Artek

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Straßenschild in der Nähe des Lagers
Pionierlager Artek im August 1985
Werbefilm „Am warmen Meer“ von 1940

Das Allunions-Pionierlager Artek war das zentrale Pionierlager der Pionierorganisation Wladimir Iljitsch Lenin in der UdSSR. Die Einrichtung befindet sich bei der Stadt Hursuf auf der Halbinsel Krim.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowjetunion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pionierlager wurde am 16. Juni 1925 als „Allunions-Erholungslager für Kinder“ gegründet und diente zunächst vorrangig der Erholung von Kindern, die an Tuberkulose erkrankt waren. Das Pionierlager Artek wird seit 1961 von der längsten Trolleybus-Linie der Welt bedient. Sie wird von der Gesellschaft Krymskyj trolejbus betrieben und verkehrt zwischen Simferopol, Aluschta und Jalta. Die prägenden Gebäude errichtete ein Architektenkollektiv um Anatolij Poljanskij[1] in den 1960er Jahren nach einem Baukastensystem.

Im Artek wurden Dutzende sowjetische Filme gedreht, so zum Beispiel der Science-Fiction-Spielfilm von 1963 Begegnung im All.

Ukraine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im März 1993 wurde es in „Internationales Kinderzentrum ,Artek‘“ umbenannt und ist heute allen Kindern zugänglich. Vom 9. bis 21. September 1999 fand dort die fünfte Schacholympiade für U16-Nationalmannschaften statt, die von der Ukraine gewonnen wurde, vom 11. bis 20. September 2000 die sechste U16-Schacholympiade, diesmal von Russland gewonnen. 1996 fand im Artek die Internationale Biologie-Olympiade statt.

Im Januar 2009 stellte das Lager aus finanziellen Gründen seine Tätigkeit ein,[2] doch wurde am 31. Januar 2009 in einer dringenden Regierungssitzung dem Lager der Status einer Vorbereitungsstätte für olympische und paralympische Spiele gegeben, wodurch Mittel zur Vorbereitung ukrainischer Sportler auf internationale Wettkämpfe für den Unterhalt des Lagers verwendet werden können.[3]

Russland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 21. März 2014 gehört die Halbinsel Krim und damit auch das Pionierlager Artek (de facto) wieder zu Russland.[4] Am 16. Juni 2014 (dem 89. Jahrestag der Artek-Gründung) hat die russische Regierung die Grundlagen für die Artek-Finanzierung im russischen Haushalt geschaffen.[5] Im Herbst 2014 begannen die Umbauarbeiten, die bis 2020 über 17 Milliarden Rubel kosten sollen.[6] Im März 2015 hat Ministerpräsident Dmitri Medwedew das geplante Entwicklungsprogramm bestätigt.[7]

2014 erholten sich rund 6.000 Kinder in Artek, 2015 waren es bereits 19.000, 2016 rund 30.000. 2017 besuchten rund 39.000 Kinder die Erholungsstätte, der bisherige Rekord aus 1985 (36.892 Kinder) wurde damit eingestellt. Nach den Umbauarbeiten sollen ab 2020 bis zu 50.000 Kinder jährlich im Artek untergebracht werden können.

Am 24. Juni 2017 besuchte Wladimir Putin zusammen mit der Vizeministerpräsidentin Olga Golodez das Kinderzentrum Artek und informierte sich dabei über ausgeführte und geplante Bauarbeiten.[8]

Benennungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Artek ist der 1969 entdeckte Asteroid (1956) Artek benannt. Zahlreiche Städte der ehemaligen Sowjetunion (Moskau, Woronesch, Rostow am Don, Donezk, Wladiwostok u. a.) tragen Straßennamen zu Ehren des Pionierlagers Artek.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Artek – Sammlung von Bildern und Videos

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vgl. Arne Winkelmann: Pionierlager Artek. In: moderneREGIONAL 16, 3, abgerufen am 14. April 2016.
  2. Machtkampf in Kiew: Timoschenko wirft Präsident Juschtschenko Verschwendung vor. In: de.rian.ru
  3. Regierung Timoschenko rettet das Ferienlager "Artek". In: ukraine-nachrichten.de
  4. Федеральный закон Российской Федерации от 21 марта 2014 года № 6-ФКЗ «О принятии в Российскую Федерацию Республики Крым и образовании в составе Российской Федерации новых субъектов — Республики Крым и города федерального значения Севастополя»
  5. Распоряжение от 16 июня 2014 года №1061-р — О создании федерального государственного бюджетного учреждения «Международный детский центр "Артек"», government.ru (russisch)
  6. О. Голодец ознакомилась с подготовкой «Артека» к сезону, artek.org
  7. Утверждена программа развития "Артека" на 2015-2020 годы, interfax.ru
  8. Посещение Международного детского центра «Артек», kremlin.ru (russisch)

Koordinaten: 44° 32′ 59″ N, 34° 17′ 59″ O