Argonfluorohydrid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Strukturformel
Argonfluorohydrid.svg
Allgemeines
Name Argonfluorohydrid
Andere Namen

Argonhydrogenfluorid

Summenformel HArF
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer 163731-16-6
Wikidata Q411407
Eigenschaften
Molare Masse 59,954 g·mol−1
Schmelzpunkt

−246 °C (Zersetzung)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung
keine Einstufung verfügbar[2]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Argonfluorohydrid ist die einzige bekannte und experimentell nachgewiesene chemische Verbindung des Edelgases Argon. Sie ist sehr instabil und zersetzt sich bei Temperaturen über 27 K (−246,15 °C) in Fluorwasserstoff und elementares Argon.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Argonfluorohydrid wurde erstmals 2000 von einer Arbeitsgruppe um den finnischen Chemiker Markku Räsänen an der Universität Helsinki entdeckt.[1]

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Argonfluorohydrid zu synthetisieren, wurde zunächst Fluorwasserstoff in einer Argonmatrix auf einer Caesiumiodidoberfläche bei 7,5 K eingefroren. Diese wurde mit einer Krypton-Gasentladungslampe bei Wellenlängen von 127 bis 160 nm bestrahlt. Dabei dissoziierte ein Teil des Fluorwasserstoffs und bildete Argonfluorohydrid.[1]

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Argonfluorohydrid ist sehr instabil. Beim Erwärmen zersetzt es sich schon bei Temperaturen ab 27 K sowie unter UV-Strahlung bei Wellenlängen von 350 bis 400 nm.[1]

Nach theoretischen Berechnungen besitzt das Argonfluorohydrid-Molekül Bindungslängen von 133 pm für die H–Ar- und 197 pm für die Ar–F-Bindung, sowie ein Dipolmoment von 6,51 D.[1]

Nachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Verbindung konnte über charakteristische, vor der Reaktion nicht vorhandene Banden im IR-Spektrum bei 435,7, 687 und 1969,5 cm−1 nachgewiesen werden.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Leonid Khriachtchev, Mika Pettersson, Nino Runeberg, Jan Lundell, Markku Räsänen: A stable argon compound. In: Nature. 2000, 406, S. 874–876, doi:10.1038/35022551.
  2. Dieser Stoff wurde in Bezug auf seine Gefährlichkeit entweder noch nicht eingestuft oder eine verlässliche und zitierfähige Quelle hierzu wurde noch nicht gefunden.