Arnold Wolff

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Arnold Wolff im Dachstuhl des Kölner Doms am 18. Oktober 2003

Arnold Wolff (* 26. Juli 1932 in Wevelinghoven, Kreis Grevenbroich; † 24. Dezember 2019 in Köln[1][2]) war ein deutscher Architekt. Er war von 1972 bis 1998 Kölner Dombaumeister und Leiter der Dombauhütte der Hohen Domkirche zu Köln.[3] Von 1986 bis 1997 war er Professor für Restaurierung und Konservierung an der Fachhochschule Köln.[4]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arnold Wolff, Sohn eines Lehrerehepaars, wuchs mit vier jüngeren Geschwistern in Kapellen/Erft auf.[5] Bereits in seiner Kindheit und Jugend interessierte er sich für historische Bauten.[6] Er besuchte von 1942 bis 1954, anfangs mit kriegsbedingten Unterbrechungen, das Gymnasium in Neuss. Nach einem Semester des Lehramtsstudiums an der Pädagogischen Akademie in Köln studierte Wolff ab November 1954 Architektur an der RWTH Aachen, wo er im Herbst 1961 mit Diplom graduierte.[5]

An der RWTH wurde der Kölner Dombaumeister Willy Weyres, der einen Lehrauftrag in Aachen hatte, auf den Studenten Wolff aufmerksam. Bereits in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren leistete er Arbeiten für den Kölner Dom (Aufnahme des Dreikönigenschreins im Maßstab 1:1), bevor ihn Willy Weyres schließlich im Mai 1962 als Architekt in der Kölner Dombauverwaltung einstellte.[7] 1968 wurde Wolff an der RWTH mit einer Dissertation über die erste Bauzeit des gotischen Domes promoviert. Mit dieser Arbeit setzte er neue Maßstäbe im Bereich mittelalterlicher Bauarchäologie, sie ist noch heute in ihren wesentlichen Ergebnissen aktuell und die Grundlage jeder baugeschichtlichen Beschäftigung mit dem Kölner Dom.

1972 folgte er seinem Lehrer Weyres im Amt des Kölner Dombaumeisters nach, das er bis zum Jubiläumsjahr 1998 innehatte. In diesen Jahren wurde nicht nur das Dombauarchiv neu organisiert, sondern auch die Dombauhütte Köln neu gebaut und der hauseigene „Verlag Kölner Dom“ gegründet.[8] Neben den immensen Wiederherstellungs- und Erhaltungsarbeiten am Dom fand unter seiner Leitung auch eine neue Würdigung der künstlerischen Leistung des 19. Jahrhunderts statt. Dies betrifft in erster Linie die Wiedereinsetzung des großen Westfensters von Carl Julius Milde, das in den Jahren von 1865 bis 1870 geschaffen und im Zweiten Weltkrieg ausgebaut und doch beschädigt wurde.[7]

1986 ernannte ihn die Landesregierung Nordrhein-Westfalen zum Professor. Er lehrte an der Fachhochschule Köln im Fachbereich Restaurierung und Konservierung.[4] Arnold Wolff wirkte außerdem als Autor und Herausgeber für die wissenschaftliche Erforschung und die Popularität des Kölner Domes.

Wolff war verheiratet mit Gerta Ramjoue (1935–2018), Verfasserin des mehrfach aufgelegten Stadt- und Museumsführers Das römisch-germanische Köln (1981). Aus der Ehe stammen drei Töchter und ein Sohn.[6]

Anlässlich seines 70. Geburtstags ehrte die Dombauhütte Wolff 2002, indem ein Wasserspeier am Kölner Dom die Form eines Wolfes, der eine Fliege trägt und einen Wolf hält, erhielt – drei Anspielungen auf Arnold Wolff.[2]

Arnold Wolff starb an Heiligabend 2019 und wurde am 11. Januar 2020 auf dem Kölner Zentralfriedhof Melaten beigesetzt.[9]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Portal: Kölner Dom – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Kölner Dom

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. [https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunst/zum-tod-des-koelner-dombaumeisters-arnold-wolff-16557503.amp.html Frankfurter Allgemeine Kunst vom 29. Dezember 2019: Zum Tod von Arnold Wolff. Kölns erster Diener des Doms, von Andreas Rossmann], abgerufen am 30. Dezember 2019
  2. a b Martin Mölder: Früherer Dombaumeister Arnold Wolff ist tot: „Ein kleiner Mann, der sich voll für den Dom einsetzte“. In: Domradio.de. 28. Dezember 2019, abgerufen am 28. Dezember 2019 (Interview Barbara Schock-Werner, seiner Nachfolgerin).
  3. Metropolitankapitel der Hohen Domkirche zu Köln: Nachruf Arnold Wolff, FAZ vom 4. Januar 2020
  4. a b In: Koken Nomura: 36 Ansichten des Kölner Doms. Edition Rosenbaum, Köln 2004, ISBN 3-9809262-0-6.
  5. a b Arnold Wolff: Lebenslauf. In: derselbe: Chronologie der ersten Bauzeit des Kölner Domes 1248-1277. RWTH Aachen, Dissertation 1968. Sonderdruck aus: Kölner Domblatt 28. und 29. Folge, 1968. J. P. Bachem, Köln 1968, OCLC 74076478.
  6. a b Paul Behrens: Meister Arnold der Zweite: Arnold Wolff ist seit 25 Jahren Dombaumeister in Köln. In: Die Zeit. 1. August 1997, abgerufen am 28. Dezember 2019.
  7. a b Matthias Deml: 80. Geburtstag von Dombaumeister Arnold Wolff. In: Dombauhütte Köln. 25. Juli 2012, abgerufen am 28. Dezember 2019.
  8. a b c Biografie Arnold Wolff. In: Who’s Who. Abgerufen am 29. Januar 2017.
  9. Grabstätte in der Datenbank von Find a Grave. Abgerufen am 11. Mai 2020 (englisch).
  10. AAS 91, 1999, S. 1016.