Armin Klümper

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Armin Klümper (* 19. Mai 1935 in Münster, Westfalen) ist ein deutscher Sportmediziner und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klümper besuchte das Städtische Gymnasium in Schmallenberg. Nach dem bestandenen Abitur im Jahr 1955 studierte er Medizin.[1] 1968 wurde er Leiter der sporttraumatologischen Abteilung der Universität Freiburg.[2] 1970 vermeldete Die Deutsche Universitätszeitung die Verleihung der venia legendi für Klinische Radiologie.[3] 1977 verschaffte ihm Gerhard Mayer-Vorfelder eine Professur - trotz der Bedenken der Medizinischen Fakultät der Universität Freiburg wegen fehlender Facharztqualifikationen: Klümper war weder Orthopäde noch Internist, sondern Radiologe.[4] Später hatte Klümper lange Zeit eine C3-Professur an der Mooswald-Klinik in Freiburg und war dort Leiter der 1982 von ihm gegründeten[5] sporttraumatologischen Spezialambulanz. 1987 wurde diese Spezialambulanz der Radiologischen Universitätsklinik zugeordnet.[6] 1990 schied Klümper aus der Universität Freiburg aus und gab seinen Beamtenstatus auf.[7] Im selben Jahr wurde er Ärztlicher Direktor der Mooswald-Klinik.[8] Klümper war stellvertretender Vorsitzender des Vereins „Bundesleistungszentrum Freiburg-Herzogenhorn“, der im Verdacht steht, eine Geldwaschanlage gewesen zu sein, durch die Mittel des Bundesinnenministeriums ins Doping flossen.[9]

Dopingvorwürfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Doping westdeutscher Spitzensportler war in den 1970er Jahren teilweise bei den Freiburger Sportmedizinern Armin Klümper und Joseph Keul konzentriert.[10] Bis zu den Dopingvorwürfen Mitte der 1990er Jahre war Klümper in Deutschland ein renommierter Sportmediziner.[11] Schon 1987 gab es Ermittlungen im Todesfall Birgit Dressel, die seit 1981 Patientin des Freiburger Mediziners gewesen war.[12][13] 1991 warf ihm der Diskuswerfer Alwin Wagner in dem von Brigitte Berendonk verfassten Buch Doping – von der Forschung zum Betrug Doping vor.[14] Er stürzte aber erst 1997 im Fall der Hürdensprinterin Birgit Hamann, die behauptete, der Mediziner habe ihr ohne ihr Wissen Wachstumshormone gegeben. Der ehemalige Sprinter Manfred Ommer sagte über Klümper: „Klümper war der größte Doper dieses Planeten.“[15]

Klümper oder dessen Rolle im Dopingskandal des Universitätsklinikum Freiburg (s. Dopingaffäre Team Telekom) wurden im Abschlussbericht der ersten Expertenkommission zur Aufklärung von Dopingvorwürfen 2009 nicht erwähnt.[16] Medienberichten zufolge soll Rektor Wolfgang Jäger die Arbeit dieser universitätsinternen Kommission auf die „Abteilung Sportmedizin“ beschränkt haben, der Klümper nicht angehörte.[17] Eine neue, von der Kriminologin Letizia Paoli (Katholieke Universiteit Leuven) geleitete unabhängige Kommission hat allerdings zahlreiche weitere Dokumente gefunden; ihr Bericht steht noch aus.[18]

Abrechnungsbetrug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1984 wurde gegen Klümper ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Abrechnungsbetrug von Krankenkassen eingeleitet, in dessen Rahmen am 3. Mai 1984 Staatsanwälte und Kriminalbeamte seine Praxis durchsuchten.[19] Als die Presse über die Durchsuchung berichtete, verfasste Eberhard Gienger eine Solidaritätsadresse für Klümper.[20] Außerdem wurde ein Spendenkonto für Klümper eingerichtet, auf das u.a. Uli Hoeneß, Paul Breitner und Karl-Heinz Rummenigge einzahlten.[21] Das Landgericht Freiburg verurteilte Klümper 1989 zu 160000 Mark Geldstrafe.[22] Die Ermittlungsakten tauchten erst Ende 2014 im Freiburger Staatsarchiv wieder auf.[23]

Alternativmedizin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1998 zog Klümper mit seiner Frau nach Südafrika[24], wo er mehrere Bücher schrieb. Er beschäftigt sich auch mit Alternativmedizin. So publizierte er in der Zeitschrift Co.Med Artikel, in denen er sich unter anderem auf pseudowissenschaftliche Thesen von Ryke Geerd Hamer, auf den „Biofeldtest“ des Physikers Paul Schweitzer oder auf eine „Entschlackung“ durch Heilfasten beruft.[25]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Armin Klümper, Thomas Einsingbach, Lutz Biedermann: Sportphysiotherapie und Rehabilitation. Thieme, Stuttgart 1992, ISBN 3-13-711102-1
  • Armin Klümper: Knochenerkrankungen. Krause, Freiburg (Breisgau) 1994, ISBN 3-923523-19-X
  • Armin Klümper: Verbieten ist leicht, erlauben ist schwer oder die Lust am Wiegen, um die Pfunde zu besiegen. Krause, 1995, ISBN 3-923523-20-3
  • Armin Klümper: Unkraut vergeht nicht. Phytotherapie (Pflanzenheilkunde). Ein Kompendium der Alternative für Ärzte und angeschlossene Heilberufe. Krause, Freiburg (Breisgau) 2003, ISBN 3-923523-22-X
  • Armin Klümper: Heilpflanzen der Welt. Heilen mit Kräutern. Die Pflanzen- und Heilkunst der Maori. Krause, Freiburg (Breisgau) 2005, ISBN 3-923523-23-8

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Städtisches Gymnasium Schmallenberg (Hrsg.): 75 Jahre Gymnasium Schmallenberg 1925-2000, Abschlussjahrgang 1955, August 2000, Becker Verlag Arnsberg.
  2. http://www.badische-zeitung.de/sportpolitik/sie-nannten-ihn-guru-armin-kluemper-und-der-leistungssport--101996238.html
  3. Die Deutsche Universitätszeitung 1970, S. 21.
  4. http://www.badische-zeitung.de/sportpolitik/wie-die-politik-armin-kluemper-geschuetzt-hat--103556604.html
  5. http://www.die-sportorthopaeden.de/ueber-uns/
  6. W. Wenz u.a., Radiologie am Oberrhein, Berlin 1987, S. 38.
  7. http://www.badische-zeitung.de/sportpolitik/sie-nannten-ihn-guru-armin-kluemper-und-der-leistungssport--101996238.html
  8. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13681911.html
  9. http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.freiburger-doping-aufklaerung-raetsel-um-drei-aktenordner.b182b46f-d083-4c46-9643-73c5a60f9d65.html
  10. Tagesspiegel.de: Doping in der Bundesrepublik - Verboten, aber erwünscht von Friedhard Teuffel, 15. Oktober 2011 abgerufen am 13. August 2014.
  11. Spiegel.de: DER SPIEGEL 37/1987: Er ist einer von uns; Sportarzt Armin Klümper – der Guru der Top-Athleten, 7. September 1987 abgerufen am 14. August 2013.
  12. Tagesspiegel (Erik Eggers): Eine krumme Geschichte vom 4. Oktober 2012 abgerufen am 13. August 2014.
  13. Krankenkassen.de: Der qualvolle Tod von Birgit Dressel: Ein Mahnmal – bis heute von Ulrike John, dpa, 9. April 2007, abgerufen am 13. August 2014.
  14. http://www.badische-zeitung.de/sportpolitik/wieder-vorwuerfe-gegen-sportmediziner-kluemper--100812572.html
  15. Manfred Ommer: „Inhalt hat mich nicht überrascht“, Focus, 6. August 2013.
  16. Abschlussbericht 2009 (PDF).
  17. A. Krause: „Getäuscht und hintergangen“ Deutschlandfunk, 6. Februar 2013, abgerufen 23. Februar 2015.
  18. Anno Hecker: Gab es in Freiburg ein Doping-Zentrum? FAZ online, 13. Februar 2015.
  19. http://www.sueddeutsche.de/sport/doping-im-sport-medizin-fuer-millionen-1.2440110
  20. http://www.sueddeutsche.de/sport/doping-im-sport-medizin-fuer-millionen-1.2440110
  21. http://www.sueddeutsche.de/sport/doping-im-sport-medizin-fuer-millionen-1.2440110
  22. http://www.sueddeutsche.de/sport/doping-im-sport-medizin-fuer-millionen-1.2440110
  23. http://www.badische-zeitung.de/sportpolitik/wie-die-politik-armin-kluemper-geschuetzt-hat--103556604.html
  24. https://www.freitag.de/autoren/mdell/bringt-im-fussball-nichts
  25. Kasprzak, B.A.; Klümper, A.: Das Zervikal-Syndrom aus sportmedizinischer Sicht. Co.Med, Juni 2014.