Arnold Odermatt

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Arnold Odermatt (links im Bild) & John Waters (rechts), Vernissage Fotomuseum Winterthur 2004.

Arnold Odermatt (* 29. Mai 1925 in Oberdorf, Kanton Nidwalden) ist ein Schweizer Polizist und Fotograf. Arnold Odermatts Arbeiten wurden 2001 von Harald Szeemann für die 49. Biennale Venedig ausgewählt. 2002 zeigte sie das The Art Institute of Chicago und 2004 das Fotomuseum Winterthur.

Biographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arnold Odermatt trat 1948 in die Nidwaldner Polizei ein. Unfallorte, zu denen er gerufen wurde, fotografierte er mit einer Rolleiflex, um das polizeiliche Protokoll mit Fotos zu ergänzen. In einer alten Toilette des Wachtpostens in Stans richtete er eine provisorische Dunkelkammer ein. Als die Wache Jahre später in ein neues Gebäude umzog, erhielt der vielleicht erste Polizeifotograf der Schweiz ein eigenes Labor.

Arnold Odermatts Vorbild war der Magnum-Photograph Werner Bischof. Er traf ihn zufällig – ohne ihn zu erkennen –, als er bei einem Sicherheitseinsatz auf dem Bürgenstock den Schauspieler Charlie Chaplin photographieren wollte. Odermatts eigener Stil war geprägt von strenger Sachlichkeit und konsequenter Reduktion auf das Wesentliche. Der spartanische sprachliche Ausdruck, der seine Polizeiberichte auszeichnete, findet sich auch in Odermatts Aufnahmen wieder. Die handwerkliche Meisterschaft ist unbestreitbar, nichts Wichtiges entgeht seinem photographischen Auge. In Karambolage, seiner bekanntesten Werkreihe, sind nicht die versehrten Opfer zu sehen, sondern Autowracks als der Realität entrückte, surreale Schrottskulpturen.

Vierzig Jahre lang hielt Arnold Odermatt den Nidwaldner Polizeialltag in Fotos fest. Nur gelegentlich interessierte sich die Lokalpresse, das Gericht oder eine Versicherung für seine Aufnahmen. Anfang der neunziger Jahre wurden Arnold Odermatts Fotografien von seinem Sohn, dem Regisseur Urs Odermatt, bei den Recherchen zu dessen Spielfilm Wachtmeister Zumbühl entdeckt und zu einem zentralen Thema der Geschichte gemacht. Urs Odermatt stellte die Arbeiten zu den Werkgruppen Karambolage, Im Dienst, In zivil, Feierabend und In Rente zusammen und gibt seither das Werk heraus.

Einzelausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017 - Feierabend. Galerie Springer, Berlin.
  • 2017 - Werkausstellung. Photobastei, Zürich.
  • 2015 - Arnold Odermatt: 90th Birthday, Selected Works 1948-2015. Galerie Springer, Berlin.
  • 2015 - Karambolage. Atelier Jungwirth, Graz.
  • 2014 - Karambolage 1948-1995, Unknown Works. Galerie Springer, Berlin.
  • 2013 - Das Dorf als Welt. Nidwaldner Museum, Stans.
  • 2012 - Arnold Odermatt. La Chambre, Straßburg.
  • 2012 - Arnold Odermatt. Espace d’Art Contemporain Fernet Branca, Saint-Louis (Elsass).
  • 2012 - Arnold Odermatt. L’Été photographique de Lectoure, Lectoure (Gascogne). ISBN 978-2-919077-12-0.
  • 2011 - Heimat. Buchmann Galerie, Berlin.
  • 2011 - On and Off Duty. Galerie Georges-Philippe & Nathalie Vallois, Paris.
  • 2010 - On Duty. Amador Gallery, New York.
  • 2010 - In zivil. Springer & Winckler Galerie, Berlin.
  • 2010 - Arnold Odermatt. Leo Koenig Inc. Projekte, New York.
  • 2009 - Karambolage. Miesiąc Fotografii w Krakowie, Krakau. ISBN 978-83-928967-0-8.
  • 2009 - Project room: Arnold Odermatt. Galerie Georges-Philippe & Nathalie Vallois, Paris.
  • 2008 - Focus Photographie: Arnold Odermatt. Galerie Lelong, Zürich.
  • 2006 - Im Dienst. Springer & Winckler Galerie, Berlin.
  • 2005 - Arnold Odermatt. Museum im Bellpark, Kriens.
  • 2005 - Arnold Odermatt. Centro Cultural Okendo, San Sebastián. ISBN 84-96431-06-1.
  • 2004 - Kantonspolizei Nidwalden. Springer & Winckler Galerie, Berlin.
  • 2004 - Arnold Odermatt. Galería Arnés y Röpke, Madrid.
  • 2004 - Karambolage. Rathaus, Fellbach.
  • 2004 - Karambolagen. Fotomuseum Winterthur, Winterthur.
  • 2004 - Arnold Odermatt. Galerie Sabine Knust, München.
  • 2004 - Arnold Odermatt. James Kelly Contemporary, Santa Fe.
  • 2003 - Arnold Odermatt. Paul Morris Gallery, New York.
  • 2003 - Arnold Odermatt. Washington University Gallery of Art, St. Louis. Katalog.
  • 2002 - Arnold Odermatt. The Art Institute of Chicago, Chicago. Katalog.
  • 2002 - Karambolage. Centre rhénan de la photographie, Straßburg.
  • 2002 - Die Biennale-Auswahl. 32 Photographien für Venedig 2001. Springer & Winckler Galerie, Berlin. ISBN 3-00-009666-3.
  • 2002 - Karambolage. Museum Morsbroich, Leverkusen. ISBN 3-925520-64-3.
  • 2001 - Carambolages. Centre de la photographie, Genf.
  • 2000 - Karambolagen und andere Photographien. Springer & Winckler Galerie, Berlin.
  • 1998 - Karambolage. Polizeipräsidium, Frankfurt am Main.
  • 1996 - Meine Welt. Viewpoint Gallery, Salford.
  • 1993 - Arnold Odermatt. Seeplatz 10, Buochs.

Ausstellungsbeteiligungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arnold Odermatt: Ein gutes Bild muss scharf sein! Herausgegeben von Markus Hartmann. Hartmann Projects, Stuttgart 2017. ISBN 978-3-96070-009-8.
  • Arnold Odermatt: Feierabend. Après le boulot. After Work. Herausgegeben von Urs Odermatt. Steidl Verlag, Göttingen 2016. ISBN 978-3-86930-973-6.
  • Caroline Recher: Arnold Odermatt, par-delà les sept montagnes. L’œil candide de l’artiste non-homologué. In: Études photographiques 28, Paris 2011.
  • Arnold Odermatt. Mit einem Text von Caroline Recher. Diaphane éditions, Montreuil sur Brèche 2012, ISBN 978-2-919077-12-0.
  • Arnold Odermatt: In zivil. Hors service. Off Duty. Herausgegeben von Urs Odermatt. Steidl Verlag, Göttingen 2010, ISBN 978-3-86521-796-7.
  • Arnold Odermatt: Im Dienst. En service. On Duty. Herausgegeben von Urs Odermatt. Steidl Verlag, Göttingen 2006, ISBN 3-86521-271-9. Deutscher Fotobuchpreis 2008.
  • Arnold Odermatt: Karambolage. Herausgegeben von Urs Odermatt. Deutsch, Französisch, Englisch. Steidl Verlag, Göttingen 2003, ISBN 3-88243-866-5.
  • Arnold Odermatt: Meine Welt. Photographien/Photographs 1939-1993. Herausgegeben von Urs Odermatt. Benteli Verlag, Bern 1993, 2001 und 2006, ISBN 3-7165-0910-8. Kodak-Fotobuch-Preis 1993.
  • Arnold Odermatt: Die Biennale-Auswahl. 32 Photographien für Venedig 2001. Mit einem Text von Harald Szeemann. Galerie Springer & Winckler, Berlin 2002, ISBN 3-00-009666-3.
  • Arnold Odermatt: Karambolage. Museum Morsbroich, Leverkusen 2002, ISBN 3-925520-64-3.
  • Urs Odermatt: Wachtmeister Zumbühl. Drehbuch zu einem Spielfilm mit 79 Standphotos von Arnold Odermatt. Benteli Verlag, Bern 1994, ISBN 3-7165-0960-4.

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den sechziger Jahren dokumentierte Arnold Odermatt den frühen Schweizer Autobahnbau bei Acheregg und Loppertunnel mit umfangreichem Photo- und 16-mm-Schwarzweissfilmmaterial. Urs Odermatt hat 1991 aus diesem historischen Filmmaterial den Dokumentarfilm Lopper zusammengestellt.

Als Standphotograph hat Arnold Odermatt in den neunziger Jahren bei den Kinofilmen Rotlicht!, Gekauftes Glück und Wachtmeister Zumbühl von Urs Odermatt die Dreharbeiten begleitet.

In Wachtmeister Zumbühl erzählt Urs Odermatt die Geschichte eines leidenschaftlich photographierenden Polizisten. Arnold Odermatt photographiert als Standphotograph sein Alter Ego Michael Gwisdek als Wachtmeister Zumbühl.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]