Armin Rohde

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Armin Rohde, 2018

Armin Kurt Rohde, eigentlich Armin Kurt Rohde-Baron von Schilling (* 4. April 1955 in Gladbeck[1]), ist ein deutscher Schauspieler. Er wurde als Darsteller in Filmen wie Der bewegte Mann, Das Superweib, Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief, Das Leben ist eine Baustelle und Lola rennt bekannt. Seit 2003 ist er als Kommissar Erichsen eine der Hauptfiguren in Lars Beckers ZDF-Krimireihe Nachtschicht.

Familie und Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rohde ist das älteste von vier Kindern. Er wuchs in Gladbeck und in Wuppertal auf und besuchte das Gymnasium. Sein Vater war Kohlenhauer auf der Zeche Graf Moltke in Gladbeck und später Anstreicher, die Mutter Ursel Rohde arbeitete in einer Fabrik. In seiner Klasse war Rohde einer der wenigen Schüler aus einer Arbeiterfamilie. Er verließ die Schule zwei Monate vor dem Abitur und jobbte anschließend als Hilfsarbeiter.[2][3] Die Familie wohnte zu der Zeit in Wuppertal, und als er dort, mit etwa 19 Jahren, eine Aufführung eines Tanztheater-Stücks von Pina Bausch erlebte, soll seine Begeisterung für das Theater geweckt worden sein.[4][5] Danach entschied er sich, zur Bühne zu gehen und wurde von seinen Eltern dabei unterstützt.

Rohde lebt in Bochum und ist seit 1995 mit Angela Freifrau von Schilling aus dem baltischen Stamm des Adelsgeschlechts von Schilling verheiratet.[6][7] Sein drei Jahre jüngerer Bruder Uwe Rohde ist ebenfalls Schauspieler. Rohde ist Buddhist und trägt den buddhistischen Namen Karma Geleg Palsang.[8] 2011 übernahm er die Schirmherrschaft für die Aktion Gemeinsam für Greta der Deutschen Knochenmarkspenderdatei.[9] 2015 übernahm er darüber hinaus die Schirmherrschaft für die Opferberatungsstelle des Chance e.V. Münster.[10]

Berufliche Laufbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Armin Rohde 2005

Nach seiner Ausbildung an der Folkwang-Musikhochschule Essen und an Pierre Bylands Clown-Schule war Rohde ab 1984 an diversen Theatern in Bielefeld und Bochum beschäftigt. Erste Rollen hatte er in Bertolt Brechts Dreigroschenoper als Mackie Messer, in SophoklesOedipus und in Warten auf Godot von Samuel Beckett. Zu seinen Ensemble-Kollegen gehörten unter anderem Dietmar Bär, Peter Lohmeyer und Joachim Król.

1991 war er im letzten Schimanski-Tatort als Gegenspieler von Götz George zu sehen. 1992 spielte er eine kleine Rolle in Helmut Dietls Schtonk! Im selben Jahr hatte er mit Sönke Wortmanns Film Kleine Haie seinen Durchbruch. Mit seiner Darstellung des Sportwagenfahrers „Bierchen“ wurde Rohde einem größeren Publikum bekannt. In den folgenden sechs Jahren drehte er Filme wie Der bewegte Mann, Das Superweib, Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief, Das Leben ist eine Baustelle und Lola rennt. 1996 beerbte er Manfred Krug als Fernfahrer in der Neuauflage der Fernsehserie Auf Achse. Seit 2003 ist Rohde als Kommissar Erichsen eine der Hauptfiguren in Lars Beckers ZDF-Krimireihe Nachtschicht.

Bei den Dreharbeiten zu dem Film Verrückt nach Emma kam 2006 der Stuntman Michael Gast ums Leben, als er Rohde in einer Actionszene doubelte, bei der ein Auto in einem Kanal untergehen sollte.[11] Rohde schrieb dazu: „Ein Spaziergang auf der Straße, ein Besuch in einem Lokal war mir fast zwei Jahre lang unmöglich.“[12] Im Rowohlt-Verlag erschien 2009 Rohdes Autobiografie Größenwahn und Lampenfieber, ein humorvolles Vademecum des Schauspielerberufes. Für die Rolle des Heinrich George im Film Jud Süß – Film ohne Gewissen nahm er 15 Kilo zu.[13] Im Oktober 2018 zeigte Rohde Fotos in seiner Ausstellung Gestohlenes Licht, die er während der Dreharbeiten gemacht hatte.[14] Rohde ist Mitglied der Deutschen Filmakademie.[15]

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörbücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dokumentation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfgang Klauser (Buch/Regie): Armin Rohde – Das Geheimnis meiner Familie. Dokumentarfilm, Deutschland 2008, 45 Min., Produktion: NDR, Erstausstrahlung: 7. April 2008.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tobias Haucke, Timo Rieg (Hrsg.): Bochumer Bekannte. Band 2, biblioviel Verlag, Bochum 2003, ISBN 3-928781-82-0 (Andrea Donat, Armin Rohde und neun weitere Bochumer im Porträt).
  • Armin Rohde: Größenwahn und Lampenfieber. Die Wahrheit über Schauspieler. rowohlt, Reinbek 2009, ISBN 978-3-499-62501-5.[17]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Armin Rohde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Baron Armin Rohde will seinen Adelstitel loswerden. In: noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung GmbH & Co. KG, 14. Januar 2010, abgerufen am 7. Januar 2015 (letzte Aktualisierung: 6. Juli 2010).
  2. Mein Leben als Schüler. In: Welt online. 1. September 2007.
  3. Ich wär' gern kalt, leise und gefährlich. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 24. April 2005, Nr. 16, S. 61, Interview
  4. Schwergewichter reizen mich. In: Focus. Nr. 46/1999, Interview
  5. Ich wär' gern kalt, leise und gefährlich. In: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. 24. April 2005, Nr. 16, S. 61, Interview
  6. Ich kann alles, nur nichts Elegantes.
  7. Seit ‚Easy Rider‘ liebe ich Harleys! In: Hamburger Morgenpost. 23. Juni 2008.
  8. „Ich fügte mir Stammesnarben zu“. In: Der Tagesspiegel. 10. Januar 2010.
  9. Gemeinsam für Greta – Schirmherren (Memento vom 3. November 2013 im Internet Archive)
  10. Opferberatungsstelle des Chance e.V. Münster
  11. Rohdes Stuntman beim Dreh ertrunken. In: Stern.de. 21. Juli 2006.
  12. Armin Rohde: Größenwahn und Lampenfieber. S. 222.
  13. Fit for Fun H. 10, 2010, S. 91.
  14. Galerie Sander I Sohn, Düsseldorf, Fürstenwall 86
  15. Armin Rohde. Deutsche Filmakademie, abgerufen am 1. April 2019.
  16. Grimme-Preis 2004, abgerufen am 16. Januar 2019.
  17. Verlagsnotiz 2009