Arznei-Mohn

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Arznei-Mohn
Papaver bracteatum.jpg

Arznei-Mohn (Papaver bracteatum)

Systematik
Eudikotyledonen
Ordnung: Hahnenfußartige (Ranunculales)
Familie: Mohngewächse (Papaveraceae)
Unterfamilie: Papaveroideae
Gattung: Mohn (Papaver)
Art: Arznei-Mohn
Wissenschaftlicher Name
Papaver bracteatum
Lindl.

Der Arznei-Mohn (Papaver bracteatum), auch Armenischer Mohn genannt, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Mohngewächse (Papaveraceae). Diese Pflanzenart mit den riesigen, tiefroten Blüten ist im Iran und im Kaukasus beheimatet. In den gemäßigten Gebieten werden Sorten als Zierpflanzen verwendet. Züchtungen aus dieser Art werden als Arzneipflanze kultiviert.

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten]

Illustration
Blütenknospen: die zwei Kelchblätter schützen die Kronblätter
Unreife Kapselfrüchte

Vegetative Merkmale[Bearbeiten]

Der Arznei-Mohn wächst als ausdauernde, krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen bis 120 Zentimetern. Aus der grundständigen Blattrosette wachsen mehrere aufrechte oder aufsteigende, robuste Stängel mit 3 bis 5 Millimetern Durchmesser und Blättern an fünf bis acht Knoten. Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel sowie Blattspreite gegliedert, in der Blattrosette 15 bis 30 Zentimeter lang und am Stängel sind sie kürzer. Die graugrünen, fiederspaltigen Blattspreiten sind in lanzettische parallele Segmente unterteilt und sind gesägt. Die Stängel und Blätter sind mit langen weißen Borsten behaart.

Generative Merkmale[Bearbeiten]

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni. Unterhalb der Blüte wachsen ein bis vier kelchblattartige, 2 bis 5 cm lange, ovale Blätter. Am Ende der Stängel befinden sich aufrecht sitzend, die schüsselförmigen, zwittrige Blüten, die mit einem Durchmesser von 10 bis 18 Zentimetern radiärsymmetrisch sind. Die breiten, in der Regel fünf, verkehrt-eiförmigen, tiefroten Kronblätter sind 7 bis 12 Zentimeter lang. Am Grund besitzen sie einen schwarzen Fleck, der „länger als breit“ ist. Um den oberständigen Fruchtknoten sitzen dicht die dunklen Staubblätter mit den violett-schwärzlichen Staubbeuteln.

Aus den Öffnungen, unter dem Deckel der kugel- bis eiförmigen, 2 bis 4 Zentimeter lange Porenkapsel entweichen die Samen, wenn die Pflanze im Wind schwankt. Die Samen reifen im Juli.

Die Chromosomenzahl wird mit 2n = 14 angegeben.

Ähnliche Arten[Bearbeiten]

Der Arznei-Mohn ist dem Orientalischen Mohn (Papaver orientale) sehr ähnlich, er unterscheidet sich aber deutlich durch seine robusten Stiele und die fünf bis acht mit Blättern besetzte Knoten.

Vorkommen[Bearbeiten]

Der Arznei-Mohn ist in der nordöstlichen Türkei, nördlichen Iran, Armenien und Aserbaidschan beheimatet. Er wächst in trockenen Steppen und Gebirgen in Höhenlagen zwischen 500 und 2000 Metern. Er gedeiht am besten auf Böden vulkanischen Ursprungs.

Botanische Geschichte[Bearbeiten]

Der Arzneimohn wurde 1818 durch Fischer, einem Mitarbeiter des kaiserlichen Botanischen Gartens in St. Petersburg nach Europa eingeführt. Die Samen stammten vermutlich aus dem Kaukasus. 1821 verfasste John Lindley die Erstbeschreibung.[1]

Verwendung[Bearbeiten]

Die dekorativen Sorten werden weltweit als Zierpflanze genutzt, oft auch Kreuzungen mit dem sehr ähnlichen Orientalischen Mohn (Papaver orientale). An sonnigen Plätzen ist der Arznei-Mohn sehr einfach zu kultivieren.

Der Milchsaft der Kapselfrucht enthält um die 6 % Alkaloide, deren wichtigste Vertreter das Oripavin und das Thebain sind. Beide sind strukturell mit Morphin verwandt, das aber selbst in der Pflanze nicht nachgewiesen werden konnte. Aus dem Alkaloid Thebain lassen sich auf industriellem Weg Codein und andere Analgetika herstellen. Bei gezüchteten Kultursorten des Arznei-Mohns bestehen bis zu 98 % der Alkaloide aus Thebain.[2]

Zur Morphingewinnung empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den Anbau von Arznei-Mohn. Im Gegensatz zum Schlafmohn (Papaver somniferum) kann das medizinisch notwendige Morphin aus dieser Mohn-Art nur mit Hilfe industrieller Verfahren gewonnen werden. Missbrauch soll auf diese Weise erschwert werden. Von einer erfolgreichen Umsetzung dieser Maßnahme ist man heute aber weit entfernt.[2]

Das Betäubungsmittelgesetz verbietet den ungenehmigten Anbau und Vertrieb aller Teile der Pflanze. Mit der zweiten Verordnung (2. BtMÄndV) wurde 1986 die Nutzung als Zierpflanze und der freie Vertrieb der Samen zugelassen.

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Der Artikel beruht hauptsächlich auf folgenden Unterlagen:

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Peter Goldblatt: Biosystematic Studies in Papaver Section Oxytona. In: Annals of the Missouri Botanical Garden. Band 61, Nr. 2, 1974, S. 278.
  2. a b B. Bös: GIFTPFLANZEN.COMpendium Zugriff Februar 2008.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Arznei-Mohn (Papaver bracteatum) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
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