Armentières

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Armentières
Wappen von Armentières
Armentières (Frankreich)
Armentières
Wahlspruch:
L’alliance de caractères
(französisch für: Die Vereinigung von Eigenarten)
Staat Frankreich
Region Hauts-de-France
Département (Nr.) Nord (59)
Arrondissement Lille
Kanton Armentières
Gemeindeverband Métropole Européenne de Lille
Koordinaten 50° 41′ N, 2° 53′ OKoordinaten: 50° 41′ N, 2° 53′ O
Höhe 11–20 m
Fläche 6,23 km²
Einwohner 24.778 (1. Januar 2018)
Bevölkerungsdichte 3.977 Einw./km²
Postleitzahl 59280
INSEE-Code
Website http://www.armentieres.fr/

Armentières (niederländisch Armentiers, picardisch Armintîre, westflämisch Ermentiers) ist eine französische Gemeinde im Département Nord in der Region Hauts-de-France. Sie gehört zum Arrondissement Lille.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Armentières liegt an der Leie im Nordwesten des Gemeindeverbandes Métropole Européenne de Lille. Die Stadt liegt außerdem an der Grenze zu Belgien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1668 fiel Armentières durch den ersten Aachener Frieden an Frankreich.

Am Ende des 19. Jahrhunderts entwickelte sich in Armentières die Textilindustrie, die bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts zum Wohlstand der Stadt hauptsächlich beitrug. Deswegen ist Armentières noch heute als „die Stadt des Leinens“ („La Cité de la Toile“) bekannt.

Im Ersten Weltkrieg war die Gegend um Armentières Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen deutschen und alliierten Truppen, die besonders von Großangriffen der Infanterie, Gaskrieg sowie lang anhaltendem Artilleriebeschuss gekennzeichnet waren. So wurden im März 1918 innerhalb von 15 Stunden etwa 20.000 deutsche Gelbkreuz-Granaten auf Armentières verschossen, wo „flüssiges Senfgas wie Regenwasser in den Abflussrinnen der Strassen floss“ (Harris/Paxman).[1]

Aus der Zeit des Ersten Weltkrieges stammt das englische Soldatenlied Mademoiselle from Armentières.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 24.778 Einwohnern (Stand 1. Januar 2018) gehört Armentières zu den mittelgroßen Städten im Département Nord.

Jahr Einwohner
1975 26.346
1982 24.834
1990 25.219
1999 25.273
2007 25.170
2017 24.882

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeit gibt es drei Partnerstädte von Armentières:[2]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sechs Gymnasien befinden sich in Armentières:

  • Institut Familial d’Armentières
  • Institut Saint Louis
  • Institution Saint Jude
  • Lycée Gustave Eiffel
  • Lycée Paul Hazard
  • Lycée Professionnel Ile de Flandre

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Belfried von Armentières

Der 1934 wiederaufgebaute Belfried des Rathauses von Armentières wurde 2005 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Armentières

Kulturelle Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die „Fête des Nieulles“ ist eine traditionsgemäße Festveranstaltung, die jedes Jahr im September stattfindet. Hierbei sind Paraden, Animationen oder Konzerte organisiert, sowie die Wahl der Schönheitskönigin „Reine des Nieulles“.

Armentières verfügt außerdem über eine Kulturhalle, den „Vivat“, wo die Einwohner Theaterstücke, Tanzspektakel und Musikkonzerte genießen können.

Der Ort besitzt ein beträchtliches musikalisches Erbe. Es gibt unter anderem:

  • Vier Chöre
  • Eine Philharmonie, die aus der ältesten Philharmonie Frankreichs entstand (der 1788 gegründeten „Philharmonie d’Armentières“)
  • Eine Fanfare
  • Ein Orchester

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Fußballclub „Jeunesse Athlétique Armentiéroise“ (kurz JAA) wurde 1911 gegründet und spielt in der fünften französischen Liga (CFA2). Darüber hinaus besteht der 1932 gegründete Sportverein „Sports Ouvriers Armentiérois“ (kurz SOA) aus zwei bedeutenden Sektionen: Schwimmsport und Basketball, deren Frauenmannschaft die Saison 2009/10 in der ersten französischen Liga (LFB) spielte.[3]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Armentières – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Robert Harris, Jeremy Paxman: A Higher Form of Killing: The Secret History of Gas and Germ Warfare. Arrow, London 2002, ISBN 0-09-944159-4., S. 31.
  2. Website von Armentières (Memento vom 2. März 2010 im Internet Archive)
  3. Ligue Féminine de Basketball: Sports Ouvriers Armentières (Memento vom 5. Juni 2010 im Internet Archive)