Askania Werke

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Frühes Logo der Askania Werke AG Friedenau

Die Askania Werke AG wurden im Jahr 1871 in Berlin als Bambergwerke in der Linienstraße 185 (nahe den Hackeschen Höfen) gegründet und 1912 in Askania Werke AG umbenannt. 2004 entstand eine – rechtlich unabhängige – Askania AG, die mechanische Armbanduhren, Taschenuhren und insbesondere Fliegeruhren auf Basis historischer Vorlagen herstellt. Neuerdings werden auch Schreibgeräte unter der Bezeichnung Flugschreiber hergestellt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zentrale der Askania Werke in der Bundesallee in Berlin-Friedenau
Askania-Bordinstrumente

Im Jahr 1871 rief Carl Bamberg – Sohn eines Uhrmachers und Protegé von Carl Zeiss – in der Linienstraße 185 in Berlin eine Manufaktur ins Leben, die hochwertige nautische, geodätische, erdmagnetische und astronomische Präzisionsgeräte für Marine, Observatorien, Forschung und Expeditionen herstellte. Für die Häfen in Cuxhaven (1874) und Hamburg (Kaiserkai, 1876) entwickelte Carl Bamberg Zeitbälle zur Synchronisierung der Deckwatches und Schiffschronometer. Bamberg stellte seine Produkte erstmals 1876 auf internationalen Messen in London und Philadelphia sowie 1879 auf der Großen Berliner Gewerbeausstellung aus.[1] Sein Unternehmen erlebte dank herausragender Innovationen und verlässlicher Messtechnik ein schnelles Wachstum. Carl Bamberg verlegte die Zentrale 1888 in die Kaiserallee 39 (heute: Bundesallee 86–88) nach Friedenau. Die Firma arbeitete mit zahlreichen renommierten Kunden, wie Siemens & Halske oder Schottwerke Jena, sowie mit der Kaiserlichen Marine zusammen. Carl Bamberg verstarb 1892 im Alter von 44 Jahren. Seine Witwe Emma Bamberg, geb. Roux, und später sein Sohn Paul Adolf Bamberg, der im Todesjahr noch minderjährig war, übernahmen die Leitung des feinmechanischen Betriebes. 1912 stieß der damals 25-jährige Max Hermann Roux (* 26. Oktober 1886 in Leipzig), ein Vetter von Paul Adolf Bamberg, zum Werk. Max Roux heiratete am 19. Dezember 1913 Käte Wilhelmine Bolzendahl aus Rostock. Aus der Ehe stammen drei Kinder.

In Friedenau entwickelten und produzierten Carl Bambergs Werkstätten für Präzisions-Mechanik und Optik in der Zeit vor und nach der Jahrhundertwende diverse Serien von hochpräzisen wissenschaftlichen Apparaten wie beispielsweise Koordinaten-Messgeräte zum Ausmessen großformatiger fotografischer Glasnegative aus den Gebieten Physik, Astronomie und Geodäsie (namentlich der Spektrogrammetrie, Spektroskopie, Entfernungsmessung); das Unternehmen stand damit hauptsächlich in Konkurrenz zu damaligen Firmen wie Carl Zeiss Jena oder Adam Hilger London und erlangte mit diesen Produkten internationales Ansehen im wissenschaftlichen Bereich.[2]

Während des Ersten Weltkriegs war die Firma Lieferant für die Kaiserliche Marine. Das Produktionsprogramm des Jahres 1914 umfasste U-Boot-Kompasse, Entfernungsmesser, Visiereinrichtungen, Druckmesser mit Fernübertragung für Fesselballone, Kino-Filmkameras und geophysikalische Geräte.

Im Jahr 1919 fusionierte die Firma mit dem feinmechanischen Unternehmen Otto Toepfer & Sohn aus Potsdam.

Askania Werke AG ab 1921[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aktie über 100 Mark der Askaniawerke AG vom Oktober 1932

Durch Zusammenschluss mit der Central-Werkstatt für Gasgeräte GmbH in Dessau entstand 1921 die Askania Werke Aktiengesellschaft. Der Name nimmt Bezug auf das mittelalterliche Adelsgeschlecht der Askanier, die Brandenburg und Sachsen besiedelten.

Die Askania Werke AG mit Standorten in Berlin[3] und im Berliner Umland wurden zum bedeutendsten deutschen Unternehmen für Luftfahrt- und Navigationsinstrumente. Am Ende der 1920er Jahre hatte die Askania AG neben Zweigstellen in Deutschland auch Niederlassungen in Paris, Houston und Chicago.[4]

Seit den 1920er Jahren baute die Firma auch Filmprojektoren (Askanino, 1926), Stereoskopie-Kameras (Askania Bi-Pack, 1932), Filmkameras (Askania Universal, 1923; Askania Z, 1931), die unter anderem bei den UFA-Dreharbeiten zum Film Der Blaue Engel mit Marlene Dietrich, beim Film Quax, der Bruchpilot oder bei Leni Riefenstahls Die weiße Hölle vom Piz Palü zum Einsatz kamen. Im Jahr 1935 wurde die erste tragbare Schulterkamera der Welt, die Askania Schulterkamera, vorgestellt.[5] Während der Olympischen Sommerspiele 1936 kamen Zeitmessinstrumente und Filmkameras zum Aufzeichnen der Wettbewerbe zum Einsatz.

Insbesondere die Schulterkamera wurde während des Zweiten Weltkriegs zur Frontberichterstattung und zu Filmaufnahmen zur Deutschen Wochenschau, unter anderem von Horst Grund eingesetzt.

Die Nachtfluginstrumente, Bordinstrumente und Pilotenuhren halfen Pionieren der Luftfahrt, beispielsweise Ehrenfried Günther Freiherr von Hünefeld bei seiner Atlantik-Erstüberquerung oder Elly Beinhorn bei ihren Langstreckenflugrekorden. Askania-Bordinstrumente waren in zahlreichen Flugzeugen, unter anderem in denen der Lufthansa, eingebaut.

Rüstungsproduktion und Zweiter Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Wiederaufrüstung 1935 nahmen das Auftragsvolumen und die Spezialisierung für die Rüstungsindustrie zu, darunter beispielsweise auch Kreiselinstrumente für Schlachtschiffe und Flugzeuge der Heinkel-Werke. Gebaut wurden auch Zieloptiken für Flak-Geschütze und U-Boot-Periskope. Die Askania Werke entwickelten das Flugleitsystem des deutschen V1-Marschflugkörpers sowie Komponenten für die V2-Rakete.[6] Während des Nationalsozialismus war Max Roux Wehrwirtschaftsführer und leitete bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs als Generaldirektor die Firma.

Die Askania Werke hatten während des Zweiten Weltkriegs ein Zweigwerk in der Mariendorfer Ringstraße (heute: Schindler Aufzüge AG). In Mariendorf, Marienfelde und Lichtenrade gab es daher zahlreiche Barackenlager für Zwangsarbeiter der Askania Werke. Aufgrund der Zwangsarbeit stieg die Zahl der Mitarbeiter im Jahr 1940 auf ca. 20.000 Beschäftigte an. Diese stammten aus den im Zweiten Weltkrieg besetzten westlichen Gebieten wie Belgien, Frankreich und den Niederlanden, aber auch aus östlichen Gebieten wie Polen und später der Sowjetunion. Bei einem großen Luftangriff der Alliierten auf Berlin starben am 24. August 1943 in einem Lager in der Ringstraße mindestens 16 Zwangsarbeiterinnen aus der der Sowjetunion.[7] Bekannt ist auch, dass gegen Kriegsende Ende 1944 bis 1945 Kinder von Zwangsarbeiterinnen aus Frankreich und den Ostgebieten in Lagern der Askania Werke in der Rathausstraße und Ringstraße verhungert sind.[7] Im Frühjahr 1944 wurden auf Befehl des Jägerstab Teile der Produktionsanlagen zum Schutz vor Bombenangriffen unterirdisch in Schächte von Salzbergwerken südlich von Helmstedt verlagert. Häftlinge des ab März 1944 errichteten KZ Beendorf, einem Außenlager[8] des KZ Neuengamme, mussten sowohl die Erweiterungen der Schächte[9] als auch die später nötige Zwangsarbeit zur Produktion u. a. von Autopiloten, Steuerungen und Ruderanlagen für das Flugzeug Messerschmitt Me 262 und die Raketen V1 und V2[10] leisten.

In den Askania Werken Mariendorf und Weißensee waren illegale Betriebszellen der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation organisiert und aktiv, die Flugblätter herstellten und verteilten sowie Sabotage der Rüstungsproduktion betrieben. Außerdem versuchten sie Lebensmittel und Kleidung an Zwangsarbeiter zu verteilen sowie und Unterkünfte und Geld für Illegale bereitzustellen. Die Gruppe in den Askania Werken umfasste in der Zeit von 1933 bis 1945 ca. 50 Männer und Frauen. Durch die Zerschlagung der Saefkow-Jacob-Bästlein-Organisation im Juli 1944 wurden auch viele Angehörige dieser Betriebszellen verhaftet. Sechs von ihnen wurden zum Tode verurteilt und hingerichtet, nur dem Werkzeugmacher Paul Hirsch gelang auf dem Weg zum Prozess vor dem Volksgerichtshof am 28. November 1944 die Flucht. Da er nicht in Berlin versteckt werden konnte, ging er Richtung Osten und übertrat die Kriegsfront. Er starb aufgrund von Erschöpfung durch seine Flucht aus Deutschland und den vorher während seiner Haft durch Folter erlittenen Verletzungen nach Kriegsende am 21. August 1945 in einem Lager in Kasachstan. Erst seit September 2014 erinnert eine Gedenktafel in der Großbeerenstraße 2 an die sieben Arbeiter bei Askania, die im Widerstand gegen den Nationalsozialismus ihr Leben verloren.

Die Chemischen Werke Askania, auf deren Grundbesitz in Rastenburg das Führerhauptquartier Wolfsschanze stand, haben nichts mit der Askania Werke AG zu tun, verwandten lediglich den Namen Askania in ihrer Firmierung.

Entwicklung nach dem Zweiten Weltkrieg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marine-Kompass aus dem VEB Askania, 1950er Jahre

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Tod des bisherigen Generaldirektors Roux wurden die Askania Werke aufgesplittet. Aus dem Zweigwerk in Teltow entstand im Januar 1946 die Askania Feinmechanik und Optik GmbH Teltow, eine Tochtergesellschaft der Askania Werke AG Berlin-Friedenau. In den ersten Jahren wurden in dem Werk vor allem Reparationsaufträge für die Sowjetunion ausgeführt.

Am 1. August 1947 wurden die Askania Werke in Friedenau und Mariendorf durch amerikanische Militärpolizei besetzt, die Betriebe geschlossen und deren Leitung inhaftiert.[11] Trotz eines durch die amerikanische Militärregierung genehmigten Produktionsprogramms von Kinotheodolit-Geräten, die u. a. an die Askania Feinmechanik und Optik GmbH Teltow geliefert worden sind, wurde die Herstellung von Kriegsgeräten für eine fremde Macht befürchtet (gemeint war hier die Sowjetunion), auch wenn die zu rein wissenschaftlichen Zwecken gebauten Kinotheodolit-Geräte nicht vorrangig als Kriegsinstrumente anzusehen waren. Gefunden wurden laut Zeitungsangaben Kreiselgeräte für Flugzeuge, Unterseeboote, und Panzer, Geräteteile für die Flugerprobung, Beobachtungsinstrumente für ferngelenkte Geschosse wie V1 und V2, Periskope für Unterseeboote und ähnliche Präzisionsinstrumente.

Am 1. Januar 1948 wurde das Zweigwerk in Teltow enteignet und mit der Elektro Feinbau zum VEB Mechanik Askania Teltow fusioniert.[12] Ein zweites Askania-Werk in der ehemaligen sowjetischen Besatzungszone wurde in Brieselang als Volkseigener Betrieb weitergeführt.

Die Uhrenfabrikation in München wurde ab 1946 als Askania-Reglerwerk weitergeführt. Das Werk wurde 1955 von Josef Müller, einem Mitbegründer der CSU, aufgekauft und als AOA Apparatebau Gauting zu einem Unternehmen zur Herstellung von Kontroll- und Anzeigeinstrumente für Cockpits sowie optische Bediengeräte aufgebaut. Nach dem Tod seiner Tochter Christa Müller, die bis 2003 als geschäftsführende Gesellschafterin der Firma tätig war, wurden deren Anteile an Thomas Diehl, Mitgesellschafter der Diehl Stiftung aus Nürnberg, vererbt.[13]

Das Berliner Werk in Friedenau produzierte auch nach dem Krieg astronomische Instrumente, wie Zenitteleskope, Meridiankreise und Astrografen. Im Jahr 1959 wurde die Produktion in ein größeres Werk nach Berlin-Mariendorf verlagert. Die Firma lieferte Geräte für Observatorien, beispielsweise nach Caracas, aus.[4]

Askania Werke AG (Bodenseewerk Überlingen) 1947–1971[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptartikel: Bodenseewerk

Nachdem bereits Anfang der 1940er Jahre Teile der Rüstungsproduktion von Askania nach Überlingen am Bodensee ausgelagert worden waren, wurde 1947 das Askania Werke AG Bodenseewerk Überlingen gegründet. Die Askaniawerke in Berlin-Friedenau in der Bundesallee bestanden weiterhin. In der wirtschaftlich schwierigen Nachkriegszeit wurden auf der Basis des vorhandenen Wissens verschiedene Produkte entwickelt und gebaut: Schraubstöcke, Marschkompasse, Kugelschreiber, Bleistiftspitzer, Tonbandgeräte, Brillen usw. Ein Gerät zur Flugbahnbestimmung von Raketen sowie Entfernungsmesser waren technische Neuheiten.

Die Firma wurde 1949 in eine GmbH umgewandelt, um Bankkredite und Gelder des Marshallplans erhalten zu können. Die Bearbeitung von Rüstungsaufträgen endete mit dem Koreakrieg im Jahr 1953. Ab 1954 wurden im Bodenseewerk Analysegeräte für das amerikanische Unternehmen PerkinElmer Inc. produziert.

Die Entwicklung von Flugreglern wurde 1958 aufgenommen. Später wurde dieser Bereich in einer eigenen Firma, dem Fluggerätewerk Bodensee GmbH, später Bodenseewerk Gerätetechnik (BGT) produziert. Heute gehört das Bodenseewerk der Diehl Stiftung und trägt den Namen Diehl Defence. Seit 2012 gibt es ein Askania-Besucherzentrum; in Erinnerung an eigene Traditionen werden Brillen, Armbanduhren, Schreibgeräte usw. gezeigt.

In den 1960er Jahren ging ein erheblicher Teil der Fertigungsstätten der Askania Werke AG in anderen Unternehmen auf. Askania wurde 1971 zum Großteil von Siemens übernommen.

Askania AG (seit 2004)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Askania Uhrenmanufaktur, Flagshipstore Berlin (Hackesche Höfe)

Im Jahr 2004 wurde in Berlin die Askania AG von acht Aktionären neu gegründet. Seit 2006 werden in einer Manufaktur in Berlin-Friedenau wieder Uhren hergestellt, die die Tradition der Produkte der ehemaligen Askania Werke aufgreifen. In jedem Jahr wird eine limitierte Quadriga-Jahrgangsuhr aufgelegt, wobei die Anzahl der aufgelegten Stücke mit dem Alter der Firma korrespondiert. Zur Produktionspalette gehören Automatikuhren, Chronographen, Uhren mit Handaufzug und Quarzuhren, Taschenuhren sowie Schreibgeräte. Die Firma stellt auch eigene Uhrenwerke her. Das Design der Zifferblätter greift Elemente alter Kompasse und Marine-Taschenuhren auf; die Modellnamen erinnern an den Firmengründer, Flugpioniere, Flugzeuge und Berliner Orte, die mit der Entwicklung des Flugwesens verbunden sind. Seit 2015 werden außerdem handbemalte Taifun-Wanduhren des Berliner Künstlers Dyne Mieth in die Kollektion der Firma aufgenommen.

In den Hackeschen Höfen in Berlin-Mitte wurde 2007 ein moderner Flagshipstore eröffnet, in dem die Produkte der Firma und historische Instrumente der Firma ausgestellt werden. Im Jahr 2013 erfolgte aus Platzgründen der Umzug der Firma nach Berlin-Tiergarten. Die Firma verkauft die traditionellen Uhrenmodelle gegenwärtig in über 60 Geschäften in Deutschland, Europa, Asien, Bahrein und Sudan sowie traditionell an Berliner Flughäfen. Als Geschäftsführer der Askania AG ist einer der Neugründer, Leonhard R. Müller, tätig.

Im Uhrensalon in der Berliner Uhlandstraße wurde 2013 ein Askania-Museum eingerichtet, in dem historische Instrumente, Präzisionsgeräte und Uhren gezeigt werden und den aktuellen Uhren gegenübergestellt werden.

Askania-Uhren zählen – neben Produkten der Königlichen Porzellan-Manufaktur – zu der anerkannten Luxusmarke Made in Berlin, die vom ehemaligen Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit als offizielle Gastgeschenke unter anderem an George Lucas und Arnold Schwarzenegger verschenkt wurden.[14]

Die 3. Lufttransportstaffel der Bundeswehr wurde 2006 mit Askania-Uhren, Modell Cougar ausgerüstet, die einer Fliegeruhr aus den 1930er Jahren nachempfunden wurde.

Askania-Award
Die neugegründete Askania AG schließt mit dem seit 2008 an filmschaffende Künstler verliehenen Askania Award an die kinematografische Tradition der Askania Werke an. Zu den bisherigen Preisträgern des jährlich vergebenen Preises gehören Katharina Thalbach, Natalia Wörner, Sönke Wortmann, Artur Brauner, Ben Becker und Armin Mueller-Stahl. Die Preisträger erhalten unter anderem eine ausgewählte Uhr aus der Askania-Kollektion.

Nutzung der Marke „Askania“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die typische, historische Firmensignet die Wort-Bild-Marke „Askania“ (die Krone) war von 1998 bis 2008 für die Askania AG, eingetragen. Seit 2003 benutzt die Askania Mikroskop Technik Rathenow GmbH die kaum veränderte Wort-Bild-Marke für die gleiche Produktgruppe, die bis 2018 eintragen ist. Die neu gegründete Askania AG ist seit 2004 Eigentümer dieser Wort-Bild-Marke, für Luxusprodukte wie Uhren und national sowie international geschützt.[15]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Projektionsobjektive[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den vom Berliner Werk produzierten Projektionsobjektiven gehört das Askinar f1,9 (Brennweiten: 90, 100, 110, 120 mm), das optisch ein abgewandeltes Petzvalobjektiv ist. Es handelt sich um ein Objektiv für den 35-mm-Normalfilm, bei dem alle Linsen – auch die beiden vorderen – einzeln stehen. Die Reihenfolge der beiden hinteren Linsen ist ebenfalls gegenüber dem Petzvalobjektiv vertauscht.[16]

Eine zweite, Mitte der 1950er Jahre erhältliche Objektiv-Reihe für die Projektion von Mittelformat-Dias (80 mm × 80 mm) war das Askadiar. Es handelt sich hier um ein Cooke-Triplet in Varianten von f5,2/300 mm bis f12,2/700 mm.[17]

Kameras und Projektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)
  • 35-mm-Kamera Askania Universal (1923)
  • Projektor Askanino (1926)
  • Askania Z (1931); Askania Z Kamera Leitz (1956)
  • Askania Bi-Pack (1932)
  • Askania Schulterkamera (1935)
  • Hochgeschwindigkeitskamera Askania AG 35 (1955)
  • Projektor Askania AP X, XII (um 1960)

Flugzeuginstrumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)
Askania-Kompass
  • Askania-Fernkompass Aero
  • Askania-Flugzeug-Kompass Emil
  • Askania-Flugzeug-Kompass Franz
  • Askania-Wendezeiger
  • Askania Fern- und Nahdrehzahlmesser
  • Selbsttätiger Stichzähler
  • Askania-Längsneigungsmesser
  • Askania-Horizont Bauart Sperry
  • Askania-Kurskreisel Bauart Sperry
  • Askania-Höhenschreiber
  • Askania-Fahrtschreiber
  • Askania-Statoskop
  • Askania-Variometer
  • Askania-Statoskopvariometer
  • Askania-Sondenkompass
  • Askania-Wendehorizont
  • Askania-Kurssteuerungen
  • Tastschwingungsschreiber
  • Beschleunigungsmesser
  • Askania-Autopilot

Astronomische und geodätische Instrumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)
Askania-Variometer, 1943
  • Askania-Passage-Instrument Ap 100 für Meridianbeobachtungen
  • Askania-Gravimeter GS 11
  • Askania-Vertikalpendel
  • Askania-Ballon-Theodolit
  • Askania-Kleintheodolit für den Untertagebetrieb
  • Mikrophotometer
  • Askania-Variometer

Messinstrumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)
Askania Koordinaten-Messgerät (nach 1921) zum Ausmessen von Spektrogrammen; X-Y-Einstellgenauigkeit <0,5µm (im Bereich der Filmkorngröße)
  • Askania-Koordinaten-Messgeräte
  • Askania-Druckluftmesser
  • Askania-Dampfmesser
  • Kapselmembran-Meßsysteme
  • Askania-Druckluftwaagen
  • Askania-Ringwaagen
  • Askania-Eichwaage
  • Kabeldickenmessanlage
  • Strahlrohr-Regler
  • Präzisions-Sphärometer

Uhren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Auswahl)
Modell Elly Beinhorn mit Automatiklaufwerk, 2015

Seit 2006 werden in Berlin wieder Uhren im Manufakturbetrieb hergestellt. Das Uhrendesign orientiert sich an den traditionellen Produkten und greift insbesondere Details von alten Askania-Bordinstrumenten und Marine-Uhren auf. Neben Sondermodellen mit stark fluoreszierenden Zifferblättern werden auch Uhren mit Zifferblättern im Design von alten Kompassen hergestellt. Die Manufaktur stellt als Armbanduhren Automatikuhren, Uhren mit Handaufzug, Chronographen und Quarzuhren her. Darüber hinaus werden auch Wanduhren und Taschenuhren produziert.

  • Modell C. Bamberg (Automatikuhr und Handaufzug)
  • Modell Elly Beinhorn (Automatikuhr, Chronograph und Quarzuhr)
  • Modell Bremen (Duograph, Automatikuhr und Chronograph)
  • Modell Taifun (Automatikuhr, Quarzuhr und Wanduhr)
  • Modell Heinkel (Automatikuhr und Handaufzug)
  • Modell Greenmaster (Taschenuhr)
  • Modell Tegel (Automatikuhr und Chronograph)
  • Modell Tempelhof (Chronograph)
  • Modell Alexanderplatz (Automatikuhr, Handaufzug)
  • Modell Avus (Automatikuhr)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Franz Maria Feldhaus, Carl Bamberg – Ein Rückblick auf sein Wirken und auf die Feinmechanik. Berlin-Friedenau 1929, Hrsg. Askania Werke AG, Bambergwerk.
  • Lothar Starke: Vom Hydraulischen Regler zum Prozessleitsystem – Die Erfolgsgeschichte der Askania-Werke Berlin und der Geräte- und Regler-Werke Teltow. Berliner Wissenschaftsverlag 2009. ISBN 978-3-8305-1715-3.
  • Annette Neumann, Bärbel Schindler-Saefkow: „Die Freiheit, sie ist das Erntegut“. Widerstand in der Askania Werke-AG gegen das NS-Regime. Ein Beitrag zum Berliner Arbeiterwiderstand im Zweiten Weltkrieg. Mitarb. Chaja-Charlotte Boebel. Eigenverlag, Berlin 2013. ISBN 978-3-00-041481-7.[18]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Askania Werke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gudrun Wolfschmidt: Navigare necesse est – Geschichte der Navigation, Ausstellungskatalog, Bd. 14 Nuncius Hamburgensis, Hamburg 2008, ISBN 978-3-8370-3260-4, S. 93–95.
  2. Ernst von Angerer und Georg Joos: Wissenschaftliche Photographie: Eine Einführung in Theorie u. Praxis, Kapitel VI, S. 159 ff.
  3. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste, abgerufen am 4. November 2012.
  4. a b Geschichte. Bei: berlin.de, abgerufen am 2. Dezember 2015.
  5. Lexikon der Filmbegriffe: Askania, abgerufen am 3. Dezember 2015.
  6. Siehe auch: Filmdokument vom 1944.
  7. a b Tempelhof-Lagerstandorte Lager und Ausländerunterkünfte in Berlin-Tempelhof während des Zweiten Weltkriegs. Eine erste Zusammenstellung. (Stand: Frühling 2001)
  8. KZ-Gedenkstätte Neuengamme Außenlagerliste
  9. Helmstedt-Beendorf (Männerlager)
  10. Helmstedt-Beendorf (Frauenlager)
  11. 1947: ASKANIA und der Kriegsgerätebau Zeitungsbericht Der Sozialdemokrat vom 2. August 1947
  12. Industriemuseum Region Teltow: VEB Mechanik Askania Teltow, abgerufen am 2. Dezember 2015
  13. Gauting Apparatebau will umziehen. In: Süddeutsche Zeitung, 14. März 2011, abgerufen am 2. Dezember 2015
  14. Wie die Askania-Uhren zurück nach Berlin kamen. In: Berliner Morgenpost, 28. März 2015, abgerufen am 4. Dezember 2015
  15. Datenbankabfrage beim Deutschen Patent- und Markenamt mit der Wiedergabe der Marke: Askania, abgerufen am 20. Oktober 2011.
  16. Hans-Martin Brandt: Das Photo-Objektiv. Aufbau und Wirkungsweise der wichtigsten Objektive der Weltproduktion. 1956, Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig. S. 104, 187.
  17. Hans-Martin Brandt: Das Photo-Objektiv. Aufbau und Wirkungsweise der wichtigsten Objektive der Weltproduktion. 1956, Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig. S. 187 in Verbindung mit Bild 39, S. 56.
  18. 99 S., Inhaltsverzeichnis bei der Deutschen Nationalbibliothek

Koordinaten: 52° 28′ 6″ N, 13° 19′ 47″ O