Armentières

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Armentières (Begriffsklärung) aufgeführt.
Armentières
Wappen von Armentières
Armentières (Frankreich)
Armentières
Wahlspruch:
L'alliance de caractères
(französisch für: Die Vereinigung von Eigenarten)
Region Nord-Pas-de-Calais
Département Nord
Arrondissement Lille
Kanton Armentières
Gemeindeverband Métropole Européenne de Lille
Koordinaten 50° 41′ N, 2° 53′ OKoordinaten: 50° 41′ N, 2° 53′ O
Höhe 11–20 m
Fläche 6,28 km²
Einwohner 25.978 (1. Jan. 2013)
Bevölkerungsdichte 4.137 Einw./km²
Postleitzahl 59280
INSEE-Code
Website http://www.armentieres.fr/

Lage von Armentières im Arrondissement Lille

Armentières (niederländisch Armentiers, picardisch Armintîre, westflämisch Ermentiers) ist eine französische Gemeinde im Département Nord in der Region Nord-Pas-de-Calais. Sie ist Hauptort (chef-lieu) des gleichnamigen Kantons Armentières.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Armentières liegt an der Leie, im Nordwesten des Gemeindeverbandes Métropole Européenne de Lille. Die Stadt liegt außerdem an der Grenze zu Belgien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühe Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1668 fiel Armentières durch den ersten Aachener Frieden an Frankreich.

19. und 20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Armentières die Textilindustrie, die bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zum Wohlstand der Stadt hauptsächlich beitrug. Deswegen ist Armentières noch heute als „die Stadt des Leinens“ („La Cité de la Toile“) bekannt.

Im Ersten Weltkrieg war die Gegend um Armentières Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen deutschen und alliierten Truppen, die besonders von Großangriffen der Infanterie, Gaskrieg sowie lang anhaltenden Artilleriebeschuss gekennzeichnet waren. So wurden im März 1918 innerhalb von 15 Stunden etwa 20.000 deutsche Gelbkreuz-Granaten auf Armentières verschossen, wo "flüssiges Senfgas wie Regenwasser in den Abflussrinnen der Strassen floss" (Harris/Paxman).[1]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 25.978 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) gehört Armentières zu den Mittelstädten des Département Nord.

Jahr Einwohner
1975 26.346
1982 24.834
1990 25.219
1999 25.273
2007 25.170

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister von Armentières ist seit 2008 Bernard Haesebroeck (PS). Sein Mandat endet im März 2014. Er ist Nachfolger von Claude Hujeux und von Gérard Haesebroeck, der 40 Jahre als Bürgermeister amtierte und auch Abgeordneter war.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit gibt es drei Partnerstädte von Armentières[2]:

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sechs Gymnasien befinden sich in Armentières:

  • Institut Familial d’Armentières
  • Institut Saint Louis
  • Institution Saint Jude
  • Lycée Gustave Eiffel
  • Lycée Paul Hazard
  • Lycée Professionnel Ile de Flandre

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belfried von Armentières

Der 1934 wiederaufgebaute Belfried des Rathauses von Armentières wurde 2005 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.

Kulturelle Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Fête des Nieulles“ ist eine traditionsgemäße Festveranstaltung, die jedes Jahr im September stattfindet. Hierbei sind Paraden, Animationen oder Konzerte organisiert, sowie die Wahl der Schönheitskönigin „Reine des Nieulles“.

Armentières verfügt außerdem über eine Kulturhalle, den „Vivat“, wo die Einwohner Theaterstücke, Tanzspektakel und Musikkonzerte genießen können.

Orchester und Chöre[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Armentières besitzt ein beträchtliches kulturelles insbesondere musikalisches Erbe. Derzeit gibt es unter anderem :

  • Vier Chöre
  • Eine Philharmonie, die aus der ältesten Philharmonie Frankreichs entstand (der 1788 gegründeten „Philharmonie d'Armentières“)
  • Eine Fanfare
  • Ein Orchester

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fußballclub „Jeunesse Athlétique Armentiéroise“ (kurz JAA) wurde 1911 gegründet und spielt in der fünften französischen Liga (CFA2). Darüber hinaus besteht der 1932 gegründete Sportverein „Sports Ouvriers Armentiérois“ (kurz SOA) aus zwei bedeutenden Sektionen: Schwimmsport und Basketball, deren Frauenmannschaft die Saison 2009/1010 in der ersten französischen Liga (LFB) spielt[3].

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Armentières – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Harris, Jeremy Paxman: A Higher Form of Killing: The Secret History of Gas and Germ Warfare. Arrow, London 2002, ISBN 0-09-944159-4., S. 31.
  2. Website von Armentières
  3. Website der LFB