Arthur Briggs

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James Arthur Briggs (* 9. April 1899 in Charleston (South Carolina); † 15. Juli 1991 in Chantilly[1]) war ein US-amerikanischer Trompeter, Orchesterleiter und Jazzmusiker.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Briggs, möglicherweise ein Cousin des Tubaspielers Pete Briggs,[2] wuchs angeblich im Waisenhaus von Charleston auf und spielte zunächst in dessen Orchester, der Jenkins Orphanage Band, mit dem er auch auf Tournee ging.[3] 1919 entschied er sich, für eine Tournee nach Europa zu gehen, zuerst mit Will Marion Cooks Southern Syncopated Orchestra, zu dem auch Sidney Bechet gehörte. 1922 kam er zurück und arbeitete in Belgien mit seinen Creole Five (zu denen Alphonse Cox, Egide Van Gills und Oscar Thisse gehörten), dann mit seinem Savoy Syncopated Orchestra.[4]

1926 bis 1928 spielte er in Wien und in Deutschland. 1927 gründete er in Berlin sein Savoy Syncop's Orchestra. Er leitete somit eine der ersten richtigen Jazzkapellen in Deutschland, etwa drei Jahre, nachdem der deutsche Jazzpionier Eric Borchard seine ersten Aufnahmen mit international gemischter Besetzung gemacht hatte.[5]

Arthur Briggs arbeitete in Berlin für die Plattenmarken Clausophon und später für die Deutsche Grammophon. Die frühen Clausophon-Aufnahmen wurden vermutlich auch in Polen auf der dort führenden Plattenmarke Syrena herausgebracht. Interessant ist, dass sie nicht unter Briggs' Namen veröffentlicht wurden, sondern der Name Henryk Gold auf den Etiketten auftauchte.[6] Briggs arbeitete in seiner Berliner Zeit für viele führende deutsche Tanzkapellen. Man hört ihn z.B. bei der Aufnahme Crazy words – crazy tune vom Marek Weber Orchester als Solisten.[7]

Briggs ging wenige Jahre später nach Frankreich, wo er 1931 gemeinsam mit Freddy Johnson ein Orchester leitete und zu einem der führenden Musiker der Pariser Jazzszene aufstieg, u.a. durch seine Aufnahmen für das Label Swing. Er nahm mit Coleman Hawkins (1935) und Django Reinhardt (1940) auf. Zur Zeit der französischen Besetzung wurde er inhaftiert. Nach der Befreiung gründete er eine neue Band; 1951 kam es noch einmal zu Aufnahmen. In den 1960er Jahren gab er Unterricht in Chantilly.

Er starb im Alter von 92 Jahren in diesem Vorort von Paris.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Horst P. J. Bergmeier, Rainer E. Lotz (2010): James Arthur Briggs. Black Music Research Journal. 30 (1): 75–83.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nachruf (New York Times, 18. Juli 1991); als alternativen Geburtsort geben Bergmeier & Lotz (2010) St. George’s auf Grenada an.
  2. So Allmusic und Bergmeier & Lotz (2010)
  3. Nach John Chilton Who’s Who of Jazz – Storyville to Swing Street London 1985, S. 46, gibt es keinen Beleg dafür, dass er je in diesem Orchester spielte. Bergmeier & Lotz zufolge kam er erst 1917 in die USA; da er viel über das Orchester wußte, nehmen Bergmeier & Lotz an, das er 1971 oder 1918 in Charleston lebte.
  4. Emile Henceval Dictionnaire du jazz à Bruxelles et en Wallonie Liege 1991, S. 112, 287, 307
  5. Briggs war nicht der erste schwarze Orchesterleiter, der in Deutschland arbeitete. Knapp zwei Jahre vor ihm gab bereits das Orchester von Sam Wooding ein Gastspiel in Europa und machte in Berlin einige Schallplattenaufnahmen.
  6. Gold war zu dieser Zeit der bekannteste polnische Salonorchesterleiter, vergleichbar mit deutschen Kapellmeistern wie Paul Godwin oder Dajos Béla.
  7. vgl. Rainer E. Lotz, Discographie der deutschen Tanzmusik, Band 3. - Bonn: Birgit Lotz Verlag, 1994 (viii, S.559-836). - ISBN 3-9802656-9-2 / ISBN 978-3-9802656-9-0