27,5-Meter-Klasse der DGzRS

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27,5-Meter-Klasse der DGzRS
SK Berlin Laboe August 2013 frontal.jpg
Schiffsdaten
Flagge DeutschlandDeutschland Deutschland
Schiffstyp Seenotkreuzer
Bauwerft Lürssen, Bremen-Vegesack
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
27,5 / 28,2 m (Lüa)
Breite 6,53 m
Tiefgang max. 2,1 m
Verdrängung 103 t
 
Besatzung 4
Maschinenanlage
Maschine 3 Diesel
Maschinen-
leistung
3292 PS / 3402 PS
Höchst-
geschwindigkeit
23 kn (43 km/h)
Propeller 3
Tochterboot p1
Schiffsdaten
Flagge DeutschlandDeutschland Deutschland
Schiffsmaße und Besatzung
Länge
7,5 / 8,18 m (Lüa)
Breite 2,5 m
Tiefgang max. 0,90 m
Verdrängung 4,3
Maschinenanlage
Maschinen-
leistung
180 – 250 PS
Höchst-
geschwindigkeit
17 kn (31 km/h)
Propeller 1

Die 27,5-Meter-Klasse umfasst sechs Seenotkreuzer (SK) der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Abgeleitet vom Namen des Typschiffs werden sie auch als Berlin-Klasse bezeichnet. Fünf Schiffe wurden zwischen 1985 und 1993 von der Lürssen-Werft in Bremen-Vegesack und ein Kreuzer auf der Schiffs- und Bootswerft Schweers in Bardenfleth gebaut.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Rumpf dieser Schiffe besteht aus seewasserbeständigem Aluminium, der in einem Netzspantensystem gebaut wurde. Gesteuert werden die Kreuzer von einem oberen offenen Fahrstand oder vom unteren Fahrstand im Deckshaus. Der Antrieb besteht aus drei Dieselmotoren, welche jeweils einen Propeller antreiben. Die Leistung beträgt insgesamt je nach eingebauten Motoren bis zu 3400 PS. Zur Verbesserung der Manövrierfähigkeit dient eine Bugstrahlanlage mit 102 PS Leistung. Für die Bergung von Schiffbrüchigen und die Fahrt in flachem Wasser hat der Kreuzer ein Tochterboot, welches in einer Heckwanne mitgeführt wird und automatisiert ein- und ausfahren kann. Zur Feuerlöschausrüstung gehört eine Pumpe mit einer Leistung von 2200 m³/h und zwei stationäre, fernbedienbare Monitore mit einer Wurfweite von 130 Metern. Zur Ausstattung gehört außerdem ein Schlepphaken, verschiedene leistungsstarke Scheinwerfer, Wohnräume für die Besatzung, ein Bordhospital mit Sanitätsausrüstung, verschiedene mobile Rettungsgeräte, mobile Lenzpumpen sowie eine umfangreiche Navigations- und Funkausrüstung. Die letzten beiden Schiffe der Klasse haben einen verlängerten Rumpf, leistungsstärkere Außenmotoren und größere Tochterboote.

Schiffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berlin

Getauft wurde das Schiff in Bremen-Vegesack am 29. Mai 1985 zum 120-jährigen Jubiläum der DGzRS im Beisein des damaligen Schirmherrn der DGzRS, dem damaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker, zu Ehren der Stadt Berlin.

Das Tochterboot erhielt passend zum Kreuzer den Namen Steppke – eine in Berlin übliche Bezeichnung für einen kleinen pfiffigen Jungen. Passend zur Namensgebung wurde die Taufe des Kreuzers durch eine Berliner Pensionärin und des Tochterbootes durch ein Berliner Waisenkind vorgenommen.

Die DGzRS-interne Bezeichnung des Kreuzers lautete KRS 14. Das Tochterboot hatte die interne Bezeichnung KRT 14.

Seit dem 29. Mai 1985 war die Berlin für Einsätze in der Ostsee in Laboe stationiert. Am 4. Februar 2017 wurde sie durch den gleichnamigen Neubau der 28-m-Klasse abgelöst und ausgemustert.[1]

Hermann Helms[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hermann Helms

Getauft wurde das Schiff in Vegesack am 21. September 1985 auf den Namen des in den Jahren 1943 bis 1980 amtierenden ehemaligen Vorsitzers der DGzRS. Hermann Helms verstarb 1983 im 85. Lebensjahr. Die DGzRS dankte ihm für sein langjähriges, unermüdliches und erfolgreiches Schaffen, indem sie 1985 den neuen Seenotkreuzer für die Station Cuxhaven auf den Namen Hermann Helms taufte. Taufpatin war Sabine Helms, die Tochter von Hermann Helms. In Anlehnung an ihren Vornamen wurde dem Tochterboot des Seenotkreuzers der Name Biene gegeben. Die DGzRS-interne Bezeichnung des Kreuzers lautet KRS 15. Das Tochterboot hat die interne Bezeichnung KRT 15.

Ab Oktober 1985 war die Hermann Helms in Cuxhaven stationiert. Am 10. Juni 2017 wurde sie durch den Neubau Anneliese Kramer ersetzt und ausgemustert.[2]

Nach dem schweren Unglück der Alfried Krupp 1995 wurde dieser Seenotkreuzer sicherheitstechnisch umgebaut und verbessert. So erhielt er einen Sicherheitsbügel über dem oberen Fahrstand und runde Bullaugen. 2005 wurde der Bügel jedoch wieder demontiert, da er sich nicht bewährt hat.

Alfried Krupp[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Alfried Krupp (Schiff)
Alfried Krupp

Getauft wurde der Kreuzer in Bremen-Vegesack am 14. Juni 1988 auf den Namen von Alfried Krupp, dem Gründer der Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung, die wesentliche Mittel zum Bau des Seenotkreuzers zur Verfügung gestellt hatte. Das Beiboot erhielt seinen Namen nach dem Bergarbeitergruß Glückauf. Die DGzRS-interne Bezeichnung des Kreuzer lautet KRS 18, das Tochterboot hat die interne Bezeichnung KRT 18.

Seit dem 1. Juni 1988 ist die Alfried Krupp auf der Insel Borkum stationiert.

In der Nacht zum 2. Januar 1995 verunglückte die Alfried Krupp bei einem Rettungseinsatz in der Nordsee, dabei wurden zwei Besatzungsmitglieder getötet. Nach dem Unfall wurde der Kreuzer umfangreich umgebaut, dabei wurde der bisher offene Fahrstand geschlossen.

Vormann Steffens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Vormann Steffens
Vormann Steffens

Im Gegensatz zu den anderen Kreuzern wurde dieser auf der Schiffs- und Bootswerft Schweers gebaut. Getauft wurde der Kreuzer in Bremen-Vegesack am 22. April 1989 zu Ehren der Familie Steffens aus Neuharlingersiel, aus deren Reihen seit 1873 immer wieder Vormänner und Rettungsmänner hervorgegangen sind. Das Tochterboot Adele erhielt seinen Namen zu Ehren einer ungenannten Spenderin zu Gunsten der DGzRS. Die DGzRS-interne Bezeichnung des Kreuzers lautet KRS 19, das Tochterboot die interne Bezeichnung KRT 19.

Die Vormann Steffens war vom 12. Mai 1989 bis Dezember 1994 in Wilhelmshaven stationiert. Von Dezember 1994 bis November 2017 war der Seenotkreuzer auf der Station Hooksiel beheimatet. Am 1. Dezember 2017 wurde er ausgemustert.[3] Das Schiff wurde an die Stadt Rostock verkauft, diese will es bis August 2018 für rund zwei Millionen Euro zu einem Feuerlöschboot umbauen lassen.[4]

Arkona[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arkona

Die Arkona ist mit 28,2 Meter etwas länger als die älteren Einheiten dieser Klasse.

Das Schiff wurde am 22. August 1992 in Sassnitz auf den Namen des Kaps an der Nordspitze der Insel Rügen getauft. Das Tochterboot Caspar wurde nach dem Maler Caspar David Friedrich benannt, der unter anderem die Rügener Kreidefelsen gemalt hatte. Die DGzRS-interne Bezeichnung des Kreuzers lautet SK 23, das Tochterboot hat die interne Bezeichnung TB 25.

Die Arkona war zunächst vom 22. August 1992 bis zum 1. Juli 2003 in Sassnitz auf Rügen stationiert. Seit August 2003 gehört der Seenotkreuzer zur DGzRS-Station in Warnemünde.

Bremen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bremen

Die Bremen ist ebenfalls mit 28,2 Meter etwas länger als die älteren Einheiten dieser Klasse.

Benannt ist sie nach dem Sitz der DGzRS. Getauft wurde sie am 22. Januar 1993 in Bremen-Vegesack. Das Tochterboot Vegesack erhielt seinen Namen nach diesem Bremer Stadtteil. Der Kreuzer ist das vierte Fahrzeug der DGzRS, das auf den Namen der Hansestadt Bremen getauft wurde. Die DGzRS-interne Bezeichnung des Kreuzers lautet SK 24, das Tochterboot hat die interne Bezeichnung TB 26.

Die Bremen war vom 22. Januar 1993 bis 10. März 2011 auf der DGzRS-Station in Grömitz stationiert. Seit dem 11. März 2011 liegt sie auf der Station Großenbrode.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Neuer Seenotrettungskreuzer BERLIN macht erstmals auf seiner Station Laboe fest, dgzrs.de, 15. Januar 2017
  2. dgzrs.de: Schauspielerin Birge Schade tauft neuen Seenotrettungskreuzer für die Station Cuxhaven, 10. Juni 2017
  3. „Vormann Steffens“ nicht mehr im Dienst. 25. November 2017; abgerufen am 26. November 2017.
  4. Ostsee-Zeitung: Neues Löschboot: Hansestadt rüstet auf. Abgerufen am 19. April 2017.