Arturia

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Arturia

Rechtsform Sàrl
Gründung 1999
Sitz Meylan, Frankreich
Mitarbeiterzahl 35
Branche Softwareproduzent,
Musikinstrumentenbau
Website www.arturia.com
Der dreispurige Sequenzer Arturia Beatstep Pro gewann 2015 den MIPA-Award als bestes "DJ/Producing Tool"

Arturia ist ein 1999 von Frédéric Brun und Gilles Pommereuil gegründeter Hersteller von Hard- und Software im Bereich der Musikproduktion mit Sitz in Grenoble, Frankreich.[1] Das Unternehmen ist besonders bekannt für seine Software-Synthesizer, die den klassischen Sound analoger Synthesizer der 1970er Jahre wiederbringen. Darüber hinaus werden Hardware-Synthesizer, MIDI-Controller, Audio-Interfaces, Drumcomputer sowie Software-Synthesizer für iPad produziert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als erstes Produkt brachte das Unternehmen den Software-Synthesizer Storm auf den Markt, der als Niedrigpreisgerät konzipiert war. Unter Verwendung der von ihnen entwickelten Algorithmen arbeiteten die Arturia-Ingenieure seit 2003 daran, digitale Synthesizer mit authentisch-analogem Klang zu entwickeln. Zusammen mit Robert Moog entwickelten sie den Modular V. Weitere Software-Nachbildungen historischer Instrumente folgten, darunter der Minimoog V, der bei Fachmagazinen und Nutzern großen Anklang fand,[2][3] der ARP 2600 V oder das Wurlitzer V. Die Emulations-Technologie ist unter der Bezeichnung TAE (True analog emulation) geschützt.

In den Folgejahren drang man dann auch in den Hardware-Markt ein. 2009 wurde mit der Origin ein Hardware-Synthesizer vorgestellt, der es erlaubt, Teile bekannter Instrumente, wie Oszillatoren oder Filter, frei zu kombinieren. Er wurde bis 2014 angeboten. Die seit 2010 verkauften Keylab-Tastaturen sind reine MIDI-Kontroller, welche die angebotenen Software-Synthesizer besser bedien- und spielbar machen sollen.

2011 erschien mit Spark ein digitaler Drumcomputer, dessen Software auf einem angeschlossenen Computer läuft und dessen vielfältig bearbeitbaren Klänge sich aus Samples und veränderbaren Synthesizern speisen. Die Eingabe der Rhythmen ist im Stil einer 909 (durch Aktivieren der Zeitmarken) oder MPC (Aufzeichnung von Tastenfolgen) möglich. Nachfolgemodelle sind der kleinere Spark LE und die Spark 2 (Jan. 2014).

Ab 2012 eröffnete Arturia die Brute-Linie, die aus vollständig analogen, monophonen Hardware-Synthesizern besteht. Das erste Modell dieser Reihe war der MiniBrute, der in Zusammenarbeit mit dem Designer Axel Hartmann entstand und sich durch geringe Größe und einen charakteristischen „kratzigen“ Klang auszeichnet[4]. Das dort eingesetzte und von Yves Usson entworfene 12 dB/Oct-Steiner-Parker-Filter wurde in Absprache mit Nyle Steiner konstruiert. Das Nachfolgegerät war der auf ein funktionelles Minimum (ein komplexer Oszillator und nur eine ADSR Hüllkurve für Filter und Verstärker) reduzierte Microbrute. 2016 stellte Arturia auf der NAMM Show den MatrixBrute vor, dessen wesentliche Merkmale zwei auf dem MiniBrute basierende Oszillatoren und eine 16x16-Modulationsmatrix nach Art des EMS VCS 3 sind, der aber noch weitere Baugruppen besitzt. 2017 kam mit dem DrumBrute ein analoger Rhythmus-Synthesizer hinzu, der gleichzeitig zwölf der insgesamt 17 veränderbaren Schlagzeug-Klänge erzeugen kann. 2018 folgte die zweite Generation des Minibrute, welche sich durch einen zweiten LFO, ein Patchbay mit 28 Eingängen und 20 Ausgängen auszeichnet sowie einen zweiten Oszillator, der additiv, als weiterer LFO oder als Modulator im Sinne der Frequenzmodulation einsetzbar ist. Diesen Minibrute 2 gibt es in einer Fassung mit Tastatur und Arpeggiator oder als Minibrute 2s mit eingebautem vierspurigem Sequenzer. Beide Versionen sind mithilfe des gleichzeitig erschienen Rackbrute (Modulargehäuse mit Tragehilfe) zu einem Modularsynthesizer erweiterbar.

2014 erschloss sich Arturia einen weiteren Kundenkreis mit dem schlicht gehaltenen 16-Schritt-Step-Sequenzer Beatstep, der Musikgeräte und Synthesizer über MIDI und Kontrollspannung ansteuert, aber auch als allgemeiner MIDI-Kontroller verwendbar ist. Das 2015 zum Beatstep Pro erweiterte Modell hat zwei parallele Melodiespuren, sowie eine 16-spurige Rhythmus-Sektion zu je 64 Schritten, die alle zusammen 10 analoge oder 18 digitale Signalempfänger steuern. Ein zusätzlicher Taktgeber sowie etliche weitere Funktionalitäten ertüchtigen ihn zu einer Schaltzentrale für Aufführungen. Weil Notenwerte mit Drehreglern einzustellen für Musiker nicht natürlich ist, brachte Arturia 2016 noch den Keystep, der als Mini-Keyboard, polyphoner Sequencer, Arpeggiator und Eingabehilfe für Akkorde funktioniert.

Rückseite des AudioFuse mit integrierten 3-Port-USB-Hub

2015 stellte Arturia sein Audio-Interface namens AudioFuse vor.

Den ersten neu konzipierten Software-Synthesizer, der sich nicht an historischen Geräten orientiert, veröffentlichte Arturia im Dezember 2018 mit dem Pigments. Dessen Aufbau folgt im Wesentlichen der subtraktiven Klangsynthese, die beiden Klangquellen sind jedoch wahlweise Wavetable-Oszillatoren, Tripel virtueller Analog-Oszillatoren und seit Version 2.0 (Dezember 2019) Granular-Oszillatoren. Die beiden parallelen oder seriellen Filter können ebenso zwischen verschiedenen Modi (Hoch-, Tief-, Band-pass, Formant, Kamm-) wechseln.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arturia war seit 2004 jedes Jahr für den MIPA-Award nominiert und gewann diesen neunmal.[5]

Jahr Kategorie Produkt
2004 Software Instrument Arturia Moog Modular V
2006 Software Instrument Arturia Prophet V
2011 Synthesizer Hardware Origin Keyboard
2013 Synthesizer Hardware MiniBrute
2015 DJ/Producing Tool Beatstep pro
2016 Synthesizer MatrixBrute
2017 Synthesizer MatrixBrute
2018 Elektronisches Instrument(Hardware) MiniBrute 2
2018 Software Instrument Arturia V Collection 6

Künstler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Produkte des Unternehmens werden von Musikkünstlern unterschiedlicher Stilrichtungen eingesetzt, beispielsweise von:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mark Jenkins: Analog Synthesizers: Understanding, performing, buying: From the legacy of Moog to software synthesis. Focal Press, 2007, S. 247–249. (eingeschränkte Buchansicht)
  • Mike Collins: In the Box Music Production: Advanced Tools and Techniques for Pro Tools. Focal Press, 2015, S. 294–329. (eingeschränkte Buchansicht)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Arturia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Arturia – Musical Instruments :: Bonedo. In: bonedo.de. Abgerufen am 26. Januar 2016.
  2. Arturia Minimoog V – Software-Synthesizer › KEYBOARDS. In: keyboards.de. Abgerufen am 26. Januar 2016.
  3. Arturia V Collection Classics lag 2015 in der Nutzerwertung der Seite synthopia.com auf Platz 3. In: synthtopia.com. Abgerufen am 31. Januar 2016.
  4. Arturia MicroBrute – der kreative und kraftvolle Zwerg – GreatSynthesizers. In: greatsynthesizers.com. Abgerufen am 26. Januar 2016.
  5. 14th mipa - Musikmesse International Press Award – Winner2013. (Nicht mehr online verfügbar.) In: mipa-award.de. Archiviert vom Original am 21. Februar 2016; abgerufen am 26. Januar 2016 (englisch).
  6. Arturia – Artists. In: arturia.com. Abgerufen am 26. Januar 2016 (englisch).

Koordinaten: 45° 12′ 34,5″ N, 5° 47′ 52,9″ O