Arni BE

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BE ist das Kürzel für den Kanton Bern in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Arnif zu vermeiden.
Arni
Wappen von Arni
Staat: Schweiz
Kanton: Bern (BE)
Verwaltungskreis: Bern-Mittellandw
BFS-Nr.: 0602i1f3f4
Postleitzahl: 3508
Koordinaten: 617241 / 198232Koordinaten: 46° 56′ 6″ N, 7° 39′ 54″ O; CH1903: 617241 / 198232
Höhe: 849 m ü. M.
Fläche: 10,4 km²
Einwohner: 917 (31. Dezember 2016)[1]
Einwohnerdichte: 88 Einw. pro km²
Website: www.arnibe.ch
Karte
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Arni ist eine politische Gemeinde im Verwaltungskreis Bern-Mittelland des Kantons Bern in der Schweiz.

Bis 1983 lautete der offizielle Gemeindename Arni; danach wurde zur besseren Unterscheidbarkeit vom aargauischen Dorf Arni, welches seither eine eigene politische Gemeinde bildet, das Kantonskürzel BE hinzugefügt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arni liegt auf 849 m ü. M., 16 km östlich der Kantonshauptstadt Bern (Luftlinie). Das Bauerndorf erstreckt sich in einem Hochtal am Biglenbach, am Rand des Arnimooses, in den Molassehöhen zwischen dem Aaretal im Westen und dem Emmental im Osten.

Die Fläche des 10.4 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Hügellandes östlich des Aaretals. Der zentrale Teil des Gebietes wird vom Hochtal von Arni mit einem rund 500 m breiten flachen Talboden (Arnimoos) eingenommen. Das Tal öffnet sich gegen Westen und wird vom Biglenbach entwässert, der an den Nordhängen der Blasenflue knapp ausserhalb des Gemeindegebietes entspringt. Auf seiner Südseite wird das Hochtal von den Höhen von Rotiholz (bis 934 m ü. M.) und Chapf (bis 960 m ü. M.) flankiert; während das Nünhaupt (986 m ü. M.), der waldige Geissrüggen (1032 m ü. M.) und die Ätzlischwand (mit 1041 m ü. M. die höchste Erhebung von Arni) den nördlichen Talabschluss bilden. Diese Höhenzüge, alles westliche Ausläufer der Blasenflue, weisen ein charakteristisches Relief auf: Sie sind durch zahlreiche kurze Tälchen und vorspringende Hügelrücken (so genannte Eggen) untergliedert. Nach Westen erstreckt sich der Gemeindeboden bis an den Ortsrand von Biglen. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 5 % auf Siedlungen, 26 % auf Wald und Gehölze und 69 % auf Landwirtschaft.

Zu Arni gehören mehrere Weiler sowie zahlreiche Hofgruppen und Einzelhöfe, die über das gesamte Gebiet verstreut liegen. Dazu zählen:

  • Arnisäge (822 m ü. M.) am Biglenbach am westlichen Rand des Arnimooses
  • Hämlismatt (841 m ü. M.) in einer nördlichen Seitenmulde des Hochtals
  • Tannen (901 m ü. M.) auf der Passhöhe am Übergang in das Goldbachtal
  • Lütiwil (880 m ü. M.) am Südhang der Höhe von Nünhaupt
  • Rot (814 m ü. M.) am Hang oberhalb von Biglen
  • Kleinrot (818 m ü. M.) am Hang oberhalb von Biglen

Nachbargemeinden von Arni sind Landiswil, Oberthal, Grosshöchstetten, Biglen und Walkringen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsname geht auf das althochdeutsche Wort arnahi (Ahorngehölz) zurück. Mit einer Bestätigung von Gütern des Klosters Erlach durch Papst Lucius III. wird Arni erstmals urkundlich erwähnt.[2] Für das Jahr 1359 ist eine Streitigkeit der Bauern von Arni mit dem Priester von Biglen überliefert.[3] Arni gehört zur Kirchhöre Biglen. 1424 geht der Twing von Arni von Petermann von Krauchthal († 1425) an die Familie von Englisberg, später an die Geschlechter Hetzel und die Schöni. Der Zehnt gehörte dem Niederen Spital in Bern.[4] Die Herrschaft Arni wurde der 1529 errichteten bernischen Landvogtei Signau im Landgericht Konolfingen unterstellt. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Arni während der Helvetik zum Distrikt Höchstetten und ab 1803 zum Oberamt Konolfingen, das mit der neuen Kantonsverfassung von 1831 den Status eines Amtsbezirks erhielt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 917 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2016) gehört Arni zu den kleineren Gemeinden des Kantons Bern. Von den Bewohnern sind 97.0 % deutschsprachig, 0.6 % sprechen Serbokroatisch und 0.5 % Französisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Arni belief sich 1850 auf 1331 Einwohner, 1900 noch auf 1124 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts nahm die Bevölkerungszahl bis 1980 auf 902 Personen ab, wobei besonders während der 1960er Jahre ein deutlicher Rückgang beobachtet wurde. Seither wurde wieder eine leichte Bevölkerungszunahme verzeichnet.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stimmenanteile der Parteien anlässlich der Nationalratswahlen 2011 betrugen: SVP 59,5 %, BDP 11,7 %, SP 7,1 %, FDP 4,9 %, GPS 4,8 %, glp 3,1 %, EDU 3,6 %, EVP 2,6 %, SD 1,1 %.[5]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arni war bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts ein vorwiegend durch die Landwirtschaft geprägtes Dorf. Noch heute haben die Milchwirtschaft und die Viehzucht sowie die Forstwirtschaft einen wichtigen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In Arni sind heute Betriebe der Holzverarbeitung (Sägereien, Schreinereien), des Baugewerbes, des Landmaschinenbaus und Käsereien vertreten. In den letzten Jahrzehnten hat sich das Dorf zu einer Wohngemeinde entwickelt. Viele Erwerbstätige sind deshalb Wegpendler, die hauptsächlich in den grösseren Ortschaften der Umgebung und im Aaretal arbeiten.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt abseits der grösseren Durchgangsachsen; die Hauptzufahrt erfolgt von Biglen. Durch die Postautokurse, welche die Strecken von Biglen auf die Moosegg und von Biglen nach Lützelflüh bedienen, ist Arni an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Arni BE
Wappenbeschreibung: «Geteilt, oben in Blau eine goldene Lilie, unten in Gold ein liegender blauer Halbmond.»[6]
Wappenbegründung: Eine Deutung des Wappens ist nicht bekannt. Dem Ortswappen begegnet man in der heutigen Form seit 1780.[7]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christian Moser (1861–1935)[8], Direktor des eidg. Versicherungsamts, Professor
  • Karl Grunder (1880–1963), Schweizer Mundart-Schriftsteller
  • Hans Baumgartner (1927–2011), Schuhmacher und Dorforiginal, vermachte sein Vermögen der Gemeinde zum Zweck der Strassenreparatur[9]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gemeindearchiv Arni BE
  • Bauernhofchroniken aus den Gemeinden Oberthal, Arni, Freimettigen, Oberdiessbach (ohne Datum), Staatsarchiv Bern, DQ 547
  • Papst Lucius III. bestätigt der Abtei St. Johannsen Erlach all ihre Rechte und Besitzungen sowohl an Kirchen als an Gütern zu St. Johannsen, Menznau, Grenchen, Wyler, Seedorf, Ins, Nugerol, Tess, Huttwil, Prägelz, Müntschemier, Erlach, Büren, Gals, Arni, Madiswil, Ortschwaben, Lindach (1185), Staatsarchiv Bern, C I a (Urkunden), Fach Erlach, 2. Oktober 1185

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Anne-Marie Dubler: Arni (BE). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • Wappenbuch des Kantons Bern. Das Berner Staatswappen sowie die Wappen der Amtsbezirke und Gemeinden, im Auftrag des bernischen Regierungsrates hrsg. von der Direktion der Gemeinden, bearb. vom Berner Staatsarchiv unter Mitwirkung von Hans Jenni. Armorial du canton de Berne. Les armoiries de l'Etat de Berne, des districts et des communes, publié par la Direction des affaires communales sur mandat du Conseil-exécutif du canton de Berne, élaboré par les Archives de l'Etat de Berne avec la collaboration de Hans Jenni, Bern 1981.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Arni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ständige und nichtständige Wohnbevölkerung nach institutionellen Gliederungen, Geschlecht, Staatsangehörigkeit und Alter (Ständige Wohnbevölkerung). In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik (BFS), 29. August 2017, abgerufen am 20. September 2017.
  2. Staatsarchiv Bern, C I a (Urkunden), Fach Erlach, 2. Oktober 1185
  3. HBLS I, S. 442.
  4. HBLS I, S. 442.
  5. Wahlen 2015 : Resultate der Gemeinde Arni. Kanton Bern, abgerufen am 18. März 2016
  6. Wappenbuch 1981, S. 121.
  7. Wappenbuch 1981, S. 120.
  8. Jürg Hüsler: Moser, Christian. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 18, Duncker & Humblot, Berlin 1997, ISBN 3-428-00199-0, S.  (Digitalisat).
  9. Schuhmacher vermacht der Gemeinde sein ganzes Geld, Berner Zeitung vom 20. Mai 2011