Arnold von Arnoldsweiler

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Der hl. Arnold von Arnoldsweiler im Wappen von Arnoldsweiler
Figur des hl. Arnold (18. Jh.) in Groß St. Arnold, Arnoldsweiler

Arnold von Arnoldsweiler (* im 8. Jahrhundert; † um 800 in Ginnizweiler, heute Düren-Arnoldsweiler) ist ein Heiliger der römisch-katholischen Kirche und war Musiker (Harfenspieler und Sänger) am Hof Karls des Großen. Sein Gedenktag ist der 18. Juli.

Lebensdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ebenso wie sein genaues Geburtsjahr ist auch sein Geburtsort unbekannt. Eventuell stammte er aus dem Grenzgebiet zu Griechenland (lat. Graecia), möglicherweise handelt es sich bei dieser Angabe in der erst im 14. Jh. entstandenen, ältesten erhaltenen Abschrift der lateinischen Vita sancti Arnoldi confessoris aber um einen Schreibfehler und gemeint war die Gegend um Graz (lat. Graetia).

Gestorben ist Arnold um 800 in Ginizuuilere (= Ginizwilere = Ginnizweiler, später in Arnoldsweiler umbenannt), wo er auch bestattet wurde. Sein Grab wird dort bis heute in der Arnoldskapelle verehrt.

Dass es sich bei Arnold um eine historische Persönlichkeit mit engem Kontakt zu Karl dem Großen handelt, beweist unter Hinzuziehung von vielen Quellen Willi Arnolds in seiner wissenschaftlichen Abhandlung " Arnold von Arnoldsweiler - Geschichte und Überlieferung" (Erzbischöfliche Diözesan- und Dombibliothek mit Bibliothek St. Albertus Magnus, Köln 2015)

Anerkennung der Heiligenverehrung durch den Papst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein Sterbe- und Begräbnisort wurde zwischen 922 und 1168 nach seinem Namen in Arnoldsweiler (wilre sancti Arnoldi) umbenannt. Er ist heute ein Stadtteil von Düren. Im Volk wurde Arnold also mindestens seit dieser Zeit als Heiliger verehrt und gilt als Schutzpatron der Musiker, Organisten, Musikinstrumentenbauer sowie für einen guten und sanften Tod. Neben einer Urkunde von 1339 findet sich eine gesicherte, früheste Erwähnung der Person Arnolds erst in der obengenannten Abschrift seiner Vita, beides also erst ca. 500 Jahre nach seinem Tod. Aufgrund dessen wurde zeitweise sogar die Rechtmäßigkeit seiner Verehrung als Heiliger angezweifelt. Im Jahr 1886 erkannte Papst Leo XIII. den Kult für das Erzbistum Köln an und bestätigte die zu dieser Zeit wahrscheinlich etwa 1000 Jahre alte Tradition. Schon 1914 wurde das Fest am Arnoldustag, dem 18. Juli, wieder zu einem Gedächtnistag herabgestuft, seit 1987 ist es dann erneut als nicht gebotener Gedenktag für das Bistum Aachen anerkannt.

Leben und Legende[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Vita Arnolds (vgl. auch Heiligenlegende) wurde nicht nur abgeschrieben, sondern auch übersetzt und nacherzählt. Da über ihn keine früheren und ohnehin nur wenige schriftliche oder urkundliche Zeugnisse existieren, ist aus heutiger Sicht nicht mit Sicherheit festzustellen, inwieweit genau die Lebensgeschichte Arnolds auf realen Fakten beruht, und wo sie sich im Laufe der Zeit mit Legenden vermischt und erweitert hat.

Der Ritt um den Bürgewald[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Karl der Große mit seinem Gefolge im Bürgewald (ein Waldgebiet nördlich von Düren zwischen Rur und Erft, im Bereich des heutigen Braunkohlentagebaus Hambach) zur Jagd ging, begleitete Arnold die Gesellschaft. Er bemerkte dabei die große Armut der Dorfbewohner ringsumher, die sich darüber beklagten, dass der Wald königliches Eigentum sei und sie deshalb unter Mangel an Brennholz litten, weil sie es nicht wagten, etwas vom Waldboden aufzuheben.

Als König Karl eines Tages bei einer Jagd in den Wäldern in der Nähe von Düren zwischen Aachen und Köln rastete, um Gastmahl zu halten, bat Arnold darum, der Frankenherrscher möge ihm soviel von dem Wald schenken, wie er während der Dauer des Mahls umreiten würde. Der Wunsch wurde ihm gewährt. Der listige Arnold hatte sich zuvor in den umliegenden Dörfern frische Pferde bereitstellen lassen und vollbrachte es im Staffelritt, den gesamten Wald zu umrunden, noch bevor das Mahl vorüber war.

Karl der Große war Arnold wohlgesinnt und war ihm nicht böse über die List, die seine großzügige Geberlaune reichlich ausnutzte. Er schenkte ihm einen Ring zum Zeugnis, dass der Wald fortan ihm gehöre. Arnold verschenkte den Bürgewald weiter an die umliegenden Dörfer, wo er in der Folgezeit aus Dankbarkeit wie ein Heiliger verehrt wurde. Jahrhundertelang konnte das Waldstück von bis zu 49 angrenzenden Ortschaften genutzt werden.

In einer Erweiterung der Legende erschöpfte eines der Pferde vor Durst und eine Magd verweigerte das Wasser zur Erfrischung. Das Pferd scharrte daraufhin mit den Hufen im Boden und es sprudelte eine Quelle hervor, die noch heute den Namen Arnolduspötzsche (Arnoldusquelle) trägt. Die Frau soll aus dem Dorf Huchem-Stammeln (heute Gemeinde Niederzier) gewesen sein. Deshalb wäre dieser Ort vom Recht am Wald ausgeschlossen gewesen. In Wirklichkeit war er damals keine selbständige Pfarrgemeinde. Noch heute fehlt der Name dieser Ortschaft unter den Namenstafeln in der Arnolduskapelle, wo 15 der beschenkten Dörfer auf Namensschildern aufgelistet sind.

Die Wallfahrt nach Santiago de Compostela[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine weitere Geschichte handelt von der Wallfahrt Arnolds zum Grab des Apostels Jakobus des Älteren nach Santiago de Compostela in Spanien.

Im heutigen Südfrankreich kam er in eine Gegend, in der es seit Wochen nicht mehr geregnet hatte und die Bewohner Hunger litten. Arnold brach seine Wallfahrt ab; denn er wollte auch dort helfen und das Elend der Menschen lindern. Als seine eigenen Kräfte bereits nachließen und er den Tod schon vor Augen hatte, wünschte er sich, in seiner Heimat zu sterben. Er bat Gott, ihm zu zeigen, ob dies sehr bald geschehen werde. Arnold warf den Ring, den Karl der Große ihm geschenkt hatte, in die Garonne. Das Wiederauftauchen des Ringes sollte ihn auf den bevorstehenden Tod hinweisen. Sofort machte er sich auf den Heimweg und wohnte unterwegs vorübergehend bei einer gottesfürchtigen Witwe.

Eines Tages fanden Arme, denen er Geld zum Kauf von Lebensmitteln gegeben hatte, in einem Fisch einen Ring, den sie ihrem Wohltäter überreichten. Arnold erkannte seinen Ring wieder, dankte Gott für das Wunder und ging nun schneller als zuvor nach Hause. Er erreichte das Dorf Ginnizweiler und verstarb bald darauf.

Namenspatron[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der hl. Arnold von Arnoldsweiler ist der Namenspatron von Pater Arnold Janssen, dem Gründer der Steyler Missionare. Arnold Janssen wurde am 5. Oktober 2003 heiliggesprochen. Von den Steyler Missionaren wurde im Jahr 1928 in Neuenkirchen (Kreis Steinfurt) das Missionshaus St. Arnold gegründet. Die in der Nähe liegende Bahnstation Neuenkirchen Land wurde 1931 in Bahnhof St. Arnold umbenannt und der Neuenkirchener Ortsteil St. Arnold entstand.

Bürgewaldgemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Folgenden eine Aufzählung der Bürgewaldgemeinden: Angelsdorf, Arnoldsweiler, Berrendorf, Bettenhoven, Blatzheim, Buir, Ellen, Elsdorf (Rheinland), Esch, Etzweiler, Frankeshoven, Giesendorf, Glesch, Golzheim, Grouven, Hambach, Heppendorf, Höllen, Kerpen, Lich-Steinstraß, Manheim, Merzenich, Morschenich, Niederembt, Niederzier, Oberembt, Oberzier, Paffendorf, Rödingen, Sindorf, Tollhausen. Einige dieser Orte brachten bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts noch den Wachszins nach Arnoldsweiler. Heutzutage wird jedoch aus fast keinem dieser Orte mehr eine Kerze an das Arnoldusgrab gebracht, aber es gibt Ausnahmen. So brachte eine Gruppe aus Ellen in den 1980er Jahren eine Kerze (es blieb jedoch dabei) und Manheimer Pilger belebten in der Arnolduswoche 2013 diesen Brauch des Wachszinses wieder und opferten das erste Mal seit vermutlich über 100 Jahren eine Kerze am Arnoldusgrab in Arnoldsweiler.

Arnolduswoche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einmal im Jahr wird in der Woche des 18. Juli zu Ehren des hl. Arnold in Arnoldsweiler die Arnolduswoche gefeiert. Diese Arnolduswoche war noch bis in die 2000er Jahre eine ganze Oktav. Diese Arnoldusoktav wurde 1891 das allererste Mal gehalten. Zunächst dauerte die Oktav vom Sonntag vor dem 18. Juli bis zum Sonntag danach. Später wurde die Oktav aber schon Samstags eröffnet, wie heute noch die Annaoktav in Düren. Aufgrund sinkender Besucherzahlen wurde die "Oktav" in den 2000er Jahren immer kürzer, bis sie nun erst am Mittwoch anfängt. So ist der Ablauf der Arnolduswoche folgendermaßen: Mittwochs wird die Woche feierlich um 15 Uhr eröffnet. Diese Messe ist besonders für die kfd der Region Düren und der Bürgewaldgemeinden bestimmt. Seit ca. 2011 pilgert an diesem Tag auch eine Gruppe aus St. Anna in Düren zum hl. Arnold. Am Donnerstag findet am Nachmittag ein Workshop für Kinder statt und um 18.30 Uhr eine Hl. Messe für die Ortsvereine und die Matthiasbruderschaften des Bezirks Rur. Freitags findet morgens eine Laudes statt und um 18.30 Uhr eine Messe für die Schützenbruderschaften der Region Düren und der Bürgewaldgemeinden. Am Samstag findet um 11 Uhr eine Hl. Messe für Messdiener und Jugendliche des Dürener Landes und der Bürgewaldgemeinden statt. Im Anschluss wird auf Einladung der Pfarre und der Messdiener Arnoldsweiler an der alten Kirche gegrillt. Der Sonntag bildet den Abschluss der Festwoche. Am Morgen wird eine festliche Messe gehalten und anschließend geht eine Reliquienprozession durch das Dorf. Danach gibt es noch ein gemütliches Beisammensein um die alte Pfarrkirche. Nach den Messen in der Woche findet dieses Beisammensein im Schützenheim statt. (nach der Arnolduswoche 2013) In jedem Jahr steht diese Woche unter einem anderen Thema/Leitgedanken, welcher oft aus der Bibel genommen wird. Dies ist nun die heutige Form der Arnoldusverehrung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]