Arsakiden

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Arsakiden (Teil der Aškāniyān[1]) ist der Name der vom Parther Arsakes I. begründeten Dynastie, die ab der Mitte des 3. Jahrhunderts v. Chr. das Partherreich beherrschte.

Ungefähre Ausdehnung des Arsakidenreichs

Zwischen 250 v. Chr. und 238 v. Chr. erhoben sich die Parther unter Arsakes I. gegen den Satrapen der Provinz Parthia und lösten dieses Gebiet aus dem Machtbereich der Seleukiden. Nach Arsakes’ Tod geriet die Region erneut unter die formale Oberheit der Seleukiden, da deren König Antiochos III. die verlorenen Randgebiete des Reiches zurückerobern wollte (sogenannte Anabasis). Um 170 v. Chr. konnten sie die Vasallität abschütteln und in den folgenden Jahrzehnten ihr Herrschaftsgebiet – vor allem auf Kosten der Seleukiden – weit nach Süden und Westen ausdehnen.

Ab etwa 140 v. Chr. reichte das Partherreich von Mesopotamien bis an den Amudarja und von den südlichen Ausläufern des Kaukasus bis nach Gedrosien. Seit der Eroberung Mesopotamiens führte der arsakidische Herrscher den Titel König der Könige. Im wechselhaften Kampf mit dem Römischen Reich mussten die Arsakiden im 2. Jahrhundert zeitweilig einige Gebiete im Westen ihres Reiches aufgeben, gewannen diese aber schon bald wieder zurück. Weit verheerender waren die von Usurpationen wiederholt ausgelösten Bürgerkriege, die das Land nachhaltig schwächten.

Der letzte arsakidische Großkönig, Artabanos IV., wurde 224 n. Chr. vom Sassaniden Ardaschir I. getötet, einem aufständischen Unterkönig aus der Persis, der daraufhin die Macht im Reich an sich riss und sich 226 zum König der Könige krönen ließ.

In Armenien konnten sich die Arsakiden als Dynastie jedoch noch etwa 200 Jahre lang (bis 428) halten – wenn auch zuletzt unter persischer Oberhoheit. Noch im sechsten Jahrhundert erwähnten spätantike römische Autoren wie Prokopios armenische Adlige, die sich selbst als Arsakiden bezeichneten. Darüber gab es noch Seitenlinien der Arsakiden als Herrscher in Iberien und Albania.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Josef Wiesehöfer: Die Geschichte Irans von den Achaimeniden bis in frühislamische Zeit. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): 7000 Jahre persische Kunst. Meisterwerke aus dem Iranischen Nationalmuseum in Teheran: Eine Ausstellung des Kunsthistorischen Museums Wien und des Iranischen Nationalmuseums in Teheran. Kunsthistorisches Museum, Wien 2001, ISBN 3-85497-018-8, S. 55–74, hier S. 67–69: Parthische Geschichte von Arsakes I. bis Artabanos IV. (247 v. Chr. – 224 n. Chr.)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fritz Wolff: Glossar zu Firdosis Schahname. Hrsg. von der Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft in Verbindung mit der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft, Berlin 1935; Nachdruck: Georg Olms Verlagsbuchhandlung, Hildesheim 1965 (und Teheran 1377/1998) mit (eingebundenem) Supplementband Verskonkordanz der Schahname-Ausgaben von Macan, Vullers und Mohl, ISBN 964-5960-55-X, S. VII.