Arth SZ

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
SZ ist das Kürzel für den Kanton Schwyz in der Schweiz und wird verwendet, um Verwechslungen mit anderen Einträgen des Namens Arthf zu vermeiden.
Arth
Wappen von Arth
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Schwyz Schwyz (SZ)
Bezirk: Schwyz
BFS-Nr.: 1362i1f3f4
Postleitzahl: 6410 Goldau
6414 Oberarth
6415 Arth
UN/LOCODE: CH ARH (Arth)
CH GOL (Goldau)
Koordinaten: 682481 / 213203Koordinaten: 47° 3′ 53″ N, 8° 31′ 28″ O; CH1903: 682481 / 213203
Höhe: 422 m ü. M.
Höhenbereich: 413–1797 m ü. M.[1]
Fläche: 42,04 km²[2]
Einwohner: i12'184 (31. Dezember 2020)[3]
Einwohnerdichte: 290 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
29,0 % (31. Dezember 2020)[4]
Website: www.arth.ch
Arth und Rigi

Arth und Rigi

Lage der Gemeinde
ÄgeriseeLauerzerseeLimmerenseeKlöntalerseeSihlseeVierwaldstätterseeWägitalerseeZugerseeUfenauLützelauZürichseeKanton GraubündenKanton GlarusKanton LuzernKanton NidwaldenKanton ObwaldenKanton St. GallenKanton UriKanton ZugKanton ZürichBezirk EinsiedelnBezirk GersauBezirk HöfeBezirk KüssnachtBezirk MarchAlpthalArth SZIllgauIngenbohlLauerzMorschachMuotathalOberibergRiemenstaldenRothenthurm SZSattel SZSchwyz (Gemeinde)Steinen SZSteinerbergUnteribergKarte von Arth
Über dieses Bild
w

Arth ist eine politische Gemeinde im Bezirk Schwyz des Kantons Schwyz in der Schweiz. Sie besteht aus den Ortschaften Arth, Oberarth, Goldau und aus einem Teil der Rigi.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arth liegt am Südufer des Zugersees in einem Tal zwischen dem Zugerberg und der Rigi.

  • Gesamtfläche: 4858 ha
    • Davon Kulturland: 28,7 %
    • Davon Wald: 30,3 %

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Siedler in Arth waren Pfahlbauern und Kelten (Helvetier). Keltischen Ursprungs ist auch der Name des Tales, denn das Wort «Arth» kommt vom Wort «Artha», was so viel heisst wie «gepflügtes Land».[6] Die grosse Ebene vom Südende des Sees bis Goldau und die sonnigen Halden am Sonnenberg waren gutes Weide- und Ackerland. Der Fischreichtum im See und in den das Tal durchfliessenden Gewässern ergab nebst der Landwirtschaft und der Jagd eine gute Ernährungsquelle.

Auch die Grafen von Lenzburg, von Kyburg und von Habsburg waren Besitzer dieser Gegend. 1315 schlossen die Schwyzer mit den Arthern zur Bewahrung der Freiheit einen gegen die Herrschaft Österreichs gerichteten Bund. Als Schutz gegen allfällige Angriffe entstand eine gewaltige Letzimauer mit Türmern, die sich vom Berghang des Rossbergs dem See entlang zum Berghang der Rigi hinüberzog. Heute sind davon kaum mehr Spuren sichtbar.

Ab 1520 gab es dank dem evangelisch gesinnten Pfarrer Balthasar Trachsel Anhänger der Reformation, namentlich ist die Familie von Hospenthal bekannt. Sie konnten bis 1655 verdeckt als Nikodemiten oder Kryptoprotestanten existieren und in Privathäusern evangelische Gottesdienste mit Abendmahl feiern. Wegen Bauernaufständen und politischen Unsicherheiten wurden sie danach nicht mehr geduldet. Beim sogenannten Hummelhandel flohen 37 Evangelische nach Zürich, etwa 25 Personen wurden verhaftet, vier blieben standhaft und wurden geköpft. Das provozierte das reformierte Zürich und führte 1656 zum ersten Villmergerkrieg.[7][8] Im gleichen Jahr entstand das Kapuzinerkloster Arth, 1668 die Wallfahrtskapelle «Maria zum Schnee» auf Rigi Klösterli und 1696 die heutige barocke Pfarrkirche.

Am 2. September 1806 ereignete sich der Goldauer Bergsturz. Auf dem haushohen Schutt wurde der wichtige Eisenbahnknotenpunkt Arth-Goldau errichtet. Infolge der Einführung des Busverkehrs zwischen Goldau und Arth rollte das blauweisse «Arther Trämli» am 31. August 1959 zu seiner letzten Fahrt.

Am 23. Juli 1969 gewann eine Mannschaft aus Arth-Goldau an der internationalen 3. Runde von Spiel ohne Grenzen. Gespielt wurde im italienischen Caserta. Dies war der erste Sieg einer Schweizer Mannschaft bei dieser in den 1960er und 1970er Jahren sehr beliebten TV-Sendung.[9]

Arth, historisches Luftbild von 1919, aufgenommen aus 600 Metern Höhe von Walter Mittelholzer

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Nationalratswahlen 2019 betrugen die Wähleranteile in Arth: SVP 33,1 %, FDP 22,5 %, CVP 19,2 %, SP 17,2 %, glp 5,0 %, GPS 2,4 %.[10]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die europäische Nord-Süd-Verkehrsachse (Schiene und Strasse) durchquert die Gemeinde Arth. Die Autobahn A4 führt südlich von Arth am Fuss der Rigi entlang. In Arth selbst besteht nur ein Viertelanschluss mit einer einzelnen Abfahrt aus Richtung Immensee kommend. Über einen Vollanschluss verfügt hingegen Goldau, wo sich auch der an der Gotthardbahn liegende gemeinsame Bahnhof befindet – einen der grossen Bahnknotenpunkte der Schweiz; auch mit grosser Bedeutung für die ganze Region und Anschluss ans europäische Schienennetz. Seit der Schließung des Arther Trämli im 1959[11] ist er von Arth aus mit Busverbindungen der Zugerland Verkehrsbetriebe innert wenigen Minuten zu erreichen.

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Arth besteht zudem ein umfangreiches Bildungsangebot. Mit der Gemeindeschule: Kindergarten bis sechste Klasse, der Oberstufe: siebtes bis neuntes Schuljahr, dem Berufsbildungszentrum Goldau und der Pädagogischen Hochschule Schwyz in Goldau besteht ein umfassendes Bildungszentrum.

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Linus Birchler: Die Kunstdenkmäler des Kantons Schwyz, Band II: Die Bezirke Gersau, Küssnacht und Schwyz. Kunsthistorischer Überblick. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 2). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1930.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Arth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS – generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  2. Generalisierte Grenzen 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. Mai 2021.
  3. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  4. Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeitskategorie, Geschlecht und Gemeinde, definitive Jahresergebnisse, 2020. Bei späteren Gemeindefusionen Ausländeranteil aufgrund Stand 2020 zusammengefasst. Abruf am 17. November 2021
  5. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 4. Mai 2016 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sz.ch
  6. Arth auf ortsnamen.ch
  7. Urs Heiniger: Nikodemiten - Arther Frühgeschichte mit Bezug zur Reformation, Website ref-arth-goldau.ch, 5. Juli 2017
  8. Kulturspur Oberarth, O 12 Hummelhof, auf Website arth.ch
  9. Vor 30 Jahren – Die Gemeinde Arth im «Spiel ohne Grenzen»-Fieber Arth-online.ch, 23. Juli 1999
  10. Bundesamt für Statistik: NR - Ergebnisse Parteien (Gemeinden) (INT1). In: Eidgenössische Wahlen 2019 | opendata.swiss. 8. August 2019, abgerufen am 1. August 2020.
  11. Vor 50 Jahren: Abschied vom «Arther Trämli». In: RIGIPOST. Website der Gemeinde Arth, 27. August 2009, abgerufen am 2. Juli 2021.
  12. André Meyer: Die Pfarrkirche St. Georg und Zeno in Arth SZ. (Schweizerische Kunstführer, Nr. 386). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1986.