Artabasdos

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Solidus des Artabasdos.

Artabasdos (griechisch Ἀρταβάσδος oder Ἀρταύασδος; armenisch Արտավազդ Artavazd; † 743) war als Usurpator gegen Konstantin V. byzantinischer Kaiser von 741/42 bis 743.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Artabasdos war armenischer Abstammung und stammte möglicherweise aus dem syrischen Ort Germanikeia. 717 fungierte er als Befehlshaber des Themas Armeniakon und unterstützte Leo, den Befehlshaber des Themas Anatolikon, bei dessen Kaisererhebung. Zum Dank erhielt Artabasdos den Titel Kuropalates und heiratete Leos Tochter Anna.[1]

Nach Leos Tod und kurz nach der Thronbesteigung Konstantins (741) griff Artabasdos nach der Macht in Konstantinopel.[2] Er ließ seinen Sohn Nikephoros (und vielleicht auch dessen Bruder Niketas) zum Mitkaiser erheben. Angeblich wurde Artabasdos von einer ikonophilen (Anhänger der Bilderverehrung) Fraktion sowohl im Klerus als auch im Volk unterstützt (daher sein Beiname Ikonophilos). Ob dies jedoch zutreffend ist, ist mehr als unsicher und basiert wohl auf Fehldeutungen der älteren Forschung. Zum damaligen Zeitpunkt ist nur eine einzige Bildentfernung sicher belegt; der Bilderstreit (dessen Bedeutung in den erhaltenen Quellen zudem wohl übertrieben wird)[3] hat während des Bürgerkriegs demnach keine Rolle gespielt.[4]

Konstantin floh in die Berge Isauriens, kehrte aber mit dem asiatischen Teil der byzantinischen Armee zurück und schlug die Streitkräfte des Usurpators. Nach dem 2. November 743, dem Tag der Rückeroberung Konstantinopels, wurden Artabasdos und seine Söhne geblendet, im Hippodrom vorgeführt und, laut der legendarisch ausgeschmückten Vita des Michael Synkellos ins Chora-Kloster verbannt, wo sie auch gestorben und begraben worden sein sollen.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralph-Johannes Lilie, Claudia Ludwig, Thomas Pratsch, Ilse Rochow, Beate Zielke: Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit. 1. Abteilung: (641–867). Band 1: Aaron (#1) – Georgios (#2182). Nach Vorarbeiten F. Winkelmanns erstellt. Herausgegeben von der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. De Gruyter, Berlin 1999, ISBN 3-11-015179-0, S. 202–204 Nr. 632.
  • Ilse Rochow: Kaiser Konstantin V. (741–775). Materialien zu seinem Leben und Nachleben (= Berliner byzantinistische Studien. Bd. 1). Mit einem prosopographischen Anhang von Claudia Ludwig, Ilse Rochow und Ralph-Johannes Lilie. Lang, Frankfurt am Main u. a. 1994, ISBN 3-631-47138-6, S. 245 (s.v. Artabasdos (Artavazd)).
  • Alexios G. Savvides, Benjamin Hendrickx (Hrsg.): Encyclopaedic Prosopographical Lexicon of Byzantine History and Civilization. Bd. 1: Aaron – Azarethes. Brepols Publishers, Turnhout 2007, ISBN 978-2-503-52303-3, S. 403–404.
  • Paul Speck: Artabasdos. Der rechtgläubige Vorkämpfer der göttlichen Lehren. Untersuchungen zur Revolte des Artabasdos und ihrer Darstellung in der byzantinischen Historiographie (= Poikila byzantina. Bd. 2). Habelt, Bonn 1981, ISBN 3-7749-1857-0. [Detailliert, aber problematisch und teils spekulativ.]
  • Warren Treadgold: A History of the Byzantine State and Society. Stanford University Press, Stanford CA 1997, ISBN 0-8047-2630-2, speziell S. 356–358.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Prosopographie der mittelbyzantinischen Zeit. 1. Abteilung, Band 1. Berlin 1999, S. 202.
  2. Zum Bürgerkrieg siehe Ilse Rochow: Kaiser Konstantin V. (741–775). Frankfurt am Main u. a. 1994, S. 21ff.
  3. Grundlegend ist nun Leslie Brubaker, John F. Haldon: Byzantium in the Iconoclast era, c. 680–850. A History. Cambridge u. a. 2011.
  4. Ilse Rochow: Kaiser Konstantin V. (741–775). Frankfurt am Main u. a. 1994, S. 23f. Vgl. auch Leslie Brubaker, John F. Haldon: Byzantium in the Iconoclast era, c. 680–850. A History. Cambridge u. a. 2011, S. 156ff.