Asendorf (Landkreis Diepholz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Asendorf
Asendorf (Landkreis Diepholz)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Asendorf hervorgehoben
Koordinaten: 52° 46′ N, 9° 0′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Diepholz
Samtgemeinde: Bruchhausen-Vilsen
Höhe: 49 m ü. NHN
Fläche: 58,16 km2
Einwohner: 2919 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 50 Einwohner je km2
Postleitzahl: 27330
Vorwahl: 04253
Kfz-Kennzeichen: DH
Gemeindeschlüssel: 03 2 51 002
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Döhren 2
27330 Asendorf
Webpräsenz: www.asendorf.info
Bürgermeister: Heinfried Kabbert
Lage der Gemeinde Asendorf im Landkreis Diepholz
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Asendorf (plattdeutsch: Asendörp) ist eine ländliche Gemeinde in der Samtgemeinde Bruchhausen-Vilsen im Landkreis Diepholz in Niedersachsen.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde liegt 36 km südlich von Bremen und ist der zweitgrößte Ort in der Samtgemeinde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsname[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort wurde 1252 als Asenthorpe und 1330 als Asendorpe benannt. Aso als Personenname könnte auf das germanische Ans zurückgehen und so auf den Begriff der Asen, die heidnischen Götter der Germanen. Anso, Aso, Aaso, Asso, Oso, Osso sind in schriftlichen Quellen seit dem 8. Jahrhundert bezeugt. Der Name könnte auch langobardischen Ursprungs sein, da es bei den Langobarden einen Personennamen Aso oder Anso gegeben haben soll.[2]

Ortsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1091 wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Die Urkunde bezieht sich auf Ereignisse, die einige Jahre früher stattfanden. Gerhard II. von Stumpenhusen sollte einst sieben Hofstellen und acht Leibeigene in Asendorf sowie vier weitere Hofstellen in Uepsen an die Kirche abtreten. Er wurde von den Kirchenfürsten angeblich mit dem Bann belegt und hat sie betrogen, da er nur vier Hofstellen aus Asendorf und zwei aus Uepsen abtrat. Wegen des Betruges und des Schuldens von Hofstellen und Leibeigenen hat ihm die Kirche in Achim den Prozess gemacht. Den Vorsitz hatten der höchste Kirchenfürst der Region, Erzbischof Liemar von Bremen, und dessen Vasall Herzog Magnus als Inhaber des Königsbanns. Von den Rittern des Erzbischofs waren außer dem Herzog der damals noch jugendliche Markgraf Udo (Luder-Udo III.), Sohn des Markgrafen Udo, der damalige Vogt der Bremer Kirche Graf Friedrich, Graf Ekbert, Graf Egilmar, Graf Lambert von Westfalen, Adolf, der Bruder des Gerhard von Stumpenhausen, Dietrich Sueuus, der Bruder des Erzbischofs Mazellin und dessen Sohn Adalbero, der edle Jüngling Udo von Westfalen und ein Folkbert anwesend; von den Rittern des Herzogs Graf Heinrich von Hamburg, Graf Reinhold und Hermann von Imina; von den Rittern des Markgrafen Gerbert, ein weiterer Bruder des Gerhard von Stumpenhausen und Ulrich von Stade sowie noch zahlreiche Freie und Ministerialen der Bremer Kirche; zusammen mehr als 300.

Asendorf war zu dem Zeitpunkt bereits ein Kerkspeel mit dem Presbyter Lambertus, also muss die Kirche als Gebäude bereits damals existiert haben. Die Entstehung des Dorfes liegt deutlich davor, doch die offizielle 900-Jahr-Feier wurde 1991 gefeiert.

Um 1250 gab es nachweislich eine Pfarrkirche („parochia in Asenthorpe“) und es kam im 16. Jahrhundert zu einer weiteren Erwähnung in den Kirchenbüchern: Das St.-Paul-Kloster vor Bremen, zu dem die Asendorfer Kirche gehörte, weigerte sich, die Schulden mit abzutragen, die durch die Besatzung der Grafschaft Hoya durch die Herzöge von Braunschweig-Lüneburg entstanden waren. Graf Jobst II. von Hoya beschlagnahmte in der Folge die Güter des Klosters in Asendorf.

1524 wurde der Turm der St. Marcellus-Kirche erbaut und das Kirchenschiff erweitert. 1778 erfolgte eine Erneuerung der Kirche und 1909 wurden die beiden Querschiffe und die Apsis angebaut. Zwischen 1950 und 1964 gab es eine Gesamtinstandsetzung mit Ausmalung des Inneren der Kirche.

Im Jahre 1898 kam die Kleinbahn Hoya - Syke - Asendorf, die 1900 um die Strecke Bruchhausen-Vilsen - Asendorf - Bruchhausen-Vilsen erweitert wurde. Der Bahnhof Asendorf ist heute Endpunkt der Ersten Museums-Eisenbahn Deutschlands. Die heutige Bundesstraße 6 war bereits 1771 von Syke bis Wietzen trassiert, aber noch nicht gepflastert; erst von 1810 bis 1826 wurde sie fertiggestellt.

Seit 2001 wird der Ort durch das Dorferneuerungsprogramm Niedersachsen gefördert.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Samtgemeinde Asendorf wurde am 1. März 1974 aufgelöst und mit den Gemeinden Brebber, Essen, Graue, Haendorf, Hohenmoor, Kuhlenkamp und Uepsen zur Landgemeinde Asendorf vereinigt.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1961 1970 1987 1992 1997 2002 2007 2008 2009 2010 2011 2015
Einwohner 3497 3161 2713 3013 3104 3084 3009 3036 3036 3041 2994 2919

(1961: 6. Juni, 1970: 27. Mai, jeweils Gebietsstand der heutigen Gemeinde[3], ab 1987 jeweils am 31. Dezember[4])

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat aus Asendorf setzt sich aus 15 Ratsfrauen und Ratsherren zusammen.

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2011)

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In gold mit goldenen Zwillingsleisten belegter, erniedrigter, schwarzer Schräglinksbalken; oben zwei aufrechte abgewendete, unten durch ein Stück verbundene rot bewehrte, schwarze Bärentatzen, unten 8 (1:2:2:2:1) schräg links gestellte, runde ungeprägte, rote Münzen.“

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunstausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kunst-Schuppen Asendorf wurde 2010 in einem ehemaligen Lagerschuppen direkt an den Gleisen der Museumseisenbahn am Bahnhof Asendorf eröffnet. In dem rustikalen Ambiente eines Fachwerkschuppens stellen auf ca. 220 m² Fläche wechselnde Künstler ihre Werke aus. Betreiber ist die Kunst-Schiene.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Automuseum Asendorf wurde 1980 eröffnet. Ausgestellt werden ca. 60 Fahrzeuge, vor allem Kleinwagen.
  • Niedersächsisches Kleinbahnmuseum (Museums-Eisenbahn Bruchhausen-Vilsen–Asendorf), die erste Museumseisenbahn Deutschlands, eine Schmalspurbahn mit 1.000 mm Spurweite. Sie wird betrieben vom Deutschen Eisenbahn-Verein.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bundesstraße 6 Hannover–Bremen führt direkt durch die Gemeinde. Zudem liegt Asendorf an der Bahnstrecke Bruchhausen-Vilsen–Asendorf, die im Museumsverkehr befahren wird.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Asendorf (Landkreis Diepholz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, 100 Bevölkerungsfortschreibung – Basis Zensus 2011, Stand 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Der Ortsnamenforscher auf NDR 1 Niedersachsen, Recherche Jürgen Udolph
  3. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 191.
  4. LSKN-Online