Armenisches Hochland

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Armenisches Hochland
Satellitenbild des Hochlands

Satellitenbild des Hochlands

Höchster Gipfel Ararat (5165 m)
Lage Armenien, Aserbaidschan, Georgien, Iran, Türkei
Armenisches Hochland (Kaukasus)
Armenisches Hochland
Koordinaten 40° 31′ N, 44° 12′ OKoordinaten: 40° 31′ N, 44° 12′ O
Kleiner und Großer Ararat

Kleiner und Großer Ararat

Armenisches Hochland, Schluchten des Achurjan, Nebenfluss des Aras, Blick vom seit 1921 türkischen Ani auf die armenisch gebliebene Seite

Armenisches Hochland, Schluchten des Achurjan, Nebenfluss des Aras, Blick vom seit 1921 türkischen Ani auf die armenisch gebliebene Seite

p1
p5

Das Armenische Hochland (armenisch Հայկական լեռնաշխարհ oder Բարձր Հայք / Bardsr Hajk[1]), im Deutschen auch Armenisches Gebirge[2] oder Ararathochland genannt, bildet den zentralen Teil des nordanatolisch-nordiranischen Kettengebirges und umfasst im breiten Sinne auch das Kleinkaukasus.[3]

Je nach Definition ist Armenisches Hochland 300.000 bis 400.000 Quadratkilometer groß[4] und umfasst Gebiete der Türkei (vor allem die ehemaligen armenischen Provinzen des Osmanischen Reiches), des Iran, Georgiens, Aserbaidschans und fast vollständig die heutige Republik Armenien.

Viele Gebirge im Armenischen Hochland stellen eine Aneinanderreihung von Vulkanen dar. Zu diesen zählen das Dschawacheti-Gebirge, das Arsiani-Gebirge (Yalnızçam Dağları), das Geghamgebirge und der Haykakan Par (Ağri Dağları).[3] Die höchste Erhebung ist der 5137 m hohe Ararat, ein erloschener Vulkan. Große Seen sind der Vansee (Salzsee) und der Sewansee (Süßwassersee).

Begriffsentstehung und -Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriffsbezeichnung leitet sich ab vom ursprünglichen Siedlungsgebiet der Armenier, wo Mitte des ersten vorchristlichen Jahrtausends Ethnogenese des armenischen Volkes stattfand, und welches bis 1915 von Armeniern bewohnt war. [4] Schon im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde das Begriff im Werk "Anabasis" von Xenophon verwendet.[5]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war der Begriff des Armenischen Hochlands Europäern und Nordamerikanern geläufig.[6][7] Manchmal wurde das Gebiet auch zu dieser Zeit einfach als "Armenien" bezeichnet.[8]

Seit dem Völkermord an den Armeniern im Jahr 1915 und der Verwandlung der Türkei in ein monoethnisches Nationalstaat wird der Begriff „Armenisches Hochland“ ähnlich wie andere, auf die einheimischen Völker der heutigen Türkei hindeutende Namen (zum Beispiel „Pontische Bergkette“) oftmals gemieden. Dies gilt insbesondere für den Sprachgebrauch in der Türkei, aber auch für andere Länder, wo aus Rücksichtnahme auf die Türkei von dem Begriff abgesehen wird. So heißt der westliche Teil des armenischen Hochlandes, das ehemalige Westarmenien, heute Ostanatolien, obwohl früher „Anatolien“ nur das westliche Kleinasien bezeichnete, während das ehemalige Ostarmenien (ohne die 1921 im Vertrag von Kars an die Türkei abgetretenen Gebiete) mit der Republik Armenien der Region Transkaukasien (von Russland aus gesehen „hinter dem Kaukasus“) oder „Südkaukasus“ zugeordnet wird.[9] Dabei kann die Vermeidung des Begriffsverwendung lediglich aus Rücksichtnahme auf die Türkei als mögliche stillschweigende Bewilligung der Leugnung des Völkermords an Armeniern angesehen werden.

Teilgebirge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Folgenden sind einige wichtige Bergketten des Armenischen Hochlands aufgelistet:[3]

Berge (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Folgenden sind eine Reihe von Gipfeln im Armenischen Hochland in West-Ost-Richtung aufgelistet:

f1Georeferenzierung Karte mit allen Koordinaten: OSM

  • Ararat (5137 m) (), Türkei
  • Sabalan (4811 m) (), Iran
  • Aragaz (4090 m) (), Armenien
  • Süphan Dağı (4058 m) (), Türkei
  • Kaputdschugh (3904 m) (), Armenien/Aserbaidschan

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst Mensching und Eugen Wirth: Fischer Länderkunde: Nordafrika und Vorderasien. Frankfurt am Main 1989, S. 258ff.
  • dtv-Perthes Weltatlas: Band 1 – Naher Osten. Darmstadt 1985, S. 9
  • Ueber die geologische Natur des armenischen Hochlandes. Fest-Rede, etc.,1843,Wilhelm Hermann ABICH[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Armenisches Hochland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

The Armenian Highland, Video, mehrsprachig

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hofmann, Tessa.: Annäherung an Armenien : Geschichte und Gegenwart. Orig.-ausg., 2., aktualisierte und erg. Aufl. Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-54136-0.
  2. Carl von RAUMER (Professor at the University of Erlangen.): Lehrbuch der allgemeinen Geographie. 2. Auflage. 1835, S. 211 (google.am).
  3. a b c Artikel Armenisches Hochland in der Großen Sowjetischen Enzyklopädie (BSE), 3. Auflage 1969–1978 (russisch)http://vorlage_gse.test/1%3D71728~2a%3D~2b%3DArmenisches%20Hochland
  4. a b Tamcke, Martin: Koexistenz und Konfrontation : Beiträge zur jüngeren Geschichte und Gegenwartslage der orientalischen Christen. Lit, Münster 2003, ISBN 978-3-8258-6819-2.
  5. Sputnik: Кровавая крепость и Орленок урартского царя: что хранит треугольник армянской цивилизации. Abgerufen am 1. Juli 2018 (russisch).
  6. Hofmann, Tessa.: Annäherung an Armenien : Geschichte und Gegenwart. Orig.-ausg., 2., aktualisierte und erg. Aufl. Beck, München 2006, ISBN 978-3-406-54136-0.
  7. Physical map. Abgerufen am 20. Februar 2018 (englisch).
  8. Karte "Europa (physikalisch)". Major C.Loreck, 1913, abgerufen am 20. Februar 2018.
  9. Tessa Hofmann: Zwischen Ararat und Kaukasus. Porträt eines kleinen Landes in fünf Stichworten. In: Huberta von Voss: Porträt einer Hoffnung. Die Armenier. Lebensbilder aus aller Welt. S. 24. Hans Schiler Verlag, Berlin 2004. ISBN 978-3-89930-087-1.
  10. Wilhelm Hermann ABICH: Ueber die geologische Natur des armenischen Hochlandes. Fest-Rede. 1843 (google.am).