Armierungsgewebe

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Armierungsgewebe für die Fassadendämmung

Armierungsgewebe oder auch Putzbewehrung genannt, dient zur Bewehrung von Putzschichten gegen Risse. Eine typische Anwendung ist die Herstellung einer widerstandsfähigen Edelputzschicht (Armierungsschicht) auf einer nachgiebigen Dämmstoffschicht als Teil eines Wärmedämm-Verbundsystems.[1]

Beschaffenheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es besteht in der Regel aus reißfestem, alkalibeständigem sowie nicht wasserquellbarem Glasfasergewebe. Je nach Art der Anforderung des Wärmedämm-Verbundsystems ist das Armierungsgewebe in verschiedenen sogenannten Maschenweiten und Flächengewichten erhältlich. In der Regel kommt das Armierungsgewebe mit einer Maschenweite von 4 mm × 4 mm und einem Flächengewicht von 165 g/m² zu Anwendung.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch das Einbetten des Armierungsgewebes wird eine effektive Erhöhung des Risswiderstandes im Putz erzielt und ungewollte Rissbildungen, z. B. durch Erschütterungen werden vermieden. Das Aufbringen oder auch Einbetten des Armierungsgewebes erfolgt, indem das Armierungsgewebe auf die erste Schicht des zuvor aufgetragenen Armierungsmörtels aufgelegt wird. Anschließend erfolgt das Auftragen der zweiten Schicht des Armierungsmörtels.[2] Hierbei spricht man von dem so genannten „Einbetten“ des Armierungsgewebes. Die einzelnen Lagen bzw. Bahnen des Armierungsgewebes dürfen nicht auf Stoß, sondern immer ca. 10 cm über oder unter der folgend aufgetragenen Bahn des Armierungsgewebes liegen. Hierbei spricht man von der sogenannten fachgerechten „Überlappung“ des einzubettenden Armierungsgewebes.

Besteht der Untergrund aus wenig tragfähigen Materialien oder solchen mit schlechter Putzhaftung, so werden statt Armierungsgewebe auch Putzträger wie (Estrich-)Gitter oder Streckmetall verwendet. Enthält die Wand Holzbalken und -riegel so werden diese häufig mit Putzträgergitter überspannt. Dies sollte neben den Holzbauteilen am Mauerwerk befestigt werden, um nicht die Bewegung des Holzes mitzumachen. Früher wurden die Holzbauteile oft zusätzlich mit Bitumenpapier oder Dachpappe abgesperrt. Erhältlich sind auch Putzträgertafeln aus Drahtgitter mit integrierter, feuchtebeständiger Pappbahn, welche die Putzschicht fast gänzlich vom Untergrund entkoppeln. Um stärkere Schichten Wärmedämmputz in einem Arbeitsgang auftragen zu können, wird auch gewelltes Putzträgergewebe verwendet.

Armierungsmörtel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der zur Einbettung des Gewebes verwendete Mörtel enthält häufig hohe Kunstharzanteile, die eine robuste Putzschicht trotz geringer Auftragsstärke ergeben. Je nach Hersteller werden auch die Bezeichnungen Einbettungsmörtel, Klebemörtel und Armierungsputz verwendet.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus-Jürgen Schneider, Georg Sahner, Ronald Rast (Hrsg.): Mauerwerksbau aktuell: Praxishandbuch 2009 für Architekten und Bauingenieure. Beuth Verlag, 2009, ISBN 978-3-410-21544-8 (720 S., eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wärmedämmputz, Homepage des Verbands für Dämmsysteme, Putz und Mörtel e.V.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fabia Denninger (Hrsg.): Lexikon Technische Textilien. Deutscher Fachverlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-86641-093-0, S. 25.
  2. Industriegruppe Baugipse im Bundesverband der Gipsindustrie e.V (Hrsg.): Gipsputz und Putzbewehrung. Februar 2017 (PDF).