Ashley Hans Scheirl

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Ashley Hans Scheirl auch Angela Scheirl, Hans Angela Scheirl (* 1956 in Salzburg) ist eine österreichische Transgender-Malerin, Konzept-, Mixed Media-, Performance, Body-Art- und Videokünstlerin.

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1966 bis 1974 besuchte Ashley Hans Scheirl das Bundesgymnasium für Mädchen in Salzburg. Anschließend studierte sie an der Akademie der bildenden Künste Wien. 1980 schloss sie ihr Studium mit dem Diplom in Konservierung und Restaurierung ab. von 2001 bis 2003 legte sie ihre Masterprüfung am Master of Art studies am Fine Art at Central Saint Martins College of Art and Design in London ab. Ashley Hans Scheirl ist seit 2006 Professor für kontextuelle Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien.

Werk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Filme aus den 1980er und 1990er Jahren entstanden an den Schnittstellen zwischen Experimentalfilm, Aktionen im öffentlichen Raum, Performance lesbischer und queerer Sexualität. Die frühen wichtigen Arbeiten trugen maßgeblich zur Entwicklung der Konzeptkunst in Österreich bei. Die österreichische Transgender-Künstlerin[1] setzt sich mit der Libido der Ökonomie auseinander. Geschlecht ist bei Scheirl ein künstlerisches Thema. In Scheirl Arbeit geht es um geschlechtliche Identität, die sie als fragil empfindet.[2] Ihr künstlerischer Wechsel vom Film zur Malerei war begleitet von einer körperlichen Metamorphose der eigenen Physis. Durch Testosteron- Injektionen wurde ihr weiblicher Körper ein männlicher. Ermutigt von den künstlerischen Erfolgen der Metamorphose emanzipierte sie sich erneut von ihrer Geschlechtsidentifikation und wurde wiederum zur Frau. Kunst ist für Scheirl ein Experimentierfeld für das Leben und deren Veränderungen.

Ashley Hans Scheirl lebt und arbeitet in Wien.

documenta 14 Beitrag Kassel, Athen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Transgender-Künstlerin war in Athen mit einer Gemäldeserie vertreten, die sich einer zertrümmerten surrealistischen Formsprache bediente.

In der Neuen Galerie in Kassel zeigte Scheirl das Bild Glorious Restraint aus der Serie Painters Parody von 2016 und drei Videos aus der Serie TV-Drawings von 1980 bis 1981. Die drei Videos zeigen eine Performance. Der Künstler durchsticht eine Leinwand. Die Videos betrachtet Scheirl als Fußnote[3] zu ihrer Malerei.

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Interpersonelles Handeln beruht unter anderem auf intrapersonellen Handlungskompetenzen und agiert stets seine Beziehung zu Tod, Verlust und Werden aus.“

– Aus: Pierre Bal-Blanc: Daybook documenta 14. Prestel Verlag, München/ London/ New York 2017

Ausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pierre Bal-Blanc: Daybook documenta 14. Prestel Verlag, München/ London/ New York 2017.
  • COMTEC Art 1999.
  • Kein Ort, überall – Kunst als Utopie. (= Jahrbuch des Instituts für Moderne Kunst in Nürnberg. 2001/02). Verlag für Moderne Kunst, Nürnberg 2002, ISBN 3-933096-70-7.
  • S. Mostegl, G. Ratzinger (Hrsg.): Matrix. Geschlechter, Verhältnisse, Revisionen. Springer, Wien/ New York 2008, ISBN 978-3-211-78316-0.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Stern vom 22. Juni 2017 - Artikel bei Nexis, abgerufen am 27. September 2017 aus dem Stern
  2. Der Standard vom 18. August 2017 - Artikel bei Nexis, abgerufen am 27. September 2017 aus dem Standard
  3. Passauer Neue Presse vom 17. Juni 2017 - Artikel bei Nexis, abgerufen am 27. September 2017 aus de Neuen Passauer Presse