Argonner-Kaserne

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Argonner-Kaserne
Land Deutschland
Gemeinde Hanau
Koordinaten: 50° 7′ N, 8° 57′ OKoordinaten: 50° 7′ 7″ N, 8° 57′ 22″ O
Erbaut 1938
Ehemals stationierte Einheiten
III. Eisenbahnregiment Deutsches ReichWar Ensign of Germany (1938-1945).svg
Argonner-Kaserne (Hessen)
Argonner-Kaserne

Lage der Argonner-Kaserne in Hessen

Die Argonner-Kaserne ist eine ehemalige Kasernenanlage im Stadtteil Wolfgang der Stadt Hanau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Argonner-Kaserne wurde nach der Schlacht im Argonnerwald benannt, wo deutsche und französische Truppen im Ersten Weltkrieg gegeneinander kämpften. Sie entstand zeitgleich zur Pioneer-Kaserne im Jahr 1938 auf einem Gelände südlich von Wolfgang, direkt an der Bahnstrecke gelegen. Dieses Gelände diente vormals als Hochgericht Hanau, in dem noch bis 1861 Straftäter hingerichtet wurden; die ursprüngliche Anlage blieb für die gesamte Zeit der militärischen Nutzung bis heute erhalten. Die Kaserne bestand aus fünf Häuserblocks, die um einen zentralen Platz gereiht waren. Stationiert war hier das III. Eisenbahnregiment, das in der Argonner-Kaserne angehende Pioniere anwarb und ausbildete.

Die Argonner-Kaserne wurde im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt und anschließend von der US-Armee bis 1956 wieder aufgebaut. Es entstanden hierbei – getrennt durch eine öffentliche Straße – zwei verschiedene Kasernenanlagen, die auch als Old Argonner und New Argonner bezeichnet wurden; beide dienten hauptsächlich als Wohnanlagen für Familienangehörige von US-Soldaten, die in Hanau stationiert waren. Old Argonner befand sich auf dem Gelände der historischen Wehrmachtskaserne und beherbergte neben Wohnanlagen auch die Elementary School für Grundschüler. New Argonner befand sich gegenüber auf der anderen Straßenseite; hier gab es unter anderem ein Ärztezentrum zur medizinischen Versorgung von Soldaten und ihren Angehörigen, die Middle School und High School zur Schulausbildung von angehörigen Kindern sowie ein Sportzentrum. Direkt an New Argonner grenzte der weitläufige Truppenübungsplatz Campo Pond. Ende 2008 räumte die US-Armee die Argonner-Kaserne.

Konversion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Konversion lief für beide Kasernenanlagen in unterschiedlicher Geschwindigkeit ab. New Argonner wurde bereits im Jahr 2009 an einen Investor verkauft. Dieser errichtete bis 2011 die Wohnsiedlung Argonner-Park für bis zu 1000 Einwohner. Auf dem Gelände des ehemaligen Ärztezentrums entstand ein Nahversorgungszentrum namens Argonner-Markt. In die Middle School ist die private Paul-Gerhardt-Schule eingezogen, während die High School abgerissen wurde. Das ehemalige Truppenübungsgelände Campo Pond ist heute FFH-Gebiet, hier findet ein Projekt zur Auswilderung von Przewalski-Pferden statt. Das Sportzentrum im Süden sollte nach den ursprünglichen Plänen renoviert werden und anstelle des bisherigen Sportzentrums in Hanau-Lamboy von den Hanauer Sportvereinen genutzt werden, finanzielle Probleme verhinderten jedoch die Umsetzung dieser Pläne. Nunmehr soll das Sportzentrum abgerissen werden und das Areal als Wohngebiet genutzt werden, dies gilt jedoch als problematisch, zum einen weil das Gelände direkt neben einer vielbefahrenen Bahnstrecke liegt, sodass Lärmschutzmaßnahmen notwendig werden, zum anderen weil auf dem Gebiet die streng geschützte Kreuzkröte entdeckt wurde.

Im Gegensatz dazu stand Old Argonner jahrelang leer. Lediglich die ehemalige Elementary School wurde im Jahr 2009 von der Stadt Hanau erworben, die hier ein Jahr später mit der Elisabeth-Schmitz-Schule eine neue Sonderschule eröffnete und damit zwei ältere Schulen in der Innenstadt und in Großauheim ablöste. Im Jahr 2014 zog die Grundschule von Wolfgang, die Robinsonschule, wegen Platzmangels durch die stark gestiegene Bevölkerungszahl im Ortsteil ebenfalls in die Räumlichkeiten der Elementary School; viele Eltern befürchteten daraufhin Übergriffe auf ihre Kinder durch Sonderschüler. Die Wohnanlagen sollen als neue Wohnsiedlung Lehrhöfer Park Platz für 800–1000 Einwohner bieten. Die ersten Arbeiten hierzu begannen im Jahr 2016 und sind aktuell noch im Gange.

Denkmalschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Argonner-Kaserne ist als Gesamtanlage ein Kulturdenkmal nach dem Hessischen Denkmalschutzgesetz.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]