Artillerievorbereitung

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Artillerievorbereitung(en) sind taktische Handlungen der angreifenden Artillerie um Waffensysteme, Personal, Befestigungen und andere Objekte des Feindes vor dem Beginn des Angriffs der eigenen Truppen zu zerstören oder niederzuhalten.

In der ersten Phase des Ersten Weltkriegs (bis 1916) fand die Artillerievorbereitung für den Durchbruch der vorderen Positionen Verwendung. Die Dauer des "Trommelfeuers" schwankte von wenigen Stunden bis zu mehreren Tagen. Der taktische Nutzen dieser Bombardierungen war gering, da tiefgestaffelte Grabensysteme den Verteidigern erlaubten, sich während des Artillerieangriffes zurückzuziehen, während des nachfolgenden Infanterieangriffes jedoch die vorher zeitweise verlassenen Stellungen wieder zu besetzen und die gegnerische Infanterie abzuwehren. Zusätzlich wurde durch die Artillerievorbereitung das Vorangehen der angreifenden Infanterie erschwert.[1]

Im weiteren Fortgang des Krieges verkürzte sich die Zeit der Artillerievorbereitung, sie ging einher mit einer Verbesserung der Treffsicherheit und umfasste Feuer aller Kaliber.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Artillerievorbereitung dann eingesetzt, wenn der Gegner sich in befestigten Stellungen befand. Die Angriffszeit betrug nun jedoch nur noch einige zehn Minuten bis zu mehreren Stunden. Artillerieunterstützung wurde dann geschossen, wenn sich der Gegner im Angriff auf eigene Stellungen befand. Mit der Entwicklung der mechanisierten Gefechtsführung durch Guderian wurde die Artillerie mit Panzerhaubitzen wie der Hummel selber beweglich und folgte den mechanisierten Angriffsspitzen unmittelbar.

In der sowjetischen Militärdoktrin des Kalten Krieges spielte die Artillerievorbereitung eine wichtige Rolle, entsprechend waren Ausbildungsgrundsätze und Strukturen des Heeres gestaltet. Die Artillerie gliederte sich in Gefechtsverbände die mit Panzerhaubitzen die unmittelbare Feuerunterstützung teilweise im direkten Richten durchführte und die Regimentsartilleriegruppe (RAG) und die Divisionsartilleriegruppe (DAG), die jeweils aus den übergeordneten Artillerieverbänden wie dem Divisionsartillerieregiment und der Korpsartillerie für die unterstellten Großverbände gebildet wurden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Georg Bruchmüller (1922): Die deutsche Artillerie in den Durchbruchschlachten des Weltkrieges. E.S. Mittler & Sohn, Berlin.
  • Georg Bruchmüller (1926): Die Artillerie beim Angriff im Stellungskrieg. Verlag „Offene Worte“, Berlin/Charlottenburg.
  • Alexander Meschnig (2008): Der Wille zur Bewegung: Militärischer Traum und totalitäres Programm. Eine Mentalitätsgeschichte vom Ersten Weltkrieg..., Transcript.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Alexander Meschnig (2008): Der Wille zur Bewegung: Militärischer Traum und totalitäres Programm. Eine Mentalitätsgeschichte vom Ersten Weltkrieg..., Transcript, S. 85