Arsinöl

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Arsinöl, gelegentlich abgekürzt als A-Öl, ist eine hochgiftige Mischung aus Organoarsenverbindungen. Es zählt zu den sogenannten Blaukreuzkampfstoffen.

Arsinöl wurde bereits im Ersten Weltkrieg eingesetzt, aber in großen Mengen erst während des Zweiten Weltkrieges von einem Kampfstoffwerk in Löderburg bei Staßfurt produziert.[1] Genutzt wurde es zur Senkung des Gefrierpunktes von Schwefellost.

Die Mischung bestand aus 50 % Phenylarsindichlorid, 35 % Diphenylarsinchlorid, 5 % Arsen(III)-chlorid und 5 % Triphenylarsin.[2]

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges lagerten in Deutschland noch etwa 7500 t[3] Arsinöl, die von den Alliierten zumindest teilweise in der Ostsee, der Nordsee und der Biskaya versenkt wurden.[4] Nach der Verbrennung von arsinölhaltigen Kampfstoffen wurde vereinzelt über eine Verschmutzung des Bodens durch Arsenverbindungen berichtet.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Blätter für deutsche und internationale Politik, Band 24. Pahl-Rugenstein Verlag, 1979 (Snippet-Vorschau in der Google-Buchsuche), S. 1273.
  2. Dieter Martinetz: Vom Giftpfeil zum Chemiewaffenverbot: Zur Geschichte der chemischen Kampfmittel. 1996 (Snippet-Vorschau in der Google-Buchsuche), S. 147.
  3. Tim Schäfer: Geheim!: "Zwangsarbeit am Sachsenberg : Kriegsschwefel NI-365": zur Geschichte von Zwangsarbeit in Rüstungsprojekten der Wifo und IG Farben-Industrie bei Salza/Nordhausen (Thüringen) und der Rechtslage am Kohnstein bei Niedersachswerfen. 2004 (Snippet-Vorschau in der Google-Buchsuche), S. 79.
  4. Jürgen Altmann, Ute Bernhardt, Kathryn Nixdorff, Dieter Wöhrle: Naturwissenschaft- Rüstung- Frieden: Basiswissen für die Friedensforschung. (Eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche), S. 217.
  5. Joachim Specht: Die Erblast von Kapen, oder, Die Puddingfabrik im Oranienbaumer Forst., First Minute Taschenbuchverlag, 2007 (Snippet-Vorschau in der Google-Buchsuche), S. 97.