Arthur Grimm (Maler)

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Arthur Grimm (* 11. Februar 1883 in Mudau; † 23. Februar 1948 ebenda) war ein deutscher Maler, der vor allem durch seine Stillleben, Blumen- und Landschaftsbilder bekannt ist. Er war ein herausragender Vertreter der figürlichen Malerei in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und wird der Hollerbacher Malerkolonie zugerechnet. Manchmal wird er auch als Odenwald-Maler bezeichnet. Zu seiner Zeit war er mit der bedeutendste Maler in Baden-Baden. In seinen Bildern zeigte er die Natur wie sie ist, ohne Pathos und falschen Effekt, wobei diese dem Betrachter in ihren satten, dunklen Farbharmonien oft etwas Düsteres und Freudloses anmuten. Darüber hinaus entstanden neben Bildern, Aquarellen und Zeichnungen eine Reihe von Bildnissen und Selbstbildnissen.

Grabstätte von Arthur Grimm auf dem Friedhof von Mudau

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arthur Grimm – Selbstbildnis mit Palette im Freien (1911)

Eltern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arthur Johann Adrian Grimm wurde als zweites Kind des Mudauer Hauptlehrers August Grimm und seiner Ehefrau Petronella geb. Schnorr in Mudau im badischen Odenwald geboren. Sein Vater stammte aus Aglasterhausen und war in Mudau Organist in der katholischen Kirche, Dirigent des Gesangvereins und Bezirksrat – er starb am 1. Weihnachtsfeiertag 1899 früh, an einem Herzschlag. Seine Mutter, geboren in Hardheim, fertigte als Putzmacherin kunstvolle Stickereien an und war die Tochter des künstlerisch begabten Mudauer Lehrers und Rektors Adrian Schnorr – sie starb 12 Jahre nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1911. Grimms Elternhaus war das damalige Schulhaus bei der Kirche St. Pankratius. Er und seine drei Brüder (Walther[1], Fritz und August) und seine Schwester Paula wurden streng erzogen. Mit fünf Jahren fing er – unterstützt von seinem Vater – an zu zeichnen.

Kindheit und Schulzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grimm besuchte ab 1889 die Volksschule in Mudau, war Messdiener und wurde im Klavier- und Violinspiel unterrichtet. Mit 14 Jahren spielte er samstagabends die Orgel in der Kirche. Als 1897/98 Franz Wallischek in Mudau weilte und die Kirche ausmalte, beobachte ihn Grimm. Fortan war es sein größter Wunsch, Maler zu werden. Seine Eltern hatten hierfür jedoch kein Verständnis und waren dagegen, so wurde er von seinem Vater bis zur Vollendung seines 16. Lebensjahres für den Lehrerberuf vorbereitet.

Lehrerseminar[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wider seinen Willen besuchte er – als Prüfungsbester nach bestandener Aufnahmeprüfung – ab Ostern 1899 das „Großherzoglich Badische Lehrerseminar II“ in Karlsruhe in der Rüppurer Straße. In den folgenden drei Jahren hatte Grimm immer ein Gefühl von Heimweh und Ehrgeiz, in das sich Hoffnung mischte auf Ferien und die Heimat, wo er wieder zeichnen und malen konnte. Sonntags ging Grimm meistens in die Karlsruher Gemäldegalerie und zeichnete.

Staatsdienst und Kunstgewerbeschule[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als 19-Jähriger hegte er noch immer den Gedanken, sich bald vollkommen der Kunst widmen zu können. Durch den Tod des Vaters war seine Mutter verarmt und riet ihm ab, zudem waren drei Geschwister noch unversorgt. Ab April 1902 erhielt er seine erste Anstellung als Unterlehrer in Heitersheim (Monatsverdienst 66,66 Mark) und unterrichtete die Schüler des 1. Schuljahres auf unkonventionelle Weise, indem er ihnen zunächst nicht das Lesen und Schreiben beibrachte, sondern ihnen zuerst die Welt anhand der Arche Noah zu erklären versuchte. Nach vier Monaten wurde Grimm vom Kreisschulrat gerügt. Daraufhin ließ er sich von 1902 bis 1905 beurlauben, um ab Oktober 1902 die Kunstgewerbeschule Karlsruhe zu besuchen, wo er ein Schüler von Hermann Burte wurde.[2] Sein Malstil festigte sich: Alles Ornamente versuchte er fortan eckiger und einfacher zu machen. Mit Musikstunden, einem Staatsstipendium und einem geringen Zuschuss der Mutter hielt er sich über Wasser. Er verkaufte sein erstes Bild. 1905 machte Grimm das Zeichenlehrerexamen und fand als Lehrer für Deutsch, Geographie, Zeichnen, Gesang und Turnen eine gehobene Anstellung an der Großherzoglichen-Badischen Realschule in Waldshut (Monatsverdienst 100 Mark). Zeit zum Malen hatte er wenig, die Ferien nutzt er dazu um im südlichen Schwarzwald Landschaften zu malen. In Waldshut lernte er den Hegausänger Richard Stocker sowie 1905 den Medizinalrat Dr. Hermann Bär kennen. Als Grimm dessen Sohn Otto vortrefflich porträtierte, nutze Grimm die Chance und bat den äußerst sozial eingestellten Bezirksarzt und Kunstfreund um ein Darlehen über 3000 Mark, was Grimm zinslos und auf unbestimmte Zeit gewährt wurde. Bald machte er seine erste Reise nach München. Ein Studienaufenthalt an Ostern 1906 in die Nähe von Dietmannsried im Allgäu folgte. Im Herbst 1906 wurde er an die Städtische Gewerbeschule Karlsruhe versetzt, war Gasthörer an der Kunstakademie Karlsruhe und trat 1907 freiwillig und endgültig aus dem Staatsdienst aus.

Kunstakademie und seine frühen Jahre als Maler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Meisterschüler bei Wilhelm Trübner (Selbstbildnis mit Hut – 1902)
Arthur Grimm – Bildnis des Malers Jules Pascin (1908)

Das Darlehen des Waldshuter Kunstförderers ermöglichte ihm ein Studium (1907–1911) an der Kunstakademie Karlsruhe, sein erster Lehrer war Professor Ludwig Schmidt-Reutte. Bald machte er mit dem Maler und Professor Wilhelm Trübner und seinen Arbeiten Bekanntschaft. Ab Herbst 1907 wurde er zusammen mit seinen Studienfreunden Wilhelm Guntermann sowie Hermann Goebel und Hans Sutter in seine Meisterklasse aufgenommen und wurde sein sogenannter Meisterschüler. Um das Jahr 1907 schloss er sich zu regelmäßigen Sommeraufenthalten der Gruppe um seinen väterlichen Freund Franz Wallischeck in Hollerbach an, ging ausgiebig zur Jagd und malte Jagdbilder und Landschaften. Er ging im Frühjahr 1908 für drei Monate – ohne französisch zu sprechen – nach Paris, wo er dem deutschen Kreis um Rudolf Großmann, Hans Purrmann, Wilhelm Uhde und Rudolf Levy im Café du Dôme angehörte, hier befand er sich inmitten einer erregenden Atmosphäre des malerischen Aufbruchs und machte Bekanntschaft mit dem Fauvismus. Über Jules Pascin, den er porträtierte, lernte er den damals noch kaum bekannten Pablo Picasso kennen. Seine Malweise wurde aufgelöster, zerfahrener und etwas oberflächlicher. Im Jahr 1909 erhielt Grimm für ein Jahr das Ehrengehalt der vereinigten Kunstfreunde in den Ländern am Rhein, was die Zweifler in seiner Verwandtschaft etwas besänftigte. Schon 1910 gewann Grimm unter 60 Teilnehmern die erste Auszeichnung: den mit 2000 Mark dotierten „Preis der Rheinlande“ für das Landschaftsbild „Säckingen am Oberrhein“.[3] Bald führte er ein wechselseitiges Leben als Student in Karlsruhe einerseits und als ein Teil der Malerkolonie in Hollerbach andererseits. Grimm und seine Mitstreiter mieteten sich ein Bauernhäuschen, pflanzten selbst, kochten, gingen zur Jagd, trieben Sport, musizierten und lebten günstig und ein ganz anderes Leben als ihre bäuerlichen Nachbarn. Mit seinem Malerfreund Rudolph Burckhardt aus Basel machte er im Sommer 1910 eine kurze Studienreise durch die Schweiz und hielt sich mehrere Wochen in Basel auf. In Karlsruhe kam er auch in Berührung mit dem Maler Hans Thoma.[4] Ab Oktober 1911 leistete er als Einjährig-Freiwilliger den Militärdienst im Feldartillerie-Regiment Nr. 50 in Karlsruhe ab. Mit drei seiner Schülerinnen verweilte er im Frühling und im Sommer 1913 zu Studien in Hollerbach, wo er auch seine spätere Frau Stephanie Luise Brenner (1886–1977)[5] kennen und lieben lernte. Nach der Heirat am 25. Oktober 1913 wohnten beide kurz in Baden-Baden und danach für sieben Monate bis zum Juni 1914 in einer kleinen Wohnung am Quai de la Tournelle in Paris, ehe Grimm vom August 1914 bis 1918 als Unteroffizier an der Westfront und im militärischen Dienst hinter der Front in verschiedenen Regimentern am Ersten Weltkrieg teilnahm. Zog er anfänglich – wie so viele andere mit ihm – noch begeistert in den Krieg, entwickelte er bald mehr und mehr Abscheu dagegen.[6]

Heirat und Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arthur Grimm – Ruhige Flussszene (Brücke in Sennfeld; 1921)

Von 1913 bis 1931 war Grimm mit der Baden-Badener Hotelierstochter und Malerin Stephanie Brenner verheiratet – die zur Familie der Eigentümer des Brenners Park-Hotel gehörte.[7] Sie hatten drei Kinder: eine Tochter mit dem Namen Alix und die Söhne Dieter und Florian.[8] Nach dem Krieg wohnten sie vier Jahre in beengten Verhältnissen in Karlsruhe. Für sommerliche Malaufenthalte mieteten sie von 1915 bis 1922 von Freiherr Rüdt von Collenberg fünf Räume im oberen Stockwerk im Schloss Sennfeld an. Ab 1923 war dann die nach dem Krieg beschlagnahmte Villa von Thur, der sogenannte „Quettighof“ in der Lichtenthaler Allee 46 in Baden-Baden ihr neuer angemieteter Wohnsitz. Sein Bekanntenkreis in der mondänen Bäderstadt mit der abgegrenzten Landschaft wurde merklich größer, wozu auch der Maler Max Beckmann gehörte.[9] Neben seinen bisherigen Aufenthalten in Paris (1908 und 1913/14) und Berlin (1921) verweilte Grimm 1925 wieder in Berlin. Im Frühling 1925 führte ihn der Weg zusammen mit seiner Frau nach Nord- und Mittelitalien, wo er Station machte in Pavia, Mailand und Bologna. Im Badeort Cattolica an der Adria sah er mit 42 Jahren zum ersten Mal das Meer – er war jedoch nicht begeistert von dem Anblick, das Meer sah für ihn aus wie flüssiges Zinn. Als es Herbst wurde reisten beide über Fabriano, Perugia-Assisi-San Gimignano, Siena-Arezzo-Florenz-Pisa weiter und weilten von Ende November bis Mitte Dezember in Rom, dem Endpunkt der sechsmonatigen Italien-Reise aus der auf dem Höhepunkt seines künstlerischen Schaffens seine italienischen Bilder entstanden. Seine Malweise wurde davon jedoch nicht erheblich beeinflusst. Zurück in Baden-Baden fand er seinen Strich kaum wieder. 1926 wurde er Mitglied der Künstlergruppe Darmstädter Sezession.[10] Danach reiste Grimm von September bis November 1927 mit seiner Frau, dem Maler Wladimir Zabotin und dessen späterer Ehefrau, der Bildhauerin Heide Rosin nach Südfrankreich nach Perpignan und Collioure, dem damaligen Modemalerort moderner französischer Maler. Ein zweiwöchiger Abstecher nach Paris schloss sich an.

Baden-Baden in hundert Zeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arthur Grimm – Hotel Bellevue vom Birkenbuckel (Lichtentaler Allee in Baden-Baden; 1925)

Nach der anregenden Zeit in Frankreich erlebt er große Enttäuschung über seine beiden Ausstellungen in Berlin und Baden-Baden. In der kosmopolitischen Stadt seiner Frau tat sich der Dorfschullehrer aus Mudau schwer, als Künstler fand er kaum Anerkennung. In einer Zeitspanne in der nur wenige Menschen für Malerei empfänglich waren, weckten seine Ausstellungen nur wenige Interessierte. Dementsprechend fand er bei zwar guter Kritik, aber hohen Unkosten kaum Abnehmer für seine Bilder. Es wuchs in ihm der Gedanke etwas Lokales entstehen zu lassen: Baden-Baden in hundert Zeichnungen, sein erstes Buch, erschien Weihnachten 1928. Es wurde ein illustriertes Buch über das Leben in Baden-Baden und seiner Umgebung, seiner Bürger, seinen Gäste, Begebenheiten und Landschaften. Der Cousin seiner Frau Stephanie, der damals noch wenig bekannte Dichter Reinhold Schneider veröffentlichte darin zehn seiner Sonetten. Da er keinen Verleger fand, ging er das Risiko ein und trug die Druckkosten in Höhe von 15000 Mark selbst – er hoffte durch die folgenden Verkäufe die Kosten wieder abdecken zu können. Die allgemeine Wirtschaftslage in der Weimarer Republik verschlechterte sich bald erheblich und das Buch verkaufte sich schlecht. Aus diesem Umstand ergab sich eine eheliche Gütertrennung mit seiner Frau. Seine Gläubiger bedrängten ihn und er war gezwungen zur Finanzierung seiner Schulden seine Bilder billig zu verkaufen. Im Sommer 1929 rief ihn die Leitung der Heidelberger Festspiele und gab ihm den Auftrag für 30 Zeichnungen welche später in einem Buch erscheinen sollten, aus Kostengründen dann aber nur im Heidelberger Tageblatt und der Badischen Presse abgedruckt wurden. Persönlich zog sich der Maler mehr und mehr in die Einsamkeit zurück und mied die Menschen. Erholsame Odenwald-Aufenthalte in dieser Lebensphase brachten ihn schließlich dazu sein Atelier in Baden-Baden aufzugeben, dabei verbrannte er 30 seiner gemalten Bilder aus der Nachkriegszeit. In einer Übergangszeit wohnte und malte er 1931 in Buchen und machte sich nur allmählich von seiner schweren Gemütslast frei. Hier traf er auch seinen ehemaligen Waldshuter Schüler Emil Baader – seinen späteren Chronisten[11] – wieder, fand seine Seele wieder und fand wieder zu Gott. Seine drei Kinder verließen inzwischen ihre Schulen und befanden sich im Jahr 1931/32 in der Internats-Schule Schloss Salem am Bodensee.[12]

Rückkehr in sein Heimatdorf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arthur Grimm – Ohne Titel

Nach der für ihn als schmerzlich empfundenen Trennung von seiner Frau und seinen Kindern im Jahr 1931 kehrte Grimm 1932 in sein Heimatdorf Mudau zurück und wohnte ein volles Jahr in der kleinen Pension Link, wo er einen Raum zum Arbeiten hatte. Danach hatte er im Dachstock des Postgebäudes drei Zimmer. Im Jahr 1932 wurde er auf der Oberrheinischen Kunstausstellung in Baden-Baden für das 1931 entstandene Gemälde „Schloß Neuweier“ mit dem Badischen Staatspreis ausgezeichnet.[13] Er schrieb seine ersten Gedichte und vier Gesänge auf die Jahreszeiten, nebenbei lässt er sich 1933 am Rand seines Birken-Wäldchens ein zweckmäßiges für einfache Verhältnisse eingerichtetes Haus mit Atelier im Gewann Galgen bauen, das ganz der Kunst dienen sollte und in das er im Januar 1934 einzog. Im Frühling 1934 lud Grimm zu einer ersten Ausstellung von über 70 Bildern, Aquarellen und Zeichnungen ein und erlebte überraschenden Erfolg – in drei Wochen besuchten 1300 Menschen die Ausstellung.[14] Er fühlte sich in der Heimat wohl. Als Maler war er indessen kaum mehr gefordert, entwickelte er sich ganz „geborgen in der Heimat“ kaum noch weiter. 1937 unternahm er nochmals eine Studienreise, die ihn nach Norddeutschland führte. Zu seinem 60. Geburtstag[15] fand 1943 mit dem elsässischen Maler Philipp Kamm eine Ausstellung als Gesamtschau über sein Lebenswerk in Straßburg statt, bei der 230 Werke gezeigt wurden, 138 davon waren von Grimm. Im April 1943 zog die Ausstellung, die ihm viel Anerkennung einbrachte, weiter nach Karlsruhe,[16] im Juni nach Heidelberg[17] und im Herbst nach Pforzheim.

Grimm war begeisterter Anhänger des Nationalsozialismus – mit gewissem Sendebewusstein und seiner besonderen Art zu missionieren. Seit 1933 war er Mitglied der Partei der NSDAP,[18] weswegen er nach dem Zweiten Weltkrieg von den Amerikanern in verschiedenen Lagern bei Heilbronn, Darmstadt, Babenhausen, Niederroden, Kornwestheim und Bad Mergentheim interniert wurde und ihm die 1934 verliehene Ehrenbürgerwürde von Mudau von 1945 bis 1948 kurzzeitig wieder aberkannt wurde.[19] 1946 nach der Entlassung aus dem US-Kriegsgefangenenlager war sein Haus beschlagnahmt und sein Atelier völlig ausgeräumt, so dass er zunächst zu seiner Schwester nach Schloßau zog. Kurz nach seinem 65-jährigen Geburtstag verstarb er nach einem bewegten Leben mit merkwürdigen Kurven (wie es sein Freund Kasimir Edschmid nannte) 1948 in Mudau – in dem Dorf in dem er aufgewachsen war.[20]

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 16. März 1934 wurde er Ehrenbürger von Mudau.[21] In seinem Heimatdorf Mudau ist der „Arthur-Grimm-Weg“ und in Buchen die „Arthur-Grimm-Straße“ nach ihm benannt. Seit 1982 wird der Kunstpreis des Neckar-Odenwald-Kreises als Arthur-Grimm-Preis verliehen. Auch an der Grundschule Mudau wird dieser Preis für gute Leistungen in musischen Fächern vergeben. In seinem ehemaligen Wohnhaus, dem heutigen Café Waldfrieden, in Mudau gibt es noch heute die Arthur-Grimm-Stube, es beherbergt einige seiner insgesamt 905 Bilder oder graphische Arbeiten sowie einige Exponate aus seinem Leben.[22] In vielen privaten Wohnungen, Büros, Ämtern und Lokalen der näheren Umgebung hängen bis dato Gemälde Grimms, größere Grimm-Sammlungen sind im Besitz der Gemeinden Mudau und Buchen sowie dem Bezirksmuseum Buchen.[23]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arthur Grimm – Stillleben (1930)
Arthur Grimm – Stillleben mit Früchten und Krug (1943)

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Grimm ist einer der besten Trübnerschüler, was ihn lange belastete. Es gab ihm die Fähigkeit, mehr zu können als die meisten modernen Maler. Sein unruhiges Temperament blieb nicht im breiten Strich des Meisters, sondern suchte seinen eigenen Stil. Dieser ausgezeichnete Maler steht bei einer eigenen Handschrift, die zwischen den französischen Landschaftern und Beckmann liegt. Das heißt zwischen lockerer Peinture und harten Portraits, zwischen Bauer und Weltmann, kurz vollkommen badisch in modernem Sinn.“

Der Cicerone. Nr. 16, 1924, S. 641.[24]

Lebenserinnerungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts schriebt Grimm seine Lebenserinnerungen auf: Erlebnisse und Betrachtungen eines Malers. Die Autobiografie, die er in Baden-Baden begonnen hatte um sich über den Sinn des Lebens klar zu werden, wurde 1983 redaktionell von Michael Sieber und seiner Frau Lilo Krieg-Sieber bearbeitet und durch die Gemeinde Mudau anlässlich seines 100. Geburtstags erstmals herausgebracht. Es handelt sich dabei um zwei Teile eines Manuskripts und ist eine unvollständige Ausgabe seiner Erinnerungen. Im ersten Teil (bis 1931) wurde das Kapitel "Kriegserlebnisse" und im zweiten Teil der Zeitraum 1934 bis 1945 auf damaligen Wunsch der Tochter Alix Raskov-Grimm[25] – mit Ausnahme Der 60. Geburtstag – nicht übernommen.

Sein Wirken auf die Nachwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach seinem Tod wurde es lange Jahre still um den einst so bewunderten Künstler, dessen Werke in vielen deutschen Städten aushingen und Anerkennung fanden. Aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit war Grimm fast vollständig verschwunden. Den Grund dafür vermutete Sieber 1983 darin, dass seine Neuerungen nicht bahnbrechend waren und er nicht bereit war, sich der Avantgarde anzuschließen.

Nachruf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Grimm war ein Mann, der an das Gute im Menschen glaubte und an die Möglichkeit, diese irdische Welt zu verbessern. Ein Moralist, ein Idealist, dem es ein Leben lang um Wahrheiten ging.“

Michael Sieber (1983)

Veröffentlichungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kunstverein Baden-Baden (Hrsg.): Baden-Baden in hundert Zeichnungen. Mit einer Einführung und Sonetten von Reinhold Schneider. 1928.
  • Die Pyramide: Die Deutschen 1931. Ausgabe vom 10. Januar 1932.
  • Die Pyramide: Die Ordnung in der Kunst. Ausgabe vom 13. März 1932.
  • Die Pyramide: Über L.Schmid-Reute. Ausgabe vom 5. Februar 1933.
  • Gemeinde Mudau (Hrsg.): Erlebnisse und Betrachtungen eines Malers. Autobiografie. Redaktion: Michael Sieber und Lilo Krieg-Sieber, 1983.
  • Dieter Steigleder: Arthur Grimm 1883–1948. Erlebnisse und Betrachtungen eines Malers. Gesamtausgabe. Autobiografie (= Zwischen Neckar und Main. Band 35). Bezirksmuseum Buchen. 2018, ISBN 3-937996-62-1 (Leseprobe).

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

nach Jahreszahlen geordnet

  • Joseph August Beringer: Grimm, Arthur. In: Ulrich Thieme, Fred. C. Willis (Hrsg.): Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler von der Antike bis zur Gegenwart. Begründet von Ulrich Thieme und Felix Becker. Band 15: Gresse–Hanselmann. E. A. Seemann, Leipzig 1922, S. 44 (Textarchiv – Internet Archive).
  • Erminuo Grunauer: Der Maler Arthur Grimm. In: Deutsche Kunst und Dekoration. Darmstadt, Heft 5, 1925. S. 289–292 (digi.ub.uni-heidelberg.de).
  • Eckkhart: Der Odenwälder Maler Arthur Grimm über sein Schaffen. In: Jahrbuch für das Badner Land. Karlsruhe 1934.
  • Theodor Humpert: Mudau im Odenwald, Wesen und Werden einer Odenwaldgemeinde. Zweite, verbesserte und vermehrte Auflage. 1954. S. 209–214.
  • Otto Flake: Manuskript mit Erinnerungen an Arthur Grimm In: Badisches Tageblatt vom 9. Februar 1963 (Baden-Baden.de PDF).
  • Michael Sieber (Hrsg.): Die Hollerbacher Malerkolonie. Verein Bezirksmuseum Buchen, Buchen 1980, ISBN 3-923-69901-8
  • Staatliche Kunsthalle Karlsruhe (Hrsg.): Kunst in Karlsruhe 1900-1950. C. F. Müller; Karlsruhe; 1981, S. 152–153.
  • Michael Sieber (Hrsg.): Arthur Grimm: 1883–1948; Gemälde und graphische Arbeiten; Ausstellung in Mudau aus Anlass des 100. Geburtstages. Redaktion: Michael Sieber und Lilo Krieg-Sieber 1983.
  • Leo Mülfarth: Kleines Lexikon Karlsruher Maler. Badenia-Verlag; Karlsruhe; 1987; S. 165.
  • Hans Slama: 900 Jahre Mudauer Odenwald, Vom Fronhofsverband zur Gemeinde Mudau. 2002, ISBN 3-929295-88-1. S. 75–76.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Arthur Grimm (painter) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. artnet: Matrose (Bildnis des Bruders Walter) , 1907. Abgerufen am 15. Februar 2022.
  2. Arthur Grimm. kunsthandel-koskull.de, 26. Januar 2016, abgerufen am 6. Januar 2022 (deutsch).
  3. akg-images – Rhein bei Säckingen. Abgerufen am 6. Januar 2022.
  4. Hans Karl Kiefer: Arthur Grimm zum 60. Geburtstag. In: Pforzheimer Anzeiger / Zeitungen / 88 (14.4.1943) S. 2. 1943, abgerufen am 24. Januar 2022.
  5. Grimm-Brenner Stephanie – Detailseite. LEO-BW, abgerufen am 29. Dezember 2021.
  6. Mudau: „Menschlich gesehen war der Krieg ein Wahnsinn“. Abgerufen am 20. Januar 2022.
  7. Brenners Park-Hotel & Spa. Abgerufen am 22. Januar 2022.
  8. Wertvolles Gemälde von Arthur Grimm gesichert. Gemeinde Mudau, abgerufen am 30. Dezember 2021.
  9. Max Beckmann (1884–1950). Abgerufen am 19. Januar 2022.
  10. Arthur Grimm – Die Darmstädter Sezession – 1919 – 2019. Abgerufen am 17. Januar 2022.
  11. Emil Baader: Badische Presse: Generalanzeiger der Residenz Karlsruhe und des Großherzogtums Baden, Sonntagausgabe – Sonntag, 19.02.1933 – Deutsches Zeitungsportal. In: Arthur Grimm – Der Maler aus dem Odenwald. Abgerufen am 29. Januar 2022.
  12. Detailseite – Archivportal-D. Abgerufen am 20. Januar 2022.
  13. Arthur Grimm 1883 – Mudau/Odw. – 1948. Abgerufen am 6. Januar 2022.
  14. Eine ländliche Kunstausstellung: Badische Presse: Generalanzeiger der Residenz Karlsruhe und des Großherzogtums Baden, Abendausgabe – Samstag, 24.03.1934 – Deutsches Zeitungsportal. Abgerufen am 26. Januar 2022.
  15. Arthur Grimm 60 Jahre alt: Badische Presse: Generalanzeiger der Residenz Karlsruhe und des Großherzogtums Baden, [6.2. u. 7.2.1943] Samstag u. Sonntag – Samstag, 06.02.1943 – Deutsches Zeitungsportal. Abgerufen am 29. Januar 2022.
  16. Fritz Wilkendorf: Arthur Grimm im Karlsruher Kunstverein - Sammelschau zum 60. Geburtstag des Malers. In: Der Führer/ Zeitungen / 97 (7.4.1943) [3]. 1943, abgerufen am 24. Januar 2022.
  17. Ein Odenwälder hält den Odenwald im Bilde fest: Hakenkreuzbanner: NS-Tageszeitung für Mannheim u. Nordbaden – Sonntag, 11.04.1943 – Deutsches Zeitungsportal. Abgerufen am 29. Januar 2022.
  18. Arthur Grimm. Abgerufen am 29. Dezember 2021.
  19. Stationen markanter Persönlichkeiten besucht. Gemeinde Mudau, 2006, abgerufen am 24. Januar 2021.
  20. Traueranzeige Arthur Grimm: Badener Tageblatt / Zeitungen / 16 (27.2.1948) [4]. 1948, abgerufen am 24. Januar 2022.
  21. Der Landbote: Zeitungen / 67 (20.3.1934) [4]. 1934, abgerufen am 25. Januar 2022.
  22. Kulturhistorischer Rundweg Mudau - Station 14: Arthur Grimm Stube - Wanderwalter 2.0. Abgerufen am 7. September 2021.
  23. Lebenserinnerungen von Arthur Grimm. In: NOKZEIT. Abgerufen am 7. September 2021.
  24. Gemälde im Bezirksmuseum Buchen. Abgerufen am 22. Januar 2022.
  25. Clarissa Kupferberg (Mainz 1907-1989 Baden-Baden), Porträt von Alix Grimm / Portrait of Alix Grimm, 1965. Abgerufen am 24. Januar 2022 (englisch).