Arnsdorf

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Arnsdorf
Arnsdorf
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Arnsdorf hervorgehoben
Koordinaten: 51° 6′ N, 13° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Bautzen
Höhe: 290 m ü. NHN
Fläche: 35,87 km2
Einwohner: 4829 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 135 Einwohner je km2
Postleitzahl: 01477
Vorwahl: 035200
Kfz-Kennzeichen: BZ, BIW, HY, KM
Gemeindeschlüssel: 14 6 25 010
Gemeindegliederung: 4 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Bahnhofstraße 17
01477 Arnsdorf
Webpräsenz: www.gemeinde-arnsdorf.de
Bürgermeisterin: Martina Angermann (SPD/Bürgerforum e. V.)
Lage der Gemeinde Arnsdorf im Landkreis Bautzen
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Über dieses Bild

Arnsdorf ist ein Ort und der Verwaltungssitz der gleichnamigen Gemeinde im Landkreis Bautzen. Der Ort liegt nahe der Stadt Radeberg und etwa 15 Kilometer von der sächsischen Landeshauptstadt Dresden entfernt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angrenzende Gemeinden sind die Städte Großröhrsdorf und Radeberg sowie die Gemeinde Großharthau im Landkreis Bautzen, Dürrröhrsdorf-Dittersbach und die Stadt Stolpen im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge sowie die kreisfreie Stadt Dresden.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick auf die Gemeindeverwaltung

Die Gemeinde gliedert sich in die vier Gemeindeteile:

  • Arnsdorf; 7,80 km²; 2900 Einwohner
  • Fischbach; 10,57 km²; 1025 Einwohner
  • Kleinwolmsdorf; 11,11 km²; 488 Einwohner
  • Wallroda; 6,31 km²; 436 Einwohner (Stand: 3. November 2017)[2]

Die ehemals eigenständigen Gemeinden Fischbach und Wallroda wurden im Zuge der Gebietsreform am 1. Januar 1999 in die Gemeinde Arnsdorf eingegliedert.[3]

Kleinwolmsdorf war bereits am 1. April 1974 nach Arnsdorf eingemeindet worden.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verwaltungsgebäude des Sächsischen Krankenhauses Arnsdorf

Im 12. Jahrhundert gründeten Siedler aus dem fränkisch-thüringischen Raum das Waldhufendorf Arnsdorf. Zwischen dem Tanneberg und den sumpfigen Niederungen der Schwarzen Röder wurde die Besiedlungsfläche zu beiden Seiten des Dorfbaches aufgeteilt. Den Mittelpunkt der Ansiedlung bildeten das Erbgericht, die Kirche und später noch die Schule. Mit dem Anlegen von Steuerlisten durch den meißnischen Markgraf Friedrich III., dem Strengen (1332 bis 1381), wird „Arnoldistorf“ (Arnsdorf), genauso wie viele umliegende Orte, zum ersten Mal 1349/51 urkundlich erwähnt.[5]

1551 hatte das Dorf 26 besessene Mann und 43 Inwohner.[5] Die Dörfler lebten vorwiegend von der Landwirtschaft und der Fischzucht, 1813 waren noch 46 Teiche vorhanden. Nach 1815 wurde Torf im Karswald abgebaut.

Mit Radeberg und Stolpen war Arnsdorf durch die „Alte Salz- bzw. Böhmische Glasstraße“ verbunden. Nur langsam stieg die Zahl der Einwohner. 1633 betrug sie etwa 300 Personen. Kriege, in deren Folge oft Hungersnot und Krankheiten auftraten, brachten immer wieder Rückschläge. So brannten 1631 die Kirche, das Erbgericht und eine Reihe Anwesen des Mitteldorfes ab. In den folgenden Jahren wütete die Pest. 1834 hatte Arnsdorf 512 Einwohner.

Am 21. Dezember 1845 wurde die Eisenbahnstrecke DresdenBischofswerda der Sächsisch-Schlesischen Eisenbahn eingeweiht. Die Züge hielten am Haltepunkt Fischbach. Noch heute erinnert der Flurname „Alter Bahnhof“ daran. Am 15. Oktober 1875 wurde der Arnsdorfer Bahnhof eröffnet. Als Eisenbahnknotenpunkt der Linien Görlitz–Dresden und Kamenz–Pirna bekam der Ort eine günstige Verkehrslage. Betriebe der Holz-, Metall- und Glasbranche siedelten sich an. Die Wandlung vom reinen Bauerndorf zum Industrie- und Wohnort begann.

Die Bebauung des Geländes um den Bahnhof und die Einrichtung der Glashüttensiedlung ließ die Zahl der Einwohner bis 1910 auf 1.773 ansteigen.

Anstalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Höhepunkt der Entwicklung bildete die Eröffnung der Königlich-Sächsischen Heil- und Pflegeanstalt Arnsdorf am 1. April 1912, die heute als Sächsisches Krankenhaus Arnsdorf eine der größten Sachsens ist und für einen überdurchschnittlichen Bekanntheitsgrad Arnsdorfs in Ostsachsen sorgt. In der Zeit des Nationalsozialismus waren Arnsdorfer Psychiater und Pflegepersonal an der sogenannten „Euthanasie“ beteiligt. Die Anstalt diente in der Aktion T4 als Zwischenanstalt für die Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein, wobei über 2600 Patienten aus und über Arnsdorf nach Pirna verlegt und ermordet wurden.

Zwischen den beiden Weltkriegen wurden die heutige Karswaldsiedlung, die Dr.-Kurt-Fischer-Siedlung, Randsiedlung und die Häuser um den Markt erbaut.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl:

Jahr Einwohner
1633 etwa 300
1834 512
1910 1773[6]
1998 5220
1999 5148
Jahr Einwohner
2000 5052
2001 4971
2002 4948
2003 4953
2004 4940
Jahr Einwohner
2007 4844
2009 4707
2011 4649
2013 4769
2015 4760
Die im Jugendstil erbaute Anstaltskirche des Sächsischen Krankenhauses Arnsdorf

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014[7]
Wahlbeteiligung: 50,5 % (2009: 50,4 %)
 %
60
50
40
30
20
10
0
50,2 %
38,4 %
11,5 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 14
 12
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+12,7 %p
+5,1 %p
-6,5 %p
-11,2 %p

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Gemeinderatswahl am 25. Mai 2014 verteilen sich die 16 Sitze des Gemeinderates folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:

Bürgermeister/in[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juni 2015 wurde Martina Angermann als Bürgermeisterin wiedergewählt.[8]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entstehung des Wappens geht in die Mitte der siebziger Jahre zurück. In Vorbereitung der 750-Jahrfeier im Jahr 1975 wurde der Entwurf erstellt. Der damalige Gemeinderat und die Volksvertretung der Gemeinde Arnsdorf wollten das Wappen einführen. Zu einer Genehmigung ist es jedoch nicht gekommen. Trotzdem fand seit dieser Zeit der Entwurf häufige Verwendung. Briefköpfe der Gemeinde zeigten das Bild des Wappens. Das Wappen in seiner jetzigen Form ist in Abstimmung mit dem Sächsischen Staatsarchiv an die geltenden Richtlinien angepasst und am 15. Oktober 2013 vom Bautzener Landrat genehmigt worden.[9]

Wappen von Arnsdorf
Blasonierung: „Halbgespalten und geteilt mit einem Mittelschild; vorn oben in Grün zwei sturzsparrenweise angeordnete goldene Getreideähren; hinten oben in Silber ein roter Äskulapstab; unten in Rot ein silbernes Zahnrad; im silbernen Mittelschild mit blauem Schildbord garbenweise drei blaue Fische.“[9]
Wappenbegründung: Die Ähren stehen für die Landwirtschaft, der Äskulapstab für das Landeskrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie Arnsdorf und das Zahnrad steht für die ortsansässige Industrie. Die Fische im Zentrum des Wappens sind auch im Arnsdorfer Siegel zu finden und damit der älteste Teil des Wappens. Fische daher, da Arnsdorf früher zum überwiegenden Teil aus Teichgebieten bestand und Fischzucht betrieben wurde.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • die Dorfkirche mit dem eingemauerten Sühnekreuz in der Friedhofsmauer
  • die rekonstruierte Krankenhauskirche (Jugendstil)
  • die drei Zwölfeckhäuser, ein Beispiel für experimentelle Architektur der 1970er Jahre in der DDR
  • verschiedene bäuerliche Anwesen

Kulturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gedenkstätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Naturschutz stehen einige alte Bäume sowie der Krankenhauspark.

Naturdenkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erwähnenswert ist das idyllisch gelegene Karswaldbad. Außerdem gibt es in Arnsdorf einen Karnevalsclub.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Arnsdorf verfügt über eine Grundschule. Des Weiteren ist die „Regenbogenschule“, eine Klinikschule, im Ort ansässig.

Verkehr und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigste Straßenverbindung ist die Staatsstraße 159 nach Radeberg bzw. in östliche Richtung über Fischbach an die Bundesstraße 6.

Des Weiteren hat Arnsdorf einen Bahnhof an der Bahnstrecke Dresden–Bautzen–Löbau–Görlitz und an der ehemaligen Bahnstrecke Kamenz–Pirna. Das Streckenstück Arnsdorf–Pirna ist stillgelegt, das Bahnhofsgebäude und große Teile der einstigen Gleisanlagen abgebaut. Er wird von dem Trilex und, bedingt durch den Wiederaufbau der Arnsdorfer Kurve, einer Verbindung zur Reststrecke nach Kamenz, nur noch einem Zug der Städtebahn Sachsen bedient.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Personen, die in Arnsdorf gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verfilmungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Anstalt war ein Thema des Dokumentarfilms Die Hölle von Ueckermünde – Psychiatrie im Osten von Ernst Klee aus dem Jahr 1993, der die mangelhaften Zustände in verschiedenen psychiatrischen Kliniken kurz nach der Deutschen Wiedervereinigung schildert.

Des Weiteren wurde in der MDR-Reihe Der Osten – entdecke wo du lebst 2014 ein Dokumentarfilm über die Klinik produziert.[10]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dresdner Heide, Pillnitz, Radeberger Land (= Werte unserer Heimat. Band 27). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1976, S. 128–131.
  • Boris Böhm: 100 Jahre Psychiatrisches Krankenhaus Arnsdorf. in: Ärzteblatt Sachsen 8/2012, S. 345–347 (Digitalisat; PDF; 139 kB)
  • Thomas Metan, Boris Böhm: 100 Jahre Krankenhaus Arnsdorf. Von der Königlich Sächsischen Pflegeanstalt zum Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie. Hotex-Verlag, 2012, ISBN 978-3-00-036531-7.
  • Cornelius Gurlitt: Arnsdorf. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen. 31. Heft: Amtshauptmannschaft Bautzen (I. Teil). C. C. Meinhold, Dresden 1908, S. 1.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Arnsdorf – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Aktuelle Einwohnerzahlen nach Gemeinden 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Arnsdorf - Lage & Zahlen. Abgerufen am 4. Dezember 2017.
  3. Gebietsänderungen ab 1. Januar 1999 bis 31. Dezember 1999. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, S. 10, abgerufen am 2. Januar 2013 (PDF; 21 kB).
  4. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  5. a b Arnsdorf im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen
  6. http://www.gemeindearnsdorf.de/index.php/gemeinde/geschichte
  7. Ergebnisse der Gemeinderatswahl 2014
  8. http://www.sz-online.de/nachrichten/martina-angermann-regiert-in-arnsdorf-weiter--3120946.html
  9. a b Vollzug der Gemeindeordnung für den Freistaat Sachsen (SächsGemO). Genehmigung gemäß § 6 Abs. 1 SächsGemO zur erstmaligen Führung eines Gemeindewappens. Bautzen 15. Oktober 2013.
  10. Irre normal – Psychiatrie in Arnsdorf. Ein Film von Anne Mehler.