Arturo Escobar

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Arturo Escobar (* 1952 in Manizales) ist ein kolumbianisch-amerikanischer Anthropologe.

Er ist Kenan Distinguished Professor of Anthropology an der University of North Carolina in den USA. Seine wissenschaftlichen Interessen umfassen die Politische Ökologie, Entwicklungsanthropologie, Soziale Bewegungen, Globalisierungskritische Bewegungen und Entwicklungskritik.

Escobar kritisiert modernistische Ideen und den Neoliberalismus und sieht hier vor allem in großen Institutionen Akteure einer unguten Idee von „Entwicklung“.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Escobar wurde in Manizales (Kolumbien) geboren. Er besitzt die kolumbianische und US-amerikanische Staatsbürgerschaft und veröffentlicht in englischer und spanischer Sprache.

Escobar schlug ursprünglich eine Karriere als Chemiker ein. 1975 erhielt er seinen Bachelor of Science als Chemie-Ingenieur an der University of Valle in Cali (Kolumbien) und komplettierte seine Ausbildung als Biochemiker an der Medical School der Universität Valle. Er reiste in die USA, um seinen Master in „food science and international nutrition“ an der Cornell University zu machen und erhielt diesen 1978. Von 1981 bis 1982 arbeitete er für das Amt für Nationale Planung der Kolumbianischen Regierung (Kabinett von Julio César Turbay Ayala). 1987 erhielt er den Doktortitel an der University of California, Berkeley, in Entwicklungsphilosophie, Politik und Planung.

Escobar lehrte vor allem an US-Universitäten, wie an der University of Massachusetts Amherst, darüber hinaus in universitären Einrichtungen in Kolumbien, Finnland, Spanien und England.

2021 wurde Escobar in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Monographien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Encountering Development: The Making And Unmaking Of The Third World. Princeton University Press, Princeton (New Jersey) 1995.
  • Feel-thinking with the Earth (in Spanish: Sentipensar con la tierra). Unaula, Medellin 2014.
  • Territories of Difference: Place, Movements, Life, Redes. Duke University Press, Durham 2008.
  • Designs for the Pluriverse. Radical Interdependence, Autonomy and the Making of Worlds. Duke University Press, Durham 2018.

Sammelbände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hg., mit Walter D. Mignolo: Globalization and the Decolonial Option. Routledge, London 2010.
  • Bernd Reiter (Hrsg.): Constructing the Pluriverse. The Geopolitics of Knowledge. Duke University Press, Durham 2018.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Simon Batterbury, Jude L. Fernando: Arturo Escobar. In: Rob Kitchin, Phil Hubbard (Hrsg.): Key Thinkers on Space and Place. 2. Auflage. Sage, Los Angeles 2010, ISBN 978-1-84920-102-5, S. 154–161.
  • Sonja Ganseforth: Arturo Escobar (* 1952). In: Matthias Middell, Ulf Engel (Hrsg.): Theoretiker der Globalisierung. Leipziger Universitätsverlag, Leipzig 2010, ISBN 978-3-86583-459-1, S. 211–224.

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Simon Reid-Henry: Arturo Escobar: a post-development thinker to be reckoned with. In: The Guardian. 5. November 2012, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 16. Juli 2017]).