Artvin

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Artvin
Wappen von Artvin
Artvin (Türkei)
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Basisdaten
Provinz (il): Artvin
Koordinaten: 41° 11′ N, 41° 49′ O41.18333333333341.818055555556345Koordinaten: 41° 11′ 0″ N, 41° 49′ 5″ O
Höhe: 345 m
Einwohner: 23.527[1] (2008)
Telefonvorwahl: (+90) 466
Postleitzahl: 0800
Kfz-Kennzeichen: 08
Struktur und Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Emin Özgün (CHP)
Webpräsenz:
Landkreis Artvin
Einwohner: 32.272[1] (2008)
Fläche: 1.085 km²
Bevölkerungsdichte: 30 Einwohner je km²

Artvin (georgisch ართვინი, armenisch Արդվին) ist die Hauptstadt der zur Schwarzmeerregion gehörenden gleichnamigen Provinz im Nordosten der Türkei. Die Stadt liegt am Ostabfall des Pontischen Gebirges hoch über dem Flusstal des Çoruh. Bei der Volkszählung 2008 betrug die Einwohnerzahl 23.527. Sie setzt sich neben Türken aus Georgiern, Lasen und Kurden zusammen[2].

Geschichte[Bearbeiten]

Livane Kalesi, Burg von 939 im Tal

Die Umgebung Artvins zeigt Reste einer Besiedlung, die bis 2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung zurückreichen. Im Jahr 646 wurde die Umgebung Artvins während der arabischen Eroberungszüge eingenommen. Danach wechselte mehrfach die Vorherrschaft zwischen Byzantinern und Arabern. In dieser wechselvollen Zeit wurde die Burg Livane unten in der Nähe des Flusses errichtet, um die Eroberungszüge feindlicher Heere zu beobachten. Ab 1068 herrschten hier die Seldschuken. Nach einem georgischen Zwischenspiel fiel der Ort erneut unter seldschukische Herrschaft. Später war Artvin ein Grenzfürstentum aserbaidschanischer Atabegs. Im 13. Jahrhundert kamen die Mongolen und Ilchane und im 15. Jahrhundert stand Artvin unter der Vorherrschaft Uzun Hasans, der die lokalen Herrscher in ihrem Amt beließ. Im Osmanischen Reich wahrte Artvin eine Weile einen halbunabhängigen Status, nachdem Kronprinz Selim I. die Georgier besiegte, die Artvin zeitweilig erobert hatten.

Im Russisch-Osmanischen Krieg von 1877–78 eroberte Russland den Nordosten der Türkei und Artvin. Nach der im Russischen Reich durchgeführten Volkszählung lebten im Bezirk Artvin 52.434 Menschen, darunter waren 50,3 % Türken, 34,5 % Georgier und 14,8 % Armenier. Die Stadt Artvin war mehrheitlich von Armeniern bewohnt, die Umgebung hingegen von den Georgiern und Türken.

Mit dem Friedensvertrag von Brest-Litowsk am Ende des Ersten Weltkrieges fiel das Gebiet wieder an die Türken.

Stadtbild[Bearbeiten]

Das Zentrum von Artvin liegt oberhalb der vom Schwarzen Meer südöstlich nach Ardahan und Kars führenden Schnellstraße 10 und ist über eine ab dem Abzweig fünf Kilometer lange, steile Serpentinenstraße zu erreichen. Der Busbahnhof für Fernbusse befindet sich im separaten Vorort Köprübaşı (auch Çarş) in der Nähe des Abzweigs am Flussufer. Die gesamte Innenstadt erstreckt sich entlang der Hauptstraße İnönü Caddesi und einiger kurvig verlaufenden Nebenstraßen auf halber Höhe am Berghang. Es gibt praktisch keine ebene Fläche im Stadtbereich. Als Provinzzentrum verfügt Artvin über entsprechende Verwaltungsgebäude, eine Bank und mehrere Hotels. Viele der einfachen Hotels fungieren zugleich als Bordelle.

Fast alle existierenden Häuser wurden ab dem letzten Viertel des 20. Jahrhunderts errichtet. Wohnblocks prägen das Stadtbild. Kaum mehr als zwei Häuser mit barocken Fassaden im russischen Stil sind noch aus der Zeit der russischen Herrschaft erhalten. Die Moschee im Stadtteil Çarşı (Çarşı Camii) datiert in die Jahre 1861/62. Die Salih-Bey-Moschee (Salihbey Camii) wurde 1792 fertiggestellt.

Partnerstadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Türkisches Institut für Statistik, abgerufen 3. November 2009
  2. Artvin. artvindernegi.com

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Artvin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien