Arno Brandlhuber

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Arno Brandlhuber (* 15. Mai 1964 in Wasserlos[1]) ist ein in Berlin ansässiger deutscher Architekt und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Studium der Architektur an der Technischen Hochschule Darmstadt und der Accademia del Arte in Florenz[2] trat Brandlhuber zunächst in Projektpartnerschaft mit Zamp Kelp und Julius Krauss auf. Es folgte eine langjährige Partnerschaft mit Bernd Kniess unter dem Namen b&k+, ehe Brandlhuber unter dem Namen Brandlhuber+ begann, in offenen, wechselnden Projektpartnerschaften zu arbeiten. Seit 2003 ist er Inhaber des Lehrstuhls für Architektur- und Stadtforschung an der Akademie der Bildenden Künste Nürnberg.[3] Zusammen mit Anna-Catharina Gebbers, Silvan Linden und Christian Posthofen ist Arno Brandlhuber Initiator des Veranstaltungsformats Akademie c/o in Berlin, einem Ableger des gleichnamigen, von Brandlhuber geleiteten Studiengangs in Nürnberg. Bei Vorträgen und in öffentlichen Seminaren beschäftigt sich Akademie c/o, nach deren Verständnis Architektur das „Ordnen von sozialen Beziehungen durch Gebautes“ ist, in erster Linie mit der „Raumproduktion der Berliner Republik“.[4]

Im Jahr 2006 gründete Brandlhuber sein eigenes Atelier, erwarb ein Baugrundstück in Berlin-Mitte (Brunnenstraße 9) und errichtete dort ein selbstgenutztes Atelier- und Galeriehaus. In Berlin beschäftigt er sich seit den 2010er Jahren intensiv mit einem 1977 entstandenen Stadtmodell, genannt Das grüne Archipel – Die Stadt in der Stadt. Dabei geht es um die Erhaltung der Heterogenität ebenso wie um kostengünstiges Bauen mit möglichst geringen Mieten für die Nutzer. Das Ergebnis war in drei neuen Ausstellungen ab September 2012 zu sehen.[5]

2013 legt der deutsch-französische Architekt Florian Hertweck zusammen mit Sébastian Marot eine ausführliche Publikation zum Grünen Archipel vor, in der u. a. das ursprüngliche Mainfest von Oswald Mathias Ungers und eine frühere Version von Rem Koolhaas wiederveröffentlicht wurden. Es kommt zu seiner Zusammenarbeit Brandlhubers mit Hertweck und dem Münchner Grafiker Thomas Mayfried. Zusammen mit den Studierenden des Masterstudiengangs für Architektur- und Stadtforschung an der AdBK Nürnberg und zahlreichen externen Gästen (u.a. Léon und Rob Krier, Thomas Sieverts, Hans Stimmann und Hans-Jochen Vogel) entsteht die 672 Seiten starke Publikation The Dialogic City – Berlin wird Berlin, die zum Kernstück der im September 2015 eröffneten gleichnamigen Ausstellung in der Berlinischen Galerie wird. The Dialogic City versteht sich als Aufforderung zum dialogischen Handeln in der Stadt, dazu historisch tief verankerte und scheinbar unüberbrückbare Gegensätze zu überbrücken, mit Berlin als extrem antagonistisch geprägter Stadt als Verhandlungsgegenstand.[6]

Zur 15. Architekturbiennale 2016 in Venedig wird Arno Brandlhuber von Kurator Alejandro Aravena eingeladen einen Beitrag für den Central Pavilion beizusteuern. Zusammen mit dem Regisseur und Künstler Christopher Roth entsteht dafür der Film Legislating Architecture. Mit Nikolaus Kuhnert und Anh-Linh Ngo von ARCH+ konzipieren Arno Brandlhuber und Tobias Hönig als Co-Redakteure darüber hinaus das gleichnamige englischsprachige Sonderheft der Architekturzeitschrift.[7]

Projekte (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neanderthal-Museum

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1997 Architekturpreis Beton (Neanderthal)
  • 1997 BDA Auszeichnung (Neanderthal)
  • 1998 Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen
  • 1998 Architekturpreis für vorbildliche Gewerbebauten (<2,56m)
  • 1998 Architekturpreis Nordrhein-Westfalen (Neanderthal)
  • 2000 Kölner Architekturpreis (<2,56m)
  • 2000 Kölner Architekturpreis (Kölner Brett)
  • 2000 Kölner Architekturpreis (Geisselstraße)
  • 2000 Wüstenrot Preis, Auszeichnung (Kölner Brett)
  • 2000 Prix Rhenan, Auszeichnung (Geisselstraße)
  • 2000 Architekturpreis Zukunft Wohnen (Kölner Brett)
  • 2000 Architekturpreis Zukunft Wohnen, Auszeichnung (Geisselstraße)
  • 2001 Deutscher Architekturpreis, Anerkennung (Geisselstraße)
  • 2001 Architekturpreis Nordrhein-Westfalen (Geisselstraße)
  • 2002 Deutscher Bauherrenpreis (BDA/DST/GdW) (Stavenhof)
  • 2001 Coredesignpreis Schweden (<2,56m)
  • 2002 Belmont Preis
  • 2003 Kölner Architekturpreis (Stavenhof)
  • 2004 Preis des deutschen Stahlbaues (Dönges I)
  • 2005 Auszeichnung vorbildlicher Bauten des Landes NRW (Dönges I)
  • 2006 Baulückenpreis der AKNW (Stavenhof)
  • 2006 Kölner Architekturpreis, Anerkennung (standard+)
  • 2006 Architekturpreis für vorbildliche Gewerbebauten, Hypo Real Estate Stiftung München (standard+)[9]
  • 2007 Architekturpreis der Stadt Kopenhagen (Crystal)
  • 2010 Architekturpreis Farbe-Struktur-Oberfläche (Brunnenstraße)
  • 2011 Deutscher Bauherrenpreis (Brunnenstraße)
  • 2011 Anerkennung Deutscher Architekturpreis (Brunnenstraße)
  • 2012 BDA-Preis Berlin (Brunnenstraße)
  • 2015 Deutscher Architekturpreis, Anerkennung (Antivilla)
  • 2015 Brandenburgischer Baukulturpreis, Sonderpreis (Antivilla)
  • 2015 Deutscher Bauherrenpreis, Besondere Anerkennung Modernisierung (Antivilla)

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1998 Neanderthal Museum, Architekturforum Aedes, Berlin
  • 1999 in vitro landscape, Weißenhofgalerie, Stuttgart
  • 2000 heilige-drei-koenige.de, Museum für Angewandte Kunst, Köln
  • 2001 ArchiLab 3, Orléans, Frankreich
  • 2002 ArchiLab 4, Orlèans, Frankreich
  • 2002 New Trends of Architecture in Europe and Japan, Hillside Terrace, Tokyo, Japan
  • 2002 Neue Deutsche Architektur – eine reflexive Moderne, Martin Gropius Bau, Berlin
  • 2003 bühne 3, Kunstverein, Hamburg
  • 2004 26a bienal de sao paulo, Beitrag zum deutschen Pavillon mit Thomas Demand, Sao Paulo, Brasilien
  • 2004 Deutschlandschaft, Beitrag der Bundesrepublik Deutschland zur 9. Architekturbiennale Venedig

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Neanderthal Museum. Aedes, Berlin 1996.
  • In Vitro Landscape. Edition Weißenhofgalerie, Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 1999, ISBN 3-88375-387-4.
  • b&k+, Bergische Universität GH Wuppertal, Akademie der Stadt Sindelfingen (Hrsg.): Political Landscape. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2001, ISBN 3-88375-484-6.
  • Bart Lootsma, Marc Räder: b&k+ Brandlhuber & Kniess +. Index Architecture. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2003, ISBN 3-88375-568-0.
  • Helmut Friedel (Hrsg.): Thomas Demand. b&k+. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2004, ISBN 3-88375-876-0.
  • Martin Burckhardt, Brandlhuber. Eine Fiktion. deSingel/ Verlag der Buchhandlung Walther König, Antwerpen/ Köln 2005, ISBN 3-88375-927-9.
  • Disko 1–4. Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg 2006, ISSN 1862-1562.
  • Disko 5–7. Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg 2007, ISSN 1862-1562.
  • Disko 8–11. Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg 2008, ISSN 1862-1562.
  • Disko 12–15. Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg 2008–2009, ISSN 1862-1562.
  • 0119. Brandlhuber b&k+ 1992–2008. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2009, ISBN 978-3-86560-570-2.
  • Disko 16–19. Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg 2010–2011, ISSN 1862-1562.
  • Disko 20–25. Akademie der Bildenden Künste, Nürnberg 2011, ISSN 1862-1562.
  • Neuer Berliner Kunstverein, Marius Babias (Hrsg.): Brandlhuber+. Von der Stadt der Teile zur Stadt der Teilhabe. Berliner Projekte. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2013, ISBN 978-3-86335-259-2.
  • mit Florian Hertweck und Thomas Mayfried (Hrsg.): The Dialogic City – Berlin wird Berlin. Verlag der Buchhandlung Walther König, Köln 2015, ISBN 978-3-86335-825-9.
  • mit Christopher Roth, Antonia Steger (Hrsg.): Legislating Architecture Schweiz. Edition Patrick Frey, Zürich 2016, ISBN 978-3-906803-14-2.
  • mit Nikolaus Kuhnert, Anh-Linh Ngo und Tobias Hönig (Hrsg.): ARCH+: Legislating Architecture. ARCH+ Verlag, Aachen 2016, ISBN 978-3-931435-34-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arno Brandlhuber. In: archINFORM.
  2. Projekt: Epizentren der Peripherie – Deutschlandschaft unter Schirmherrschaft des BMVBW, abgerufen am 15. Juli 2012.
  3. academie c/o: Nomadisches Masterprogramm/Öffentliches Seminarprogramm/Publikationen.
  4. Akademie c/o
  5. Kito Nedo: Berlin entmachtet sich. Der Architekt Arno Brandlhuber über die fatale Bereitschaft der Stadt, ihre Grundstücke zu verkaufen. In: Berliner Zeitung. 12. Juli 2012, S. 24 (berliner-zeitung.de Interview, Datum Print 13. Juli 2012).
  6. The Dialogic City — Berlin wird Berlin. In: cargocollective.com. Abgerufen am 12. August 2016.
  7. ARCH+: Kiosk » English Publications » Legislating Architecture, English Version. In: archplus. Abgerufen am 12. August 2016.
  8. Drei Berliner Architektenbüros sind an der Planung des Areals am Tacheles beteiligt : pwr development Berlin. In: www.pwrdevelopment.com. Abgerufen am 12. September 2016.
  9. Architekturpreis 2006 (Memento vom 27. April 2007 im Internet Archive)