Arndt Georg Nissen

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Arndt Georg Nissen, auch A. G. oder „Age“ Nissen (* 8. April 1907 in Rinkenis; † 6. Dezember 1979) war ein deutscher Hochseesegler, Maler und Grafiker.

Werdegang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nissen war Sohn des Malerehepaars Maria und Anton Nissen und wuchs in Rinkenis direkt am Wasser der Flensburger Förde auf, das seit der Volksabstimmung in Schleswig im Jahr 1920 als Folge des Ersten Weltkrieges zu Dänemark gehört. Diese Nähe zum Wasser wurde für sein Leben sowohl als Seesegler wie auch als Maler und Zeichner bestimmend. Seine handwerkliche Ausbildung erhielt er zunächst in Flensburg als Lithograf, dann besuchte er ab 1925 die Kunstgewerbeschule in München, ab 1926 die Münchner Akademie[1] und ab 1928 die Kunstgewerbeschule in Berlin.

Von Jugend auf war er ein begeisterter Segler, zunächst auf den Jollen des Flensburger Segelclubs in Glücksburg (FSC), später bei dem Deutschen Hochseesportverband HANSA (vgl. Quellental (Glücksburg)). Age Nissen spezialisierte sich auch als Maler auf Wassersportmotive und wurde bald zu einem überregional anerkannten Aquarellisten dieses Sujets. Bekannt wurde er durch seine Porträts von Segelyachten, die er im Auftrag der jeweiligen Eigner anfertigte.

Als Segler überquerte er mehrfach den Nordatlantik auf bekannten deutschen Hochseeyachten. Er war Teilnehmer der Olympia Atlantik Regatta von Bermuda zur Kieler Segelolympiade 1936. Bei einer Atlantiküberquerung im Jahr 1938 transportierte die deutsche Yacht Roland von Bremen Wertsachen jüdischer Emigranten in die USA.[2] Im Zweiten Weltkrieg segelte Age Nissen weiter, diesmal für den Chef der deutschen Abwehr Admiral Canaris, gemeinsam mit seinem Bruder, dem Leutnant zur See Christian Nissen genannt Hein Mück[3] von St. Malo 14.400 Seemeilen mit der für diese Zwecke beschlagnahmten französischen Segelyacht Kyloe nach Südafrika und zurück ohne jeden Zwischenstopp in einem Hafen bis nach Spanisch Sahara.[4] Die Kyloe setzte im Rahmen der Operation Weissdorn den südafrikanischen Boxchampion im Schwergewicht Robey Leibbrandt vor seiner Heimatküste bei Lamberts Bay als Agenten ab, mit dem Auftrag, dort einen politischen Umsturz herbeizuführen. Age Nissen führte über diese Reise verbotenerweise ein (erhaltenes) Logbuch.[5]

Als Illustrator der Zeitschrift Yacht wirkte er von den 1930er bis in die 1970er Jahre mit. Als Gebrauchsgrafiker prägte er den Auftritt von Werften wie Ernst Burmester[6] in Bremen und illustrierte zahlreiche Bücher zu Themen des Segelsports.[7]

A. G. Nissen Preis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der A. G. Nissen Preis ist eine Auszeichnung der Kreuzerabteilung des Deutschen Segler-Verbandes für herausragende seglerische Leistungen in der Nordsee.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Erdmann Braschos: Vom Wasser und seinen Farben – Ein Porträt des Yacht-Aquarellisten A. G. Nissen in: Freundeskreis Klassische Yachten Nr. 21 (April 2004) S. 43–47
  • Saint-Loup: Yachten in geheimer Mission – Segler im Dienste der Abwehr. Bielefeld: Delius Klasing Verlag 1988. ISBN 3768805980

Quellen und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 00047 Arndt Georg Nissen, Matrikelbuch 5, 1919-1931, S. 98 http://matrikel.adbk.de/matrikel/mb_1919-1931/jahr_1926B/matrikel-0047 (Zugriff vom 03/03/17)
  2. 1938: Sturmreise der "Roland von Bremen" nach den USA (yachtsportarchiv). Abgerufen am 17. Januar 2009.
  3. Die Geistersegler der Abwehr (Franz Kurowski: Deutsche Kommandotrupps 1939 - 1945) Abgerufen 17. Januar 2009; siehe auch Brandenburg (Spezialeinheit)
  4. Yacht (Zeitschrift), 1996 Heft 22
  5. 1941: "Kyloe" - 15000 Seemeilen ohne Hafen (yachtsportarchiv). Abgerufen am 17. Januar 2009.
  6. 1979 übernommen von der Lürssen Werft
  7. Age Nissen und Burmester (yachtsportarchiv). Abgerufen am 17. Januar 2009.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]