (-2)
  2. Die Unabhängigen (UA) 41,2 % – 7 Sitze (+2)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2015 wurde Roland Sauter mit 53,2 Prozent der Stimmen zum Nachfolger von Josef Köberle gewählt; dieser hatte das Amt seit 1996 bekleidet.

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist durch einige Buslinien mit umliegenden Städten verbunden, unter anderem Leutkirch[6], Isny im Allgäu und Wangen im Allgäu und gehört dem Bodensee-Oberschwaben Verkehrsverbund (bodo) an. In Ratzenried existierte früher ein Haltepunkt der Bahnstrecke Kißlegg–Hergatz.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Eglofs und Ratzenried besteht jeweils eine Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule. In Christazhofen und Eisenharz gibt es reine Grundschulen. Für die jüngsten Bewohner bestehen vier Kindergärten in der Gemeinde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eglofs um 1900

Der Ortsteil Eglofs liegt an der Oberschwäbischen Barockstraße.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsteil Ratzenried beherbergt das Heimatmuseum, während sich in Eglofs das Museum mit Musik [7] , Geschichte und Geologie mit dem Allgäu-Schwäbischen Musikarchiv befindet. In Eisenharz wurde 2009 eine Museumsstube eröffnet, die sich mit der Geschichte des Ortes und der historischen industriellen Milchverwertung durch die Molkerei Wunderlich und die Nestle AG beschäftigt.[8]

Gebäude[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ratzenried im Winter

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gebhard Razenried/Ratzenried (1583–1652), Jesuit, 1621–1631 Rektor des Jesuitenkollegs in Eichstätt, ab 1637 des Jesuitenkollegs in Augsburg[9]
  • Konstantin Rösch (1869–1944), Theologe
  • Anton Kulmus (1900–1989), Entwickler und Hersteller landwirtschaftlicher Fahrzeuge
  • Anton Morent (1924–2006), Busunternehmer
  • Helmut Maucher (* 1927), Manager (Nestlé)

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Kinkele (1892–1956), Bürgermeister, Katholik und Pazifist; lebte in Eisenharz
  • Melanie Leupolz (* 1994), Fußballspielerin, aufgewachsen im Ortsteil Ratzenried

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • August Friedrich Pauly: Gemeinde Eglofs. In: Beschreibung des Oberamts Wangen. Cotta, Stuttgart und Tübingen 1841 (Volltext bei Wikisource)
  • Peter Kissling: Freie Bauern und bäuerliche Bürger. Eglofs im Spätmittelalter und in der Frühneuzeit. Epfendorf: biblioteca academica Verlag, 2006, ISBN 3-928471-53-8
  • Berthold Büchele: Ratzenried. Eine Allgäuer Heimatgeschichte. Band I, Leutkirch 1986, ISBN 3-9801361-0-8
  • Berthold Büchele: Ratzenried. Eine Allgäuer Heimatgeschichte. Band II, Leutkirch 1988, ISBN 3-9801361-1-6
  • Berthold Büchele: Ratzenried. Eine Allgäuer Heimatgeschichte. Band III, Leutkirch 1990, ISBN 3-9801361-2-4
  • Berthold Büchele: Ratzenried. Eine Allgäuer Heimatgeschichte. Band IV, Leutkirch 1993, ISBN 3-9801361-3-2
  • Reinhart Kempter: Geschichte der Pfarrei Eisenharz im Allgäu. mit Zeichnungen von Andreas Sammet, Kempten - Verlag für Heimatpflege - 1966
  • Wolfram Benz: Argenbühl – Gemeinde im sonnigen Allgäu. Josef Fink Verlag, Lindenberg, 2008, ISBN 3-89870-541-2

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Argenbühl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alle politisch selbständigen Gemeinden mit ausgewählten Merkmalen am 30.09.2016 (3. Quartal 2016) (XLS-Datei, 4,86 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 536.
  3. Günther Bradler: Studien zur Geschichte der Ministerialität im Allgäu und in Oberschwaben. Göppingen 1973.
  4. http://wahlen11.rz-kiru.de/08436094W/GR2014bf.html
  5. http://www.bodo.de/de/pdf/linien/ueberlandverkehr/7572.pdf
  6. Eglofs
  7. Museumsstube in der "Sonne"
  8. Franz Sales Romstöck: Zur Statistik des Jesuiten-Collegiums in Eichstätt. Eichstätt, 1902, S. 8; Bernhard Duhr: Geschichte der Jesuiten in den Ländern deutscher Zunge. 2. Bd., 1. Teil, Freiburg i. Br. 1913, S. 228, 239, 610.