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Armenische Küche

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Kibbeh mit Joghurtsuppe

Die Armenische Küche ist die Landesküche Armeniens. Sie ähnelt den Küchen der anderen Länder des Kaukasus, dennoch gibt es einige Unterschiede. Während in Georgien Mais das wichtigste Getreide ist und in Aserbaidschan Reis, ist es in Armenien das aus Weizen hergestellte Bulgur. Die daraus zubereiteten Gerichte werden plav genannt und ähneln einem Pilaw. Typisch ist die Verwendung von Mehlmischungen aus Weizen, Mais und Kartoffeln. Weitere wichtige Grundnahrungsmittel sind Auberginen, Matzoon und Brot. Hammelfleisch ist für Armenier kein beliebtes Essen. Traditionell ist nur junges Lammfleisch gefragt. Die armenische Küche ist in ihren Grundzügen eine der ältesten Asiens und die älteste in Transkaukasien.[1]

Bokhon, traditionelles Brot mit Joghurt
Arishta, traditionelle Nudeln sowie Dinkel mit Forelle
Ponchik, armenischer Krapfen

Mezze und Salate

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Wie in arabischen Ländern sowie der Türkei heißen kleine Imbisse hier Mezze. Die häufigsten Zutaten hierfür sind Auberginen, Linsen, Bohnen und Kichererbsen, geröstete Kürbiskerne, geröstete und gesalzene Pistazien. Auch in anderen Ländern bekannt sind Börek und Dolma. Dolma ist eines der berühmtesten Gerichte Armeniens. Gewürztes Rindfleisch wird in frische Weinblätter oder Kohlblätter gerollt und häufig mit Reis und Gemüse wie Paprika, Auberginen oder Tomaten gefüllt.[2]

Eine stark gewürzte Fleischsorte erinnert an Pastrami. Das zu den Mezze gereichte Brot heißt Lawasch und ist ein dünnes knuspriges Weizenbrot.[3]

Ein Salat aus sauer eingelegtem Gemüse und Zitronen kann eine Vorspeise sein oder eine Beilage zum Hauptgericht. Der wichtigste Speisefisch ist die Forelle aus dem Sewansee; sie wird auf viele Arten zubereitet. Eine Variante besteht darin, sie vor dem Backen mit Früchten wie getrockneten Pflaumen, Aprikosen oder Zwetschgen zu füllen. Generell wird Obst häufig in der Küche verwendet, auch als Einlage für Suppen und Eintöpfe.

Tabouleh ist ein frischer Bulgur-Salat, der in Armenien eine eigene Ausprägung erfährt. Oft als „Nationalgericht Armeniens“ bezeichnet, kombiniert er Bulgur mit einer Mischung aus Kräutern (vor allem Petersilie und Minze), Tomaten und Zwiebeln, verfeinert mit Zitronensaft, Olivenöl und Granatapfelsaft oder -sirup. Manche Varianten benutzen zusätzlich Paprika, Paprikapaste oder geringe Fleischanteile. Dieser Salat dient in Armenien als leichte Mahlzeit oder als Beilage, die vegetarische Version wird oft Eetsch (oder Eech) genannt.[4]

Typisch armenische Suppen basieren auf Tomaten, einer Mischung aus Eiern und Zitrone oder Joghurt und werden mit Zwiebeln, Knoblauch und Kräutern gewürzt. Weit verbreitet ist eine Suppe aus Gurke und Joghurt (Jajik).[5] Mehrere Suppen werden mit Aprikosen zubereitet.

Eine beliebte Fleischspeise sind Köfte (kiufta). Als Speisefett wird in der Küche meistens das Fett des Fettschwanzschafs verwendet, für spezielle Gelegenheiten auch aus Schafsmilch zubereitete Butter. Es gibt zahlreiche mit Kräutern gewürzte Käsesorten, und Käse ist auch Bestandteil der meisten Mahlzeiten. Während spezielle Gewürze in der Küche sparsam verwendet werden, werden rund 300 Kräuter benutzt.[6]

Chorováts sind große Spieße mit marinierten Fleischstücken, die über Feuer gegrillt werden. Sie zählen zu den beliebtesten Speisen in Armenien.[7]

Lahmacun wird auch armenische Pizza genannt und ist ein Fladenbrot oder Hefeteig, das vor dem Backen dünn mit einer würzigen Mischung aus Hackfleisch, Zwiebeln und Tomaten bestrichen.[8]

Eine traditionelle Speise Armeniens, deren Zubereitung in früheren Zeiten bestimmten Zeremonien unterlag, ist die aus Weizenkörnern und Hühnerfleisch bestehende Harissa. Sie wird auch heute noch zu Feierlichkeiten von Armeniern weltweit gekocht.[7]

Chasch ist ein aus einer gallertartige Masse aus Kuh- und Schafsfüßen hergestelltes traditionelles Gericht.[9]

Arishta sind traditionelle armenische Bandnudeln mit langer kulinarischer Tradition, die in Form und Größe an Linguine oder Fettuccine erinnern, jedoch meist etwas dicker sind. Sie werden aus einem einfachen Teig aus Mehl, Eiern, Wasser und Salz hergestellt, anschließend mehrere Tage getrocknet und vor der Lagerung im Ofen geröstet, wodurch sie ihre charakteristische bräunliche Färbung und lange Haltbarkeit erhalten.[10]

Als Teigtaschen werden Boraki zubereitet, die zylinderförmig und mit gebratenem Hackfleisch gefüllt sind.[11]

Harisá in einem traditionellen Tontopf (Kchuch)

Das in Armenien meist verwendete und in der Herstellung sehr einfache Brot ist das Lawasch. Ursprünglich wurde es auf heißen Steinen des Lehmofens als Fladen gebacken.[12]

Beim Bokhon handelt es sich um ein traditionelles armenisches Brot. Gata ist ein traditionelles armenisches Gebäck und zählt zu den bekanntesten Süßspeisen des Landes. Es wird in verschiedenen Formen und mit unterschiedlichen Füllungen zubereitet, gilt als Symbol für Gastfreundschaft, Familie und Wohlstand und ist sowohl in Armenien als auch in der armenischen Diaspora weit verbreitet. Neben der klassischen Variante gibt es heute auch moderne Interpretationen mit Zutaten wie Nüssen, Trockenfrüchten oder Fruchtfüllungen.[13]

Chechil ist ein traditioneller armenischer Käse aus Kuhmilch, der für seine faserige Struktur und die charakteristische geflochtene Form bekannt ist. Der Käse wird nach überlieferten Verfahren hergestellt, leicht gesalzen und häufig geräuchert.[14]

Matzoon ist ein traditionelles armenisches Sauermilchprodukt aus abgekochter Kuh-, Schaf, Ziegen- oder Büffelmilch mit einer Joghurtkultur. Das leicht säuerliche, halbfeste Produkt wird in der regionalen Küche für Suppen, Saucen und erfrischende Getränke genutzt.[15]

Chorováts – armenisches Schaschlik mit Lawasch

Süßspeisen werden oft mit Rosenwasser, Orangenblütenwasser oder Honig aromatisiert. Baklava wird auch in Armenien gegessen, geht aber auf den Einfluss anderer Küchen zurück.[16] Der traditionelle Napoleon besteht aus mehreren Schichten Blätterteig, die mit einer Buttercreme gefüllt werden.

Napoleon (Kuchen)
  • Kay Shaw Nelson: Cuisines of the Caucasus Mountains. Recipes, Drinks, and Lore from Armenia, Azerbaijan, Georgia, and Russia. New York 2002. ISBN 0-7818-0928-2
  • W.W. Pochljobkin: Nationale Küchen. Die Kochkunst der sowjetischen Völker. Moskau, Leipzig 1988. ISBN 3-7304-0053-3
  • Marion Trutter: Culinaria Russia: Russland, Ukraine, Georgien, Armenien, Aserbaidschan. Hamburg 2007. ISBN 3-8331-2183-1
  • Victoria Jenanyan Wise: The Armenian Table, 2004, ISBN 0-312-32531-2
Commons: Armenische Küche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. W.W.Pochljobkin: Nationale Küchen. Verlag MIR, Moskau 1984. ISBN 3-7304-0053-3. S. 133
  2. Die Küche. Caucasus Holidays, abgerufen am 11. August 2026.
  3. Denise Cézanne-Güttich: Von Mezze aus Armenien bis zur Gewürzvielfalt Indiens: Reiseziele zum Schlemmen. Tutti i Sensi, 30. September 2019, abgerufen am 7. August 2026.
  4. Topic: Tabouleh. The Armenian Mirror-Spectator, abgerufen am 7. August 2026.
  5. Jajek. Armenian Museum of America, 17. Juli 2020, abgerufen am 7. August 2026.
  6. Armenian Kofte (lamb and bulghur meatballs). Armenian Institute, 14. Dezember 2020, abgerufen am 7. August 2026.
  7. 1 2 Jasmine Dum-Tragut: Armenien. Trescher Verlag, Berlin 2024, ISBN 978-3-89794-624-8, S. 49.
  8. Aus dem Wissensschatz der Hauswirtschaftsleiterin Sylvie. Lehrküche Taraland, abgerufen am 11. August 2026.
  9. Armenian Cuisine - Chasch. Austria-Forum, abgerufen am 7. August 2026.
  10. Dan Špaňhel: Arishta: Armenian Pasta. 8. Juli 2023, abgerufen am 6. August 2026.
  11. Tatar Boraki with Ghavurma. Gyumri, 22. Februar 2026, abgerufen am 7. August 2026.
  12. Caroline Eden: The best in Armenian cuisine A new generation of chefs and restaurateurs are celebrating the Armenia's culinary traditions. 26. Juni 2024, abgerufen am 7. August 2026.
  13. The Secret of Gata. Gata Tavern, abgerufen am 7. August 2026.
  14. Chechil. Tast atlas, 19. Juli 2017, abgerufen am 6. August 2026.
  15. Matzoon. Taste Atlas, 20. August 2018, abgerufen am 8. August 2026.
  16. Armenische Küche. Ernährungsdenkwerkstatt, 6. Januar 2019, abgerufen am 7. August 2026.
  • Alan Davidson: The Oxford Companion to Food, 2nd. ed. Oxford 2006, Artikel Armenia, S. 35 f.