armasuisse

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armasuisse
«Corporate Design Bund»
Hauptsitz Bern
Vorsteher Martin Sonderegger[1]
Mitarbeitende 750
Aufsicht Eidgenössisches Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS
Website www.ar.admin.ch

Das Bundesamt für Rüstung (armasuisse) ist eine Bundesbehörde der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Sie ist die Beschaffungsorganisation für Rüstungsgüter der Schweiz und ist dem Eidgenössischen Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport VBS angegliedert und dem Departementsvorsteher direkt unterstellt.

Armasuisse beschäftigt rund 750 Mitarbeiter. Sie ist zuständig für Forschung, Entwicklung, Evaluation, Beschaffung, Instandhaltung und Liquidation von Material und Bauten der Schweizer Armee. Das Budget betrug im Jahr 2006 217 Millionen Schweizer Franken. Seit dem 1. März 2015 wird die Behörde von Martin Sonderegger, Rüstungschef, geführt.[1]

Armasuisse deckt als Anbieterin mit vielen Kompetenzen ein breites Tätigkeitsgebiet ab. Dieses reicht von der Evaluation, Beschaffung, Instandhaltung und Liquidation von Material und Systemen über das umfassende Immobilienmanagement im VBS bis zur Sicherstellung von wissenschaftlich-technischen Dienstleistungen. Hauptauftraggeber und Partner ist die Armee.

Geschichte[Bearbeiten]

Als Vorläuferorganisation der armasuisse gilt die Kriegstechnische Abteilung, die bis zur so genannten Mirage-Affäre von 1964 der Armeespitze unterstellt war. Mitte der 1960er-Jahre wurde sie als Gruppe für Rüstungdienste (GRD) eine eigene Organisationseinheit, gleichrangig mit (u.a.) der Gruppe für Generalstabsdienste. Seit dieser Zeit wird der oberste Chef der GRD Rüstungschef genannt und ist vom Rang her einem Korpskommandanten gleichgestellt. Ab 1994 wurde die Einheit in Gruppe Rüstung (GR) umbenannt. 2001 wurde das Bundesamt für Landestopographie der Gruppe Rüstung unterstellt. 2003 schliesslich wurde die Gruppe Rüstung in RUAG (mit allen Unterhalts- und Produktionsbetrieben der GR) und Armasuisse (Beschaffung und dazugehörende technische und wissenschaftliche Stellen) aufgeteilt. Bis Ende Februar 2015 war die Armasuisse gemäss Organisationsverordnung VBS (OV-VBS; SR 172.214.1) [2] ebenfalls eine Gruppe. Mit der Ausgliederung des Bundesamts für Landestopographie per 1. März 2015 wurde die Armasuisse zum Bundesamt für Rüstung, welches weiterhin unter dem Namen armasuisse auftritt.

Organisation[Bearbeiten]

Die Armasuisse war bis Mitte 2008 in sechs Kompetenzbereiche unterteilt:

  • Bundesamt für Führungs-, Telematik- und Ausbildungssysteme (BFTA), vor allem in Bern
  • Bundesamt für Waffensysteme, Fahrzeuge und Material (BWFM), vor allem in Bern
  • Bundesamt für Landestopografie in Wabern bei Bern
  • Bereich Immobilien (verantwortlich für 260 Quadratkilometer Land und 26'000 Objekte des VBS), vor allem in Bern
  • Bereich Wissenschaft und Technologie (W+T) in Bern, Thun und Emmen
  • Zentrale Dienste, in Bern

Die Bundesamtsstruktur wurde im Herbst 2008 durch eine Kompetenzbereichsstruktur abgelöst, vgl. unten Geschäftsleitung.

Beschaffung[Bearbeiten]

Die Beschaffung besteht aus den Kompetenzbereichen Führungs- und Aufklärungssysteme, Landsysteme, Luftfahrtsysteme sowie Einkauf und Kooperation. Sie sind für die aktive Mitwirkung im Planungsprozess der Auftraggeber, das strategische Beschaffungs- und Verkaufsmanagement, die operative Durchführung von Evaluation, Beschaffung, Verkauf und Entsorgung sowie die Unterstützung der Phasen Nutzung und Betreuung verantwortlich. Hauptpartner ist der Departementsbereich Verteidigung, insbesondere vertreten durch den Planungsstab der Armee und die Logistikbasis der Armee. Der Planungsstab ist für die Rüstungsplanung verantwortlich, formuliert als Auftraggeber die Bedürfnisse der Armee und legt die Anforderungen fest. Armasuisse übernimmt im Beschaffungsablauf die Umsetzung der Vorgaben der Besteller aus Armee und Verwaltung.

Wissenschaft und Technologie[Bearbeiten]

Der Kompetenzbereich Wissenschaft und Technologie des VBS bietet seine technisch-wissenschaftlichen Leistungen in vier Produktegruppen an: Technologieleistungen für Systeme der Armee (z. B. Erprobungen, Analysen); Risikoanalysen und Sicherheitskonzepte; Qualitätsmanagement sowie Technologie- und Forschungsmanagement. Dazu gehören das Technologiemonitoring, die Durchführung von Forschungsprojekten sowie die nationale und internationale Vernetzung mit Universitäten, Forschung, Industrie und multilateralen Forschungs- und Entwicklungsprojekten. W+T verfügt über einen weltweit einmaligen unterirdischen Schiesskanal. Dienstleistungen in den Bereichen Ballistik, Explosiv-Diagnostik, elektromagnetische Verträglichkeit, Elektronik und Optronik stehen auch privaten Auftraggebern zur Verfügung.

Immobilienmanagement[Bearbeiten]

Das VBS ist mit rund 26'000 Hektaren und 26'000 Objekten der grösste Immobilienbesitzer der Schweiz. Der Kompetenzbereich Immobilien von armasuisse führt das Immobilienmanagement des VBS; nimmt die Rolle des Eigentümervertreters wahr und bietet seine Leistungen in zwei Produktegruppen an: Kern- und Dispositionsbestand. Der Kernbestand setzt sich aus den Immobilien zusammen, welche die Armee auch in Zukunft für die Erfüllung ihrer Aufgaben benötigt. Hier werden Leistungen in den Bereichen Neu- und Umbau, Vermietung und Betrieb erbracht. Der Dispositionsbestand umfasst Immobilien, welche das VBS nicht mehr benötigt. Hier wird die Verwertung angestrebt (Verkauf, Vermietung an Dritte, Rückbau).

Luftfahrzeuge[Bearbeiten]

PC-6T HB-FCF auf der Air Base Dübendorf
Diamond DA42 Centaur OPA R-711
Pilatus PC-12 HB-FOG

Aus der Gruppe für Rüstungsdienste (GRD) Flugversuche Emmen entstand der Aviatikbereich der Armasuisse. Die Pilatus PC-6 und PC-12 tragen dieses Emblem, das ein fiktives Experimentalflugzeug vor dem Pilatus zeigt. Die Armasuisse führt regelmässig Erprobungsflüge für die Schweizer Luftwaffe durch. Die Testpiloten der Armasuisse sind in der Regel auch Berufsmilitärpiloten, die im Militär meist wie Milizpiloten oder Stabspiloten bei den Fliegerstaffeln eingesetzt werden. Alle Luftfahrzeuge der Luftwaffe können von der Armasuisse benutzt werden. Bei den F/A-18 wird in der Regel die F/A-18C mit der militärischen Immatrikulation J-5001 für Flüge der Armasuisse eingesetzt (z.B. Zertifizierung der neuen Version der AIM-9 Lenkwaffen), dieses Flugzeug wird aber auch von den anderen Berufsmilitärpiloten für den normalen Einsatz der Luftwaffe verwendet. Daneben verfügt die Armasuisse über drei eigene Luftfahrzeuge, auf die im Gegenzug die Luftwaffe bei Bedarf auch Zugriff hat:

  • Den Pilatus PC-6T Turboporter, der eine etwas modernere Cockpitversion hat als die PC-6T der Luftwaffe. Diese als Verbindungsflugzeug eingesetzte Maschine ist zivil als HB-FCF immatrikuliert.
  • Die Pilatus PC-12 mit der zivilen Immatrikulation HB-FOG dient nebst Transport- und Reiseaufgaben zur Kalibrierung des FLORAKO-Radarsystems, der Kalibrierung des MIDS Link 16 und der Flugfunkvermessung.
  • Die Diamond DA42 Centaur OPA mit der militärischen Immatrikulation R-711 kann bemannt oder als UAV unbemannt geflogen werden. Sie dient der Entwicklung von Verfahren für den militärischen gemischten Flugbetrieb von UAV und bemannten militärischen Luftfahrzeugen in einer gemeinsamen Mission und der Integration von unbemannten Luftfahrzeugen in die Zivilluftfahrt. Daneben kann auch dieses Flugzeug für Verbindungs- und Reiseflüge verwendet werden.

Geschäftsleitung[Bearbeiten]

  • Vorsitz Martin Sonderegger, Rüstungschef
  • Hans Jörg Feller, stellvertretender Rüstungschef, Leiter Kompetenzbereich Landsysteme
  • Kompetenzbereich Ressourcen + Support
  • Kompetenzbereich Führungs- und Aufklärungssysteme
  • Kompetenzbereich Luftfahrtsysteme
  • Kompetenzbereich Einkauf und Kooperation
  • Kompetenzbereich Wissenschaft und Technologie
  • Kompetenzbereich Immobilien

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Rüstungschef. admin.ch, abgerufen am 9. Oktober 2014.
  2. Stärkung des Kerngeschäfts von armasuisse – Neuunterstellung von swisstopo. admin.ch, abgerufen am 15. April 2015.

46.9558927.458008Koordinaten: 46° 57′ 21″ N, 7° 27′ 29″ O; CH1903: 601475 / 200535