Armin Jordan

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Armin Jordan (* 9. April 1932 in Luzern; † 20. September 2006 in Zürich) war ein Schweizer Dirigent. Er galt als der bedeutendste Dirigent seines Landes seit Ernest Ansermet. Wie dieser war er lange Zeit, von 1985 bis 1997, Generalmusikdirektor des Orchestre de la Suisse Romande.

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Leben[Bearbeiten]

In Freiburg (Schweiz) studierte Jordan Rechtswissenschaft, Literatur und Theologie, bevor er sich endgültig der Musik zuwandte. Er studierte zunächst an den Konservatorien von Freiburg und Lausanne und schließlich bei Maroussia Le Marc'Hadour in Genf. Nachdem er bereits 1949 in Freiburg ein kleines Orchester gegründet hatte, wirkte Jordan zunächst am Städtebundtheater Biel-Solothurn in Biel, wo er 1963 musikalischer Leiter wurde. Es folgte eine Stelle als Chefdirigent am Opernhaus Zürich. Danach war er von 1968 bis 1971 musikalischer Leiter des Stadttheaters St. Gallen. Unter der Aegide des Basler Theaterdirektors Werner Düggelin wurde Jordan 1969 1. Kapellmeister und schließlich 1973 Musikdirektor der Oper am Theater Basel, eine Stelle, die er bis 1989 innehatte. Ausserdem übernahm er von 1973 bis 1985 das Lausanner Kammerorchester, das er von Grund auf erneuerte und zu einem der besten Ensembles der Schweiz machte. Von 1985 bis 1997 leitete Jordan als Nachfolger von Horst Stein das Orchestre de la Suisse Romande (OSR), mit dem er zahlreiche Tourneen, so etwa nach Japan, Belgien, Grossbritannien oder Südkorea unternahm. Von 1986 bis 1992 war er Principal guest conductor des Ensemble Orchestral de Paris. Die Ernennung zum Ehrendirigenten des Sinfonieorchester Basel führte Jordan in der Saison 2006/07 nach Basel zurück. Zudem war er bei mehreren europäischen Spitzenorchestern ein gern gesehener Gastdirigent.

Armin Jordan starb am 20. September 2006 in Zürich, nachdem er am 15. September 2006 im Orchestergraben des Theaters Basel bei der Premiere von Prokofjews Oper L'amour des trois oranges (Die Liebe zu den drei Orangen) zusammengebrochen war.

Jordan war seit 1974 verheiratet mit der Tänzerin Käthe Herkner, mit der er zwei Kinder hat: den Sohn Philippe Jordan (* 1974, ebenfalls Dirigent) und die Tochter Pascale (* 1977, Schauspielerin).

Wirken[Bearbeiten]

Schwerpunkte seines Schaffens waren einerseits die schweizerisch-französische Schule (Arthur Honegger, Othmar Schoeck, Frank Martin, Maurice Ravel, Claude Debussy) und andererseits die Oper: Er wurde als einer der profundesten Wagner-Dirigenten unserer Zeit angesehen (insbesondere von Parsifal). Weitere Vorlieben galten der Wiener Klassik und den Balletten von Strawinsky.

Jordan zeichnete für zahlreiche Erstaufführungen verantwortlich, so 1982 für Psyché von Jean Françaix, 1984 für Requies von Luciano Berio, 1981 für Mendiant du ciel bleu und 1988 für Diotimas Liebeslieder (beide Norbert Moret), 1989 für La Solitude von Julien-François Zbinden und 1993 für Zwei Lieder nach Gedichten von Georg Trakl von Heinz Holliger.

Er hat zahlreiche Schallplatten aufgenommen, unter anderem mit dem OSR, aber auch mit dem Sinfonieorchester Basel und dem Orchestre National de l'Opéra de Monte-Carlo oder dem Orchestre National de France. Viele seiner Aufnahmen erschienen bei dem Label Erato.

Ferner hatte Jordan 1982 nicht nur die Musikalische Leitung von Hans-Jürgen Syberbergs „Parsifal“-Film, sondern spielte in diesem auch den Amfortas (Gesang: Wolfgang Schöne).

Jordan erhielt zahlreiche Auszeichnungen für sein Wirken. Im Jahr 2000 wurde er vom Botschafter Frankreichs in der Schweiz zum Mitglied der französischen Ehrenlegion ernannt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]