Arnold-Janssen-Gymnasium (St. Arnold)

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Arnold-Janssen-Gymnasium (AJG)
Arnold-Janssen-Gymnasium-2008.jpg
Schulform Privatgymnasium (Katholisch)
Schulnummer 168403
Gründung 1928
Adresse

Emsdettener Straße 242

Ort Neuenkirchen
Land Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 12′ 17″ N, 7° 24′ 16″ OKoordinaten: 52° 12′ 17″ N, 7° 24′ 16″ O
Träger Bistum Münster
Schüler 1001 (Mai 2016)
Lehrkräfte 71 (und 3 Referendare)
Leitung Meinolf Dörhoff[1]
Website Arnold-Janssen-Gymnasium (AJG)
Hinweisschild an der Emsdettener Straße.
Standbild des Hl. Arnold Janssen am Hauptgebäude.

Das Arnold-Janssen-Gymnasium (AJG) ist eine 1928/29 durch die Steyler Missionare (SVD) gegründete katholische Privatschule in Neuenkirchen/St. Arnold nahe Rheine. Mit über 1000 Schülern zählt es zu den größten Gymnasien in Nordrhein-Westfalen und hat überörtliche Bedeutung.

Geschichte des Gymnasiums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1920 suchten die Steyler Missionare in der Nähe von Rheine einen geeigneten Standort für die Errichtung einer Missionsschule. Der Gastwirt August Schmitz aus Neuenkirchen hatte den Steylern seinen gesamten Besitz übertragen, wodurch die Missionare hier in den Besitz von Immobilien gelangten. So konnte 1924 preiswertes Ödland auf dem Münsterländer Kiessandzug zwischen Neuenkirchen und Emsdetten in der Nähe der Bahnstation Neuenkirchen Land durch Austausch erworben werden.

Im Juli 1925 begannen die Vorbereitungen zum Bau. Der Grundstein für das Missionshaus wurde jedoch erst am 18. Juli 1928, am Arnoldustag dem Namenstag des heiligen Arnold von Arnoldsweiler, gelegt. Am 30. September 1929 zogen die ersten 20 Schüler ein, die eine Ausbildung zum katholischen Priester oder Missionar anstrebten. Die Einweihungsfeier fand am 10. Dezember 1929 statt.

Die Gründung des Missionshaus St. Arnold mit der angegliederten Schule führte bereits am 15. Mai 1931 zur Umbenennung der Bahnstation Neuenkirchen Land in „St. Arnold“. Zeitgleich wurde der Poststempel „St. Arnold“ eingeführt und die Poststelle im Missionshaus eingerichtet. Auch der entstehende Neuenkirchener Ortsteil erhielt den Namen St. Arnold.

Später wurde auf Grund des Wirkens der nationalsozialistischen Regierung in Deutschland der Unterricht immer wieder unterbrochen. Diese hatte in St. Arnold ein Lazarett eingerichtet und angestrebt, die Missionsschule in eine nationalsozialistische Lehranstalt umzuformen, was durch das Engagement des damaligen Rektors verhindert wurde. Nach einer Pause von 6 Jahren lief der Unterricht am 29. April 1946 für nur elf Schüler wieder an.

Im Februar 1951 wurde die Einrichtung einer „privaten Mittelschule“ genehmigt, Ende März 1953 als Gymnasium (noch ohne Oberstufe) anerkannt und am 2. November 1966 bestanden die ersten neuen Schüler ihr Abitur. Zuvor hatte die Schulleitung ihre Tore auch für Schüler aus der Umgebung, wie z. B. aus Rheine und Emsdetten geöffnet und bauliche Veränderungen vorgenommen. So wurden z. B. eine kleine Turnhalle und ein Internatsgebäude errichtet.

Den heutigen Namen Arnold-Janssen-Gymnasium erhielt die Schule am 29. Mai 1967. Der Namensgeber Arnold Janssen war ein deutscher Missionar und der Gründer der Steyler Missionare.

In den darauffolgenden Jahren kamen weiter Veränderungen hinzu. So wurden zu Beginn des Schuljahres 1968/69 die ersten Schülerinnen begrüßt. 1977/78 wurde auf Grund der steigenden Schülerzahlen ein Neubau für naturwissenschaftliche Räume und weitere Klassenräume durchgeführt. Die heutige große Turnhalle wurde im Jahr darauf gebaut.

Da immer weniger „interne“ Schüler das Gymnasium besuchten, wurde das Internat 1984 vollständig aufgelöst. 1992 geht mit Pater Berthold Altmeyer der letzte Schulleiter der Steyler Missionare in den Ruhestand.

Am 1. Januar 1996 übernahm das Bistum Münster die Trägerschaft von den Steyler Missionaren. Die jetzt vier- bis sechszügige Schule ist das größte bischöfliche Gymnasium im Münsterland und kann in der Regel nicht alle Anmeldungen berücksichtigen.

Im Jahr 2008 wurde der Abschied der Steyler Missionare vom AJG endgültig. Mittlerweile befindet sich das Gebäude im Besitz der Schule. Eine Abrissgenehmigung für das Gebäude der Missionare liegt vor, allerdings konnte die Gemeinde Neuenkirchen einen vorläufigen Denkmalschutz erwirken.

Unterrichtsfächer und Angebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unterrichtete Fächer
Deutsch: ab Klasse 5
Englisch: ab Klasse 5
Mathematik: ab Klasse 5
Lateinisch: ab Klasse 6 und ab Klasse 8
Französisch: ab Klasse 6 und ab Klasse 8
Spanisch: ab Klasse 10
Physik: ab Klasse 6
Biologie: ab Klasse 5
Chemie: ab Klasse 7
Informatik: als Wahlfach ab Klasse 8 und Klasse 9
Erdkunde: ab Klasse 5
Geschichte: ab Klasse 6
Sozialwissenschaften: ab Stufe 10 wählbar
Erziehungswissenschaften: ab Stufe 10 wählbar
Kunst: ab Klasse 5
Musik: ab Klasse 5
Philosophie: ab Stufe 10 wählbar
katholische Religion: ab Klasse 5
evangelische Religion: ab Klasse 5
Sport: ab Klasse 5

Folgende Leistungskurse werden in der Oberstufe nicht angeboten:

  • Sport
  • Informatik

Des Weiteren werden folgende AGs = Arbeitsgemeinschaften angeboten:

  • Juli-AG
  • Amnesty International
  • Instrumentalunterricht für verschiedene Instrumente
  • Griechisch
  • Theater-AG
  • Spanisch-AG
  • Mathe-AG

MiNa[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Beginn des Schuljahren 2013/2014 existiert zudem das auf einen Wochentag beschränkte, offene Ganztagsangebot MiNa (kurz für Mittwoch Nachmittag). Dabei wird, unterteilt in drei Bereiche, ein weit gefächertes Angebot zur Verfügung gestellt:[2]

  1. Ein vielfältiges, kostenloses Kursangebot, unterrichtet von Eltern, der Volkshochschule (VHS) oder außerschulischen Moderatoren
  2. Hausaufgabenbetreuung in den Fächern Englisch, Französisch, Latein, Deutsch und Mathematik
  3. Weitere Projekte, wie Schüler helfen Schülern oder die Ausbildung von Mediatoren für Sozialkompetenz (SoKo-Projekt)

Besonderheiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf regionaler Ebene ist die Schule für ihr reichhaltiges Musikangebot bekannt, was in vielen Fällen weit über das Niveau klassischer Schulaufführungen hinaus reicht. Die Leitung der einzelnen Gruppen wird von Lehrern durchgeführt.

  • Bigband der Schule unter Leitung von Herrn Reckenfelderbäumer[3] (AJG-Bigband & Bigband Benjamins)
  • Chorarbeit Sekundarstufe I unter Leitung von Frau H. Weber
  • Chorarbeit Sekundarstufe II unter Leitung von Herrn H. Blumenroth
  • Streichorchester unter Leitung von Frau B. Bartels
  • Oldie Revue in der Stadthalle Rheine und in umliegenden Orten (Im 2-Jahres-Wechsel mit den Musicals)
  • Aufführung von Musicals (1993: „Oliver!“, 1997: „Tom Sawyer“, 2001: „Winnifred – Once upon a Mattress“, 2005: „Linie 1“, 2009: „Die Piraten von Penzance“, 2013: „Spring Awakening“) und Theaterstücken auch in der Stadthalle Rheine

Des Weiteren werden die musikalischen Darbietungen professionell aufgezeichnet und für gute Zwecke verkauft.

Da sich das „AJG“ in der Trägerschaft einer katholischen Körperschaft befindet, setzt es besondere Akzente im religiösen Bereich. Hierzu zählen regelmäßige Gottesdienste in der Schulkirche und gemeinsames Gebet vor Unterrichtsbeginn in den Klassen. Auch engagiert sich das Privatgymnasium bei vielen sozialen Projekten.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pater Hermann Bickel („Schimmel“), ehemaliger Lehrer am AJG, wohnte bis zum 30. Juni 2008 als Pensionär im Missionshaus St. Arnold. Er ist aus vielen Fernsehsendungen bekannt als Zauberpater.
  • Matthias Weischer, einer der bekanntesten Künstler der Gegenwart (Leipziger Schule), war 1993 Abiturient am AJG.
  • Christoph Hegge, am 31. Mai 2010 zum Weihbischof im Bistum Münster ernannt. Er war Schüler am AJG und erwarb hier das Abitur.
  • Thomas Aders, ARD-Korrespondent, machte 1981 sein Abitur am AJG.
  • Dennis Grote, ehemaliger Fußballbundesligaspieler, zurzeit spielt er beim Chemnitzer FC
  • Ulrich Deupmann, Journalist, machte 1984 sein Abitur am AJG

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Arnold Janssen-Gymnasium 1929–2004. Festschrift zum 75-jährigen Jubiläum. Emsdetten 2004, 168 S.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivlink (Memento des Originals vom 28. September 2012 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ajg.eu
  2. MiNa-Angebot des AJG (Memento des Originals vom 1. März 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/ajg.eu, abgerufen am 1. März 2014
  3. Artikel Bigband und Benjamins, Arnold-Janssen-Gymnasium, abgerufen am 30. Juni 2016