Askanisches Gymnasium

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Siehe auch Askanisches Gymnasium (Gebäude)
Askanisches Gymnasium
Askanisches Gymnasium
Schulform ehemals Humanistisches und altsprachliches Gymnasium
Schulnummer 07Y06
Gründung 1875 (in der Halleschen Straße)
Adresse

Kaiserin-Augusta-Straße 19/20

Ort Berlin-Tempelhof
Land Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 27′ 36,1″ N, 13° 22′ 47,9″ OKoordinaten: 52° 27′ 36,1″ N, 13° 22′ 47,9″ O
Träger Land Berlin
Schüler 611 (September 2016)[1]
Lehrkräfte 57 + 10 Referendare + 1 Päd. Mitarbeiter (September 2016)[1]
Leitung Claudia Draude
Website www.askanisches-gymnasium.de
Derzeitiges Gebäude in Berlin-Tempelhof, Kaiserin-Augusta-Straße
Tempelhofer Reformrealgymnasium, Grundriss des Erdgeschosses (1913)

Das Askanische Gymnasium ist eine Schule im Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg (Ortsteil Tempelhof). 1875 wurde die Schule in der Berliner Friedrichsvorstadt unter dem Namen Ascanisches Gymnasium gegründet, und zwar im Gebäude Hallesche Straße 24–26. Sie wurde ab 1929 nach Tempelhof verlegt, mehrfach mit anderen Gymnasien und Reformgymnasien vereinigt und umbenannt. Nach 1945 hieß sie Askanische Oberschule, wurde aber 2012 wieder in Askanisches Gymnasium zurückbenannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1875 wurde die Schule als Gymnasium, also als eine altsprachliche Eliteschule, gegründet. Sie lag in der Halleschen Straße 24–26 in der Berliner Friedrichsvorstadt. Sie wurde nach dem nahe gelegenen Askanischen Platz benannt. Erster Direktor war Woldemar Ribbeck. Das Lehrerkollegium setzte sich aus 15 Kollegen zusammen; die drei Vorschulklassen besuchten 159 Schüler, die sieben Gymnasialklassen 441 Schüler.

In der Halleschen Straße blieb das Askanische Gymnasium bis 1929. Dann wurde es aufgrund der starken Abwanderung aus den Wohnbezirken der Innenstadt mit dem Tempelhofer Gymnasium zusammengelegt, das sein Domizil am Wittelsbacherkorso in Berlin-Tempelhof, der heutigen Boelckestraße, hatte. Dort wurde es am 9. April 1929 mit einer Feierstunde als Vereinigtes Askanisches und Tempelhofer Gymnasium eröffnet.

Ende August 1943 wurde „die Aska“ (wie sie im Schülermund heißt) wegen der Bedrohung durch den Luftkrieg geschlossen und die jüngeren Schüler in das damalige „Reichsprotektorat Böhmen und Mähren“ (heute Tschechien) evakuiert, und zwar in sogenannte „KLV-Lager“, zunächst auf den Hostein in Mähren, dann in die Salesianer-Anstalt nach Freistadtl bei Zlin und schließlich in den Ort Schüttenhofen (Sušice). Die älteren Schuler blieben als Flakhelfer in Berlin und erhielten eingeschränkten Unterricht in ihren Flakunterkünften. Anlässlich ihrer anschließenden Einberufung zum Reichsarbeitsdienst oder zur Wehrmacht erhielten sie ein Notabitur zuerkannt.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde es im September 1945 an die Kaiserin-Augusta-Straße 19/20 verlegt und mit der ehemaligen Leo-Schlageter-Schule vereinigt. Das dortige Schulgebäude wurde 1911 für das Reformrealgymnasium Tempelhof eingeweiht,[2] 1938 umbenannt in Leo-Schlageter-Schule. Die Schule blieb auch nach 1945 ein Gymnasium, wurde aber aus schulpolitischen Gründen in Askanische Oberschule umbenannt und war eine „OWZ (Oberschule wissenschaftlichen Zweigs)“. Im September 2012 wurde sie in Askanisches Gymnasium rückbenannt, da sie sonst nicht als Gymnasium identifiziert werden konnte.

Schulwappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schulwappen zeigt ein Schachbrettwappen mit neun Feldern in Schwarzweiß (ursprünglich zwölf Felder, ältester Beleg 1917), unter der Überschrift „Aska“.[3] Dieses Schulwappen geht offenbar auf den 1904 gegründeten Gymnasial-Ruder-Verein „Ascania“ zurück, dessen beiden ersten Boote „Askania“ und „Hohenzollern“ hießen. Das Wappenschild leitete sich ab vom Wappen der Hohenzollern, den Nachfolgern der askanischen Markgrafen von Brandenburg. Auf der (für ganz Tempelhof) seit 1949 einheitlichen Schulsportbekleidung (schwarze Hosen mit weißen Randstreifen und weiße Hemden mit einem schwarzen Bruststreifen) wurde das Wappen auf dem Bruststreifen getragen. Die oft erfolgreichen Boote der Ruderriege führten das Wappen als Wimpel. Bei besonderen Anlässen wurde das Wappen auch auf Fahnen gezeigt (Aufnahmezeremonie der 7. Klassen, Schulsportmeisterschaften).

Zusammenarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gymnasialen Oberstufe arbeitet das Askanische Gymnasium mit dem Eckener-Gymnasium und dem Luise-Henriette-Gymnasium zusammen.

Fremdsprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als erste Fremdsprache wird Englisch fortgeführt.

Als zweite Fremdsprache wählen die Schüler ab Klasse 7 Spanisch oder Französisch.

Das Erlernen einer dritten Fremdsprache ist freiwillig. Hier werden Latein, Spanisch und Chinesisch angeboten.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1968 wurde in der Schule der Film Die Lümmel von der ersten Bank (2. Teil) gedreht, bei dem einige Schüler als Edelkomparsen mitwirkten.

Schulleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Przeradzki: 100 Jahre Askanische Schule. Eine Chronik der Askanischen Oberschule zum 100jährigen Bestehen. Verlag Askanische Oberschule, Berlin, zweite erweiterte Auflage 1984, online (PDF; 97,4 MB)
  • Peter Klepper: 125 Jahre Askanisches Gymnasium und Askanische Oberschule 1875 bis 2000. Eine Chronik der Schule zum 125-jährigen Bestehen. Verlag Askanische Oberschule, Berlin 2000, online (PDF; 202 MB)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Askanisches Gymnasium. In: berlin.de. Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie, 19. September 2008, abgerufen am 27. Februar 2017.
  2. Eintrag in der Berliner Landesdenkmalliste
  3. Aska-Wappen

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]