Ascherode (Schwalmstadt)

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Ascherode
Koordinaten: 50° 54′ 18″ N, 9° 12′ 49″ O
Höhe: 217 m ü. NHN
Fläche: 2,61 km²[1]
Einwohner: 672 (31. Dez. 2013)[2]
Bevölkerungsdichte: 257 Einwohner/km²
Eingemeindung: 31. Dezember 1970
Postleitzahl: 34613
Vorwahl: 06691
Ascherode
Ascherode

Ascherode ist ein Stadtteil von Schwalmstadt im nordhessischen Schwalm-Eder-Kreis.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ascherode liegt in der Landschaft Schwalm am Eder-Zufluss Schwalm, an der zum Hochwasserschutz nördlich des Dorfs das Hochwasserrückhaltebecken Treysa-Ziegenhain angelegt wurde. Es befindet sich zwischen Ziegenhain im Nordosten und Treysa im Westnordwesten. Die Hauptstraße im Ortskern, einem ehemaligen Haufendorf, folgt mit doppeltem Knick einem alten Bachlauf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche

1090 wird der Ort erstmals als de Eskenenroderen im Güterverzeichnis des Klosters Hersfeld erwähnt.[3] (Ein nicht genau zuordenbarer Eintrag nennt das Jahr 1072.) Ab 1259 trugen die Herren von Leimsfeld den Grafen von Ziegenhain als Ersatz für den Zehnten zu Rengershausen das Allodialgut in Ascherode zu Lehen auf. 1262 erhielt das Kloster Haina von denen von Goßfelden deren Güter in Ascherode. Ab 1306 wird Ascherode als Dorf erwähnt. 1306 erwarb das Kloster Haina von den Herren von Heimbach die Hälfte deren Güter, 1308 die zweite Hälfte. Das Kloster Hersfeld verzichtete 1343 auf die Lehnsrechte im Ort zu Gunsten des Klosters Haina. Im Jahr 1349 bekundeten die von Riedesel gegenüber den Grafen von Ziegenhain, dass die Verpfändung des Zehnten zu Ascherode durch Ruprecht Baroch mit ihrem Einverständnis erfolgt sei. Im 1350 vertauschten die Grafen von Ziegenhain ihren Hof mit dem Kloster Haina. Bereits um 1365 war ein Teil des Zehnten ziegenhainisches Lehen derer von Rückershausen und derer von Linsingen. Graf Gottfried VII. von Ziegenhain erwarb vor 1367 ein Haus mit Garten und Acker in Ascherode. 1384 verkaufte das Kloster Haina sein Vorwerk an den Treysaer Bürger Henne Floyder für 60 Mark.

Die älteste Gemarkungskarte stammt aus dem Jahr 1720. Aus einer baulichen Erneuerung im 19. Jahrhundert stammen die heutigen Häuser im Ortskern.

Am 31. Dezember 1970 verlor Ascherode im Rahmen der Gebietsreform in Hessen seine Selbständigkeit und wurde ein Stadtteil von Schwalmstadt.[4]

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die seit der Reformation von der evangelischen Gemeinde genutzte Dorfkirche ist ein spätgotischer Saalbau mit eingewölbtem Rechteckchor aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts; eine spätmittelalterliche Sakramentsnische gehört diesem ersten Bau an. Der Haubendachreiter und die Kanzel stammen aus dem 18. Jahrhundert. 1896/97 wurden das Gebäude, besonders mit neuen Fenstern, und die Ausstattung durch den Marburger Architekten Wilhelm Spahr erneuert, dabei wurde auch die 1897 datierte Orgel von Heinrich Möller hergestellt.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zahlen/ Daten/ Fakten im Internetauftritt der Stadt Schwalmstadt, abgerufen im Januar 2016.
  2. „Einwohnerzahlen“ im Internetauftritt der Stadt Schwalmstadt, abgerufen im Januar 2016.
  3. „Ascherode, Schwalm-Eder-Kreis“. Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). (Stand: 21. Mai 2014)
  4. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 411.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ascherode – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien