Arthur Nikutowski

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Johann Arthur Severin Nikutowski (* 9. Januar 1830 in Salwarschienen, Kreis Preußisch Eylau (poln.: Kanie Iławieckie) in Ostpreußen; † 1888 in Düsseldorf) war ein Genre-, Pferde- und Schlachtenmaler polnischer Abstammung. Er zählt zur Düsseldorfer Malerschule.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nikutowski begann sein Malereistudium in Königsberg, setzte es an der Kunstakademie Düsseldorf bei Carl Friedrich Lessing fort, folgte ihm 1859 nach Karlsruhe und ließ sich endgültig 1865 in Düsseldorf nieder. Seine ersten Werke waren kleinformatige Genrebilder, später schuf er hauptsächlich große Schlachtenbilder, darunter auch Episoden aus dem polnischen Januaraufstand 1863. Von 1880 bis zu seinem Tod im Jahr 1888 war er Lehrer für Anatomie an der Düsseldorfer Akademie. Dies veranlasste ihn zu Studien über vergleichende Anatomie und Proportionslehre, die nicht veröffentlicht wurden.[1]

Seine Leidenschaft galt der Darstellung von dynamischen Reitergruppen und Pferden, die er in spannungsgeladene Handlungen einbettet und mit einem Pathos und Schwung ausstattet, wie es nur aus der russischen Malerei bekannt ist.

Sein Sohn Erich (1872–1921) wurde ebenfalls Maler und widmete sich hauptsächlich der Landschaftsmalerei.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem Gemälde Wilde Fahrt (1855) lässt er seine polnische Herkunft einfließen und veranschaulicht mit eindringlicher Ausdruckskraft die Flucht der Polen vor den Preussen. Die in Weiß- und Grautönen gehaltene, verwehte Schneelandschaft bildet einen magnetisierenden Kontrast zur dynamischen Komposition der fliehenden Gruppe in der Diagonalen, dessen erregte Expressivität von Menschen und Pferden den Betrachter mitzureißen scheint.

Viehandel auf winterlichem Marktplatz (1881) besticht nicht nur durch seine Vielfigurigkeit sondern auch durch den Pathos jeder einzelnen der Personen, deren Haltung und Mimik die Kälte des Winters und die Feuchtigkeit der Massenausdünstungen widerspiegelt. Es erzielte schon 2009 einen Rekordpreis auf einer Privatauktion.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Alexander Müller: Biographisches Künstler-Lexikon. Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig 1882, S. 394 f. (Digitalisat)
  • Adolf Rosenberg: Aus der Düsseldorfer Malerschule. Studien und Skizzen. Leipzig 1890, S. 18
  • Ingeborg Kelch: Ein Beitrag zur Malerei der Romantik in Ostpreußen. Dissertation, Königsberg 1939

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Artur Nikutowski – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Friedrich Schaarschmidt: Zur Geschichte der Düsseldorfer Kunst, insbesondere im XIX. Jahrhundert. Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf 1902, S. 233 (Digitalisat)
  2. Viehmarkt auf dem Marktplatz von Preußisch-Eylau auf van-ham.com, abgerufen am 1. Oktober 2015
  3. Die letzten Stunden der Schlacht bei Leipzig, 1813 auf bildindex.de, abgerufen am 1. Oktober 2015
  4. Bettina Baumgärtel (Hrsg.): Die Düsseldorfer Malerschule und ihre internationale Ausstrahlung 1819–1918. Michael Imhof Verlag, Petersberg 2011, ISBN 978-3-86568-702-9, Band 2, S. 438 (Katalog-Nr. 373)