Arkadi Ghukassjan

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Arkadi Ghukassjan

Arkadi Ghukassjan (armenisch Արկադի Ղուկասյան, in englischer Transkription Arkady Ghoukasyan, russisch Аркадий Аршавирович Гукасян, in wissenschaftlicher Transliteration: Arkadi Łukasyan; * 22. Juni 1957 in Stepanakert, aserbaidschanisch Xankəndi, Autonomes Gebiet Berg-Karabach, Aserbaidschanische SSR) war von 1997 bis 2007 Präsident der international nicht anerkannten Republik Bergkarabach.

Name und Aussprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ghukas ist die armenische Form von Lukas. Anders als auch die russische Umschrift es nahelegt, wird der Name nicht „Gukassjan“ ausgesprochen. Das „gh“ wird korrekterweise als hochdeutsches „r“ gesprochen.

Journalistische und politische Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach offiziellen Angaben schloss Ghukassjan 1974 die Schule ab und fünf Jahre später sein Studium an der Russistischen Fakultät. 1980 begann er als Korrespondent der Zeitung Sowetakan Karabach (zu deutsch Sowjetisches Karabach) und wurde dort ein Jahr später stellvertretender Chefredakteur. Seit 1988 engagierte er sich in der armenischen Karabach-Bewegung. Deshalb und wegen seiner Artikel, in denen er die Führung der Aserbaidschanischen SSR scharf angriff, wurde er 1990 verhaftet und verbrachte einen Monat in einem Gefängnis in Rostow am Don und stand auch danach mehrmals unter Hausarrest. Während des Krieges um Bergkarabach arbeitete er zunächst als Frontkorrespondent.

1992 wurde Ghukassjan ins erste Parlament der Republik Bergkarabach gewählt, die Nationalversammlung. Er wurde politischer Berater des Nationalen Verteidigungsrates und führte die Delegation bei den Verhandlungen mit der OSZE, der die Regulierung des Konfliktes obliegt. 1993 wird er erster Außenminister der Republik Bergkarabach und wurde im selben Jahr Mitglied des Nationalen Verteidigungsrates.

Nachdem der Präsident Robert Kotscharjan 1997 Ministerpräsident in Armenien wurde, gewann Arkadi Ghukassjan die vorgezogenen Neuwahlen. Dadurch wurde er zum Oberkommandierenden der Streitkräfte und zum Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrates.

Es gab anhaltende Spekulationen darüber, dass Ghukassjan die Annahme einer Verfassung dazu nutzen könnte, eine dritte Amtszeit anzustreben (wie z.B. Aljaksandr Lukaschenka in Weißrussland). Am 11. Oktober 2006 erklärte Ghukassjan, nicht die Absicht zu haben, erneut zu kandidieren.[1] Seine Amtszeit endete am 19. Juli 2007.

Attentat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nacht zum 22. März 2000 wurde ein Attentat gegen Ghukassjan in der Hauptstadt von Bergkarabach nur weniger Meter von der Präsidentenresidenz verübt. Unbekannte eröffneten Feuer auf das Auto, in dem neben Ghukassjan auch seine zwei Leibwächter saßen. Der Staatschef kam mit einem Beinschuss davon. Einige Analytiker sahen im Anschlag eine direkte Verbindung zum Terrorakt im armenischen Parlament im Herbst 1999, bei dem u.a. Premierminister Wasken Sarkissjan und Parlamentspräsident Karen Demirtschjan umgekommen waren.[2]

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arkadi Ghukassjan ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Meldung bei regnum.ru
  2. Совершено покушение на президента Нагорного Карабаха Аркадия Гукасяна. Новости. Первый канал. Abgerufen am 28. November 2017 (ru-RU).