Arnold Nöldeke (Denkmalpfleger)

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Arnold Wilhelm Paul Otto Nöldeke (* 12. Juli 1875 in Essen; † 25. November 1964 in Hannover) war ein deutscher Architekt, Bauforscher, Denkmalpfleger, und Landesbaurat in Hannover.

Leben[Bearbeiten]

Arnold Nöldeke besuchte das Lyceum I in Hannover.[1] Mit einer Begabung im Zeichnen und Malen hatte Arnold Nöldeke sich im Studium „anfangs der Architektur und den bildenden Künsten zugewandt“, dann aber der Kunstgeschichte und vor allem der Archäologie. Seine Interessensgebiete reichten darüber hinaus über „Geschichte und Technik bis hin zu geographischer Forschung und Völkerkunde“. 1909 wurde er an der Universität Erlangen mit einer Arbeit zur Moschee des al-Husains in Kerbela promoviert. Während seines Studiums wurde er in Hannover Mitglied des Corps Macaro-Visurgia.[2]

Nöldeke beherrschte sowohl die türkische als auch die arabische Sprache. 1902 ging er unter Robert Koldewey erstmals zu Ausgrabungen nach Mesopotamien, „nach Babylon zur Freilegung des Ischtar-Tores und der Prozessionsstraße“.[3] Von 1931 und 1939 leitete Nöldeke die Ausgrabungen von Uruk/Warka. Zwischen den Ausgrabungskampagnen kehrte er jedoch regelmäßig zu den Denkmalen in seiner Heimat zurück.

So arbeitete Nöldeke ab 1915 „während 25 Jahren unter den Provinzialkonservatoren Prof[essor] Siebern und Prof[essor] Deckert an der Erfassung der Kunstdenkmale der damaligen Provinz Hannover“. Dort „entzifferte [er] verwitterte Grabsteine, ging der Baugeschichte nach, suchte Zusammenhänge und Daten zu klären und die Kunstwerke in ihren Werten zu fassen“. Der „mittelalterliche Kreuzstein als Gegenstand historischer Betrachtungsweise [war ihm] gleichwertig einem babylonischen Ziegelrelief.“

Arnold Nöldeke war korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts.

Schriften[Bearbeiten]

Denkmale in Niedersachsen[Bearbeiten]

In der Schriftenreihe

  • Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover, hrsg. von der Provinzial-Kommission zur Erforschung und Erhaltung der Denkmäler der Provinz Hannover

bearbeitete Nöldeke folgende Kreise, die sich in „seinen“ Schriften niederschlugen[3]:

Weiterhin widmete sich Nöldeke der Stadtgeschichte Hannover; sein Band „Stadt Hannover [hat] besonderen dokumentarischen Wert erlangt“: Nöldeke ist der „vielzitierte und letzte Chronist, der“ noch das alte Stadtbild sorgfältig bis zu den Details eines gotischen Staffelgiebels erfasste, bevor es 1943 im Zweiten Weltkrieg durch die Luftangriffe auf Hannover in Trümmer fiel.[3]

  • 1932: Stadt Hannover Die Kunstdenkmale der Stadt Hannover
    • Teil 1, Denkmäler des "alten" Stadtgebietes Hannover, Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover Bd. 1, H. 2, Teil 1, Hannover, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Schulzes Buchhandlung, 1932
    • Teil 2, Denkmäler der eingemeindeten Vorörter. Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover Bd. 1, H. 2, Teil 2, Hannover, Selbstverlag der Provinzialverwaltung, Schulzes Buchhandlung, 1932

und ähnlich

Noch nach seiner Pensionierung in der Stellung eines Landbaurates hatte Nöldeke maßgebliche Mitwirkung am Band von

Abgeleitet aus den Beschreibungen von Hannover erschien posthum (2003)

  • Arbeitsgemeinschaft Mensch-Natur-Geschichte (Hannover): Linden: Ortsgeschichte, Martinskirche, von Altensches Rittergut, Landesherrlicher Küchengarten, Herzogliches Jagdzeughaus, Villa auf dem Lindener Berg, Herrschaftlicher Speicher, Windmühle / AG Mensch-Natur-Geschichte. Nach den Bearbeitungen von Arnold Nöldeke aus dem Jahre 1932. Schriftenreihe „Zur Geschichte Lindens“, Bd. 13. Hannover 2003

Ausgrabungen in Irak (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Das Heiligtum al-Husains zu Kerbelâ. Berlin 1909 (= Dissertation an der Universität Erlangen)
  • Vierter vorläufiger Bericht über die von der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft in Uruk unternommenen Ausgrabungen. Verlag der Akadademie der Wissenschaften, Berlin 1932. (Reihe: Abhandlungen der Preußischen Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse)
  • mit H. Lenzen: Elfter vorläufiger Bericht über die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Uruk-Warka unternommenen Ausgrabungen. Verlag der Akademie der Wissenschaften, Berlin 1940. (Reihe Abhandlungen der Preußischen Akademie der Wissenschaften, Philosophisch-Historische Klasse)

Literatur[Bearbeiten]

  • Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender. de Gruyter, Berlin. Ausgabe 7, 1950, S. 1467. Ausgabe 11, 1970, S. 3429
  • Arnold Nöldeke †. In: Niedersächsische Denkmalpflege. Bd. 5: 1960 – 1964. August Lax Verlagsbuchhandlung, Hildesheim 1965, S. 91-92.
  • Elisabeth Weber-Nöldeke: Altiki der Finder. Memoiren eines Ausgräbers. Arnold Nöldeke. Olms, Hildesheim/Zürich/New York 2003, ISBN 3-487-11732-0.
  • Margarete van Ess, Elisabeth Weber-Nöldeke (Hrsg.): Dr. Arnold Nöldeke: Briefe aus Uruk-Warka 1931 - 1939. Dr. Ludwig Reichert Verlag, Wiesbaden 2008, ISBN 978-3-89500-485-8 Beschreibung.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Arnold Nöldeke: Jugend. In: Elisabeth Weber-Nöldeke (Hrsg.): Altiki der Finder. Memoiren eines Ausgräbers. Georg Olms Verlag, Hildesheim/Zürich/New York 2003, ISBN 3-487-11732-0, S. 15ff., hier: S. 23.
  2. Anschriftenliste des Weinheimer SC. Stand: Januar 1928. Darmstadt 1928, S. 185.
  3. a b c Arnold Nöldeke †. In: Niedersächsische Denkmalpflege. Bd. 5: 1960 – 1964. August Lax Verlagsbuchhandlung, Hildesheim 1965, S. 91-92.