Arznei-Telegramm

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arznei-telegramm
Beschreibung Fachzeitschrift für Ärzte und Apotheker
Fachgebiet Pharmakologie, Pharmazie, Medizin
Sprache deutsch
Verlag A.T.I. Arzneimittelinformation Berlin GmbH
Erstausgabe 1970
Erscheinungsweise monatlich
Chefredakteur Wolfgang Becker-Brüser
Herausgeber A.T.I. Arzneimittelinformation Berlin GmbH
Weblink arznei-telegramm.de
ISSN 0066-8192
ZDB 2041369-5

Das arznei-telegramm (Abkürzung: a-t) ist eine deutsche medizinische Fachzeitschrift. Die überwiegend redaktionellen Beiträge werden als Druckausgabe und elektronisch publiziert. Die Zeitschrift, die nur über ein Abonnement zu beziehen ist und sich ausschließlich über deren Verkauf finanziert, erscheint monatlich und ist werbefrei. Laut Eigendarstellung ist sie unabhängig von Pharmaindustrie und anderen Interessengruppen und bietet Handreichungen zur rationalen Therapie. Herausgeber ist die A.T.I. Arzneimittelinformation Berlin GmbH in Berlin. Die Zeitschrift ist Mitglied der International Society of Drug Bulletins.

Die Redakteure des arznei-telegramms geben gemeinsam mit Autoren und Herausgebern von Der Arzneimittelbrief, Arzneiverordnung in der Praxis und Pharma-Brief auch die medizinische Laienzeitschrift Gute Pillen – Schlechte Pillen heraus.[1]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ziel des arznei-telegramms ist die Information von Ärzten, Apothekern und Mitgliedern anderer Heilberufe über Nutzen und Risiken von Arzneimitteln. Der Inhalt der meist achtseitigen Ausgaben der Zeitschrift ist von therapiekritischen redaktionellen Beiträgen geprägt. Darüber hinaus veröffentlicht das arznei-telegramm Leserbriefe, Gastkommentare und vereinzelt auch Originalartikel. Der überwiegende Teil der redaktionellen Empfehlungen zu Arzneimitteln hat einen kritisch-zurückhaltenden bis ablehnenden Charakter.

Im Blickpunkt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese Rubrik enthält in der Regel redaktionelle Beiträge über ein aktuelles Thema. Dies kann eine kürzlich veröffentlichte klinische Studie, eine publizierte Therapieempfehlung oder eine gesundheitspolitische Entscheidung sein. Die Beiträge kritisieren insbesondere mögliche Einflussnahmen der pharmazeutischen Industrie oder einen Publikationsbias, der zu Verzerrungen der Meinungsbildung führen kann.

Neu auf dem Markt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dieser Rubrik stellt das arznei-telegramm neue Arzneimittel vor, die sie basierend auf veröffentlichten klinischen Studien und sonstigem Material von Herstellern und Zulassungsbehörden bewertet. Zudem werden in der Zeitschrift neue Arzneimittel und solche, die nicht länger als fünf Jahre auf dem Markt sind, mit einem schwarzen Warndreieck gekennzeichnet. Die Bewertung fällt traditionell sehr konservativ und kritisch aus. Auch pharmakoökonomische Aspekte spielen bei der Bewertung eine Rolle. Nahezu alle neuen Therapeutika erhalten keine Therapieempfehlungen der Redaktion, da sie zumeist weniger gut erprobt sind als jahrelang bewährte Standardtherapeutika. Die sich daraus ergebende überwiegend negative Bewertung neuer Therapeutika wird von der pharmazeutischen Industrie und von Fachkreisen kritisiert.

Kurz und bündig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Rubrik „Kurz und bündig“, die ebenfalls von der Redaktion verantwortete Beiträge enthält, wird kurz auf neue Therapieempfehlungen, Indikationserweiterungen und neu beobachtete Nebenwirkungen eingegangen. Auch hier äußert sich die Redaktion häufig pharmakritisch.

Originalartikel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vereinzelt veröffentlicht das arznei-telegramm Originalartikel. Besondere Berücksichtigung finden, nach Angaben der Zeitschrift, Artikel, die aus politischen Gründen anderenorts nicht veröffentlicht wurden. Die Autoren dieser Artikel werden im Gegensatz zu den Verfassern der redaktionellen Beiträge im Einzelnen namentlich genannt und legen mögliche Interessenkonflikte offen.

Leser fragen und kommentieren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter „Leser fragen und kommentieren“ haben Leser und Gastkommentatoren die Möglichkeit, um eine Beurteilung zu bitten oder einen Beitrag zu kommentieren. Leser und Gastkommentatoren sind zur Angabe ihrer Identität und zu einem Statement über einen Interessenkonflikt verpflichtet. Fragen werden redaktionell beantwortet.

Netzwerk aktuell[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diese redaktionell bearbeitete Rubrik enthält Informationen aus der vom Herausgeber betriebenen Arzneimitteldatenbank. Hierbei handelt es sich zumeist um Fallschilderungen von schwerwiegenden Neben- und Wechselwirkungen, die in einem möglichen Zusammenhang mit einer Arzneimitteleinnahme stehen. Eine kritische Bewertung des Arzneimittels erfolgt in der Regel im Anschluss.

Redaktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herausgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das arznei-telegramm erscheint seit 1970 und wurde zunächst von dem Unabhängigen Arbeitskreis Arzneimittelpolitik Berlin (UAAB) herausgegeben. Vom jetzigen Herausgeber, der Firma A.T.I. Arzneimittelinformation Berlin, erscheinen darüber hinaus in der Regel alle zwei Jahre ein als Arzneimittelkursbuch bezeichnetes Arzneimittelverzeichnis sowie eine monatlich aktualisierte Online-Version.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • arznei-telegramm.de. A.T.I. Arzneimittelinformation Berlin GmbH, abgerufen am 7. August 2010.
  • Gute Pillen - Schlechte Pillen. Gemeinnützige Gesellschaft für unabhängige Gesundheitsinformation mbH, Gemeinschaftsprojekt von: Der Arzneimittelbrief, arznei-telegramm, Pharma-Brief und Arzneiverordnung in der Praxis (AVP), abgerufen am 7. August 2010: „Verbraucherzeitschrift“

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gute Pillen – Schlechte Pillen Impressum, abgerufen am 18. Mai 2010