Arnold Spuler

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Arnold Spuler

Arnold Spuler (* 1. Juni 1869 in Durmersheim in Baden[1]; † 15. März 1937 in Aidenried am Ammersee) war ein deutscher Arzt, Entomologe (Lepidopterologe), Universitätsprofessor und Politiker (DNVP und BMP).

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Vater war ein praktischer Arzt und mit einer Tochter des Oberschulrats Joseph Frick verheiratet.[1]

Nach dem Besuch des Gymnasiums in Karlsruhe gehörte Spuler von 1887 bis 1888 dem 2. badischen Feldartillerie-Regiment Nr. 30[1] an. Anschließend studierte er Naturwissenschaften und Medizin in Freiburg im Breisgau und Berlin. 1891 promovierte er zum Dr. phil. 1893 erhielt er die ärztliche Approbation.

Im Herbst 1893 wurde Spuler erster Assistent am anatomischen Institut der Universität Erlangen. 1895 promovierte er dort zum Dr. med. und ein Jahr später, 1896, habilitierte er mit seinem Beitrag zu Binde- und Stützsubstanzen zum Privatdozenten. 1903 wurde Spuler zum außerordentlichen Universitätsprofessor berufen und befasste sich mit den zoologischen Themen.[2] 1905 beschrieb er erstmals den Allophyes corsica, 1910 kam noch der Aspilapteryx Spuler[3] und die Gattung Infurcitinea Spuler hinzu.[4]

Von 1914 bis 1918 nahm Spuler als Oberstabsarzt am Ersten Weltkrieg teil. Nach dem Krieg wurde Spuler Mitglied der DNVP, für welche er auch ab 1924 im Reichstag saß.[5] 1920 wurde er zum ordentlichen Universitätsprofessor der Histologie und Entwicklungsgeschichte an der Universität Erlangen berufen.

Von 1920 bis 1924[5] saß er für die Bayerische Mittelpartei als Abgeordneter für den Stimmkreis Lindau, Sonthofen, Kempten, Illertissen-Neu-Ulm, Augsburg und Schwabmünchen im Bayerischen Landtag.[6] Er war in unterschiedlichen Landtagsausschüssen aktiv und er schrieb an einer Änderung der Bamberger Verfassung mit, welche Ende 1923 ratifiziert wurde.[7] Spuler war von 1920 bis 1924 Mitglied des Eisner-Ausschusses. Anschließend war er von Dezember 1924 bis Mai 1928[5] im dritten Reichstag der Weimarer Republik, in dem er den Wahlkreis 24 (Oberbayern-Schwaben) vertrat. 1927 war er maßgeblich bei der Diskussion und letztendlichen Zustimmung zum Gesetz zur Bekämpfung der Geschlechtskrankheiten (GBG) beteiligt.[8][9]

Spuler verfasste anatomische, entwicklungsgeschichtliche, biologische und zoologische Abhandlungen sowie Bücher über Schmetterlinge. Das mehrbändige Werk Die Schmetterlinge Europas (Titel Band 4: Die Raupen der Schmetterlinge Europas) aus dem Jahr 1908 galt über Jahrzehnte als Standardwerk der Lepidopterologie.

Spuhler war Mitglied des Deutschen Alpenvereins[10] und besaß ein Bauernhof in Aidenried,[11] seinem Sterbeort.

Nach ihm ist der Spulers Glasflügler (Synanthedon spuleri) benannt.

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Zur Phylogenie und Ontogenie des Flügelgeäders der Schmetterlinge. 1892.
  • Beiträge zur Histologie und Histiogenese der Binde- und Stützsubstanz. Wiesbaden 1896.
  • Beiträge zur Histogenese des Mesenchyms. 1897.
  • Übersicht der lepidopteren-Fauna des Grossherzogtums Baden. 1898.
  • Über die Teilungserscheinungen der Eizelle in degenerierenden Follikeln des Säugerovariums. Wiesbaden 1901.
  • Die Raupen der Schmetterlinge Europas. 1904.
  • Die Schmetterlinge Europas. 1908. (mit Ernst Hofmann)
  • Die sogenannten Kleinschmetterlinge Europas einschließlich der primitiven Familien der sogenannten Grossschmetterlinge, sowie der Nolidae, Syntomidae, Nycteolidae und Arctiidae. Stuttgart 1913. (Dissertation)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Physikalisch-medicinische societät zu Erlangen: Sitzungsberichte. 1938, S. xxiii (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Olaf Willett: Sozialgeschichte Erlanger Professoren 1743-1933. Vandenhoeck & Ruprecht, 2001, ISBN 3-525-35161-5, S. 144 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  3. Zeitschrift der Arbeitsgemeinschaft österreichischer Entomologen. 1982, S. 1 ff. (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  4. Reinhard Gaedike: Tineidae I: (Dryadaulinae, Hapsiferinae, Euplocaminae, Scardiinae, Nemapogoninae and Meessiinae). BRILL, 2015, ISBN 978-90-04-28916-1, S. 110 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  5. a b c Manfred Kittel: Provinz zwischen Reich und Republik: Politische Mentalitäten in Deutschland und Frankreich 1918–1933/36. Oldenbourg Verlag, 2009, ISBN 978-3-486-59610-6, S. 519 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  6. Der Landtag 1920–1924 (2. Wahlperiode). Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg, abgerufen am 1. Dezember 2019.
  7. Spuler, Prof.Dr. Arnold. Abgerufen am 1. Dezember 2019.
  8. Malte König: Der Staat als Zuhälter: Die Abschaffung der reglementierten Prostitution in Deutschland, Frankreich und Italien im 20. Jahrhundert. Walter de Gruyter GmbH & Co KG, 2016, ISBN 978-3-11-046233-3, S. 63, 66, 143 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  9. Matthias Willing: Das Bewahrungsgesetz (1918–1967): eine rechtshistorische Studie zur Geschichte der deutschen Fürsorge. Mohr Siebeck, 2003, ISBN 3-16-148204-2, S. 80 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  10. Olaf Willett: Sozialgeschichte Erlanger Professoren 1743-1933. Vandenhoeck & Ruprecht, 2001, ISBN 3-525-35161-5, S. 301 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  11. Charles Robert Bacheller: Class and Conservatism: The Changing Social Structure of the German Right, 1900-1928. University of Wisconsin, 1976, S. 458 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).