Asche (Hardegsen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Asche
Stadt Hardegsen
Wappen von Asche
Koordinaten: 51° 36′ 57″ N, 9° 48′ 49″ O
Höhe: 266 m ü. NN
Einwohner: 294 (31. Dez. 2019)
Eingemeindung: 1. März 1974
Postleitzahl: 37181
Vorwahl: 05505
Asche (Niedersachsen)
Asche

Lage von Asche in Niedersachsen

Asche ist ein Ortsteil der Stadt Hardegsen im Landkreis Northeim in Niedersachsen (Deutschland).

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Asche liegt südlich von Hardegsen am Südhang des Gladebergs zwischen dem nahen Berg Bramburg im Westen und dem Leinetal im Osten. Am südlichen Rand des bebauten Ortsgebiets liegt der 285,6 m ü. NN hohe Escheberg.

Nördlich des Ortes befindet sich am Gladeberg ein Waldgebiet mit großflächigem Märzenbecher-Vorkommen und einem als Naturdenkmal ausgewiesenen Orchideenbestand.[1] Ebenfalls am Hang des Gladebergs liegen Aussichtspunkte mit Fernsicht zum Brocken und Gaußturm.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort Asche wurde im Jahre 1055 als Asca zum ersten Mal in der Gründungsurkunde des Petersstiftes zu Nörten erwähnt. Der Name ist auf das altsächsische Wort für Esche zurückzuführen. Ein Verzeichnis aus dem Jahr 1609 bezeugt, dass das adlige Geschlecht derer von Hardenberg im Ort Güter als Lehen besaßen.[2] Während der Ort Asche, der im Jahre 1784 nur 13 Feuerstellen besaß, zum Amt Hardegsen gehörte, war der östlich angrenzende Ort Fehrlingsen dem Adeligen Gericht Adelebsen zugeordnet. Die alte Heerstraße von Göttingen nach Uslar führte durch beide Dörfer. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts besaß Asche lediglich zwölf Häuser und zählte zur Parochie Ellierode.[3] Auf Anordnung des Oberpräsidenten der Provinz Hannover wurde am 1. April 1937 aus den bis dahin selbstständigen Gemeinden Fehrlingsen und Asche der heutige Ort Asche gebildet. Dieser Zusammenschluss wird durch die beiden Rauten im heutigen Ascher Wappen symbolisiert.[4] Am 1. März 1974 wurde Asche in die Stadt Hardegsen eingemeindet.[5]

Eine Besonderheit der Ortschaft Asche sind die drei Friedhöfe. Eine Dorfkirche gibt es dagegen nicht.

Wüstungskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ausgrabung einer Kirchenruine bei Asche

Im Jahr 2015 nahm der Geschichtsverein Asche/Fehrlingsen eine Ausgrabung an den im Wald unter Erde liegenden Grundmauern einer Kirche vor. Der Kirchenbau gehört zu einer mittelalterlichen Ortswüstung auf der Erhebung des Kirchberges etwa 800 Meter südlich von Fehrlingsen.[6][7] Der Name der Wüstung ist noch nicht sicher bekannt. Eine Identität mit der bereits früher für eine benachbarte Lage angenommenen Wüstung „Jürgensborg“ ist derzeit nicht erwiesen. Die Grabungen wurden 2016 fortgesetzt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsrat hat fünf Mitglieder. Ortsbürgermeister von Asche ist Tobias Klinge.

Seit 2012 ist Asche ein Bioenergiedorf mit einer Biogasanlage und eigenem Nahwärmenetz.[8]

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Traditionen sind:

  • die Theateraufführungen der „Ascher Bergratten“
  • der Herbstmarkt
  • der „Tanz in den Mai“ und Dorfwandertag am 1. Mai
  • das jährliche Skat- und Knobelturnier
  • das Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Asche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Niedersächsische Umweltkarten. Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz, abgerufen am 13. August 2012 (Bereich „Natur“, Layer „Naturdenkmal (ND)“).
  2. Johann Wolf: Geschichte des Geschlechts von Hardenberg. II. Theil. Baier, Göttingen 1823, S. 274.
  3. Wilhelm Görges: Vaterländische Geschichten und Denkwürdigkeiten der Vorzeit. Meinecke, Braunschweig 1844, S. 285.
  4. Homepage Bioenergiedorf Asche (Historisches), aufgerufen am 1. November 2017
  5. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 214.
  6. Ute Lawrenz: Geschichtsverein legt mittelalterliche Wüstungskirche in Asche frei. In: Göttinger Tageblatt. Göttinger Tageblatt GmbH & Co. KG, 26. Juni 2015, abgerufen am 26. Oktober 2015.
  7. Ausgrabungsstand 06.15. In: Bioenergiedorf Asche. Walter Klinge, abgerufen am 26. Oktober 2015.
  8. wege-zum-bioenergiedorf.de – Datenblatt zu Asche. (PDF) Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, abgerufen am 13. Mai 2015.