Arzheim (Landau)

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Arzheim
Früheres Arzheimer Gemeindewappen
Koordinaten: 49° 11′ 37″ N, 8° 4′ 7″ O
Höhe: 201 m ü. NHN
Fläche: 6,06 km²
Einwohner: 1425 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 235 Einwohner/km²
Eingemeindung: 22. April 1972
Postleitzahl: 76829
Vorwahl: 06341
Karte
Lage von Arzheim innerhalb der Stadt Landau in der Pfalz
Ortsbild von Arzheim
Ortsbild von Arzheim

Arzheim ist ein Stadtteil von Landau in der Pfalz in Rheinland-Pfalz.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arzheim befindet sich im Westen der Gemarkung der Stadt Landau in der Pfalz in der Region Weinstraße. Nördlich des Siedlungsgebiets verläuft in Ost-West-Richtung der Ranschbach. Im Südwesten der Gemarkung befindet sich die als Naturschutzgebiet ausgewiesene Kleine Kalmit. Unweit der Gemarkungsgrenze zur Ortsgemeinde Ranschbach befindet sich mit dem Kühungerbrunnen außerdem ein Naturdenkmal.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den ersten urkundlichen Beleg findet man 1250 im Speyerer Nekrologienbuch als Arbotsheim. Zeitweise gehörte der Ort in der Folgezeit zum Kämmerlehen der Leininger. Arzheim gehörte zur Herrschaft der Madenburg, bei der bis Mitte des 14. Jahrhunderts die Speyerer Fürstbischöfe die Besitznachfolge antraten und diese bis Ende des 18. Jahrhunderts innehatten, jedoch war die Gemeinde bereits 1765 unter französischer Souveränität.

Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Artzheim – so die damalige Schreibweise – in den Kanton Landau eingegliedert. 1814 hatte der Ort insgesamt 923 Einwohner. Von 1818 bis 1862 war der Ort – weiterhin als Bestandteils des Kantons Landau – Bestandteil des Landkommissariat Landau, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde. 1832 stellten Teilnehmer des Hambacher Festes aus dem Ort nach der Rückkehr von diesem in Arzheim einen Freiheitsbaum auf.

1939 wurde der Ort in den Landkreis Landau eingegliedert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Arzheim innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wechselte der Ort am 7. Juni 1969 in den neu geschaffenen Landkreis Landau-Bad Bergzabern. Lediglich drei Jahre später, am 22. April 1972, wurde er bereits in die kreisfreie Stadt Landau in der Pfalz eingemeindet.[2]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktueller Ortsvorsteher ist seit dem 22. September 2010 Klaus Kißel. Der frühere Ortsvorsteher, der parteilose Martin Gensheimer, ist im Juni 2010 aus persönlichen Gründen zurückgetreten. Martin Gensheimer wurde bei den Kommunalwahlen 2009 mit 16 Stimmen Vorsprung vor Klaus Kißel zum Ortsvorsteher gewählt.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Arzheim lebt zu einem großen Teil vom Weinbau. Der Ort ist über die Buslinie 531 des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar, die ihn mit dem Landauer Hauptbahnhof sowie mit Annweiler am Trifels verbindet, an den Nahverkehr angeschlossen. Zudem ist Arzheim nördlicher Ausgangspunkt der Landesstraße 510, die den Ort mit Wollmesheim, Mörzheim und Heuchelheim-Klingen verbindet. Im äußersten Westen verläuft in Nord-Süd-Richtung die Deutsche Weinstraße für wenige hundert Meter über die Arzheimer Gemarkung, jedoch ohne dabei das Siedlungsgebiet zu berühren. Mit der Arzheimer Hauptstraße sowie dem Albersweiler Kanal im Nordosten der Gemarkung existieren vor Ort zwei Denkmalzonen; hinzu kommen insgesamt 23 Einzeldenkmäler.[3] Zudem verfügt Arzheim über eine Grundschule.

Westfassade von St. Georg in Arzheim

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang April findet an einem Sonntag jährlich der Laetare-Umzug statt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ludwig Maria Hugo (1871–1935), 1921–1935 Bischof von Mainz; vehementer Gegner der NS-Ideologie
  • Alfred Joseph Koch (1879–1951), Benediktiner, Kanzler der katholischen Universität Peking, später Erzabt der Abtei St. Vincent, Pennsylvania, USA

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. GeoPortal.Landau: Einwohnerstatistik von Landau in der Pfalz
  2. Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 169 (PDF; 2,8 MB).
  3. Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Nachrichtliches Verzeichnis der Kulturdenkmäler – Kreisfreie Stadt Landau in der Pfalz. Mainz 2018, S. 21 f. (PDF; 5,0 MB).