Asklepios Fachklinikum Göttingen

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Blick auf eines der zentralen Gebäude, erbaut 1862–64 (neugotischer Gebäudekomplex)

Das Asklepios Fachklinikum für Psychiatrie und Psychotherapie Göttingen ist das ehemalige Niedersächsische Landeskrankenhaus Göttingen und seit dem 1. November 2007 Teil der Asklepios Kliniken. Das Krankenhaus stellt die vollstationäre psychiatrische Behandlung für die Landkreise Göttingen und Northeim sowie die südwestlichen Teile des Landkreises Goslar sicher. Eine geronto-psychiatrische Tagesklinik auf dem Krankenhausgelände, eine Institutsambulanz, eine Suchtambulanz sowie eine Tagesklinik in der Stadt Göttingen ergänzen das vollstationäre Angebot. Das Krankenhaus verfügte 2015 über 428[1] Planbetten, 58 tagesklinische Behandlungsplätze, 63 Betten im Maßregelvollzug und über 800 Mitarbeiter.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landeskrankenhaus nach 1872, Lithographie von Robert Geißler

1866 wurde das Krankenhaus für nervenkranke Patientinnen und Patienten als Königliche Landesirrenanstalt zu Göttingen in Betrieb genommen. Es diente unter anderem auch als Universitätsklinik, um angehende Ärzte im Fachgebiet der Nervenheilkunde auszubilden. Erst 1954 wurden die Universitätsklinik Göttingen und das damalige Niedersächsische Landeskrankenhaus getrennt. Die Klinik ist akademisches Lehrkrankenhaus der Georg-August-Universität.

Privatisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. November 2007 übernahm die Asklepios Klinikgruppe das Krankenhaus sowie das Landeskrankenhaus Tiefenbrunn. Die Privatisierung stieß auf erheblichen Winderstand. Die Landtagsfraktionen von SPD [2] und Bündnis 90/Die Grünen beantragten ein Normenkontrollverfahren beim Staatsgerichtshof in Bückeburg. Sie waren der Meinung, dass der Verkauf fast aller Landeskrankenhäuser auf verfassungswidrigen Gesetzen basierte und stützten sich auf ein Expertengutachten[3]. Auch der niedrige Kaufpreis sorgte für Proteste und eine heftige öffentliche Debatte.

Durch die Privatisierung wurde das – ehemals organisatorisch in Form der Stationen 14.1, 14.2, 15, 16.1, 16.2 und 17 zum LKH gehörende und auf dem LKH Klinikgelände angestammte – Ludwig-Meyer-Institut für forensische Psychiatrie, in dem der Maßregelvollzug nach den § 63 und § 64 des StGB vollzogen wird, dem naheliegenden Maßregelvollzugszentrum Moringen, welches als Forensik und ehemaliges LKH weiterhin vollständig vom Land Niedersachsen als Träger betrieben wird, angegliedert.

Das Ludwig-Meyer-Institut für forensische Psychiatrie und Psychotherapie verbindet einzigartig in Deutschland eine universitäre Professur (Georg-August-Universität Göttingen, Bereich Humanmedizin) mit der Leitung des Asklepios Fachklinikums für forensische Psychiatrie, da ein privater Träger nicht die hoheitlichen Aufgaben des Landes in Form von freiheitsentziehenden Maßnahmen aus dem Bereich des Strafvollzugs und des Maßregelvollzugs wahrnehmen darf. So sind außer privat Angestellten auch rund ein Dutzend Landesbedienstete auf vier Stationen im Funktionsbereich VII – Forensische Psychiatrie des Asklepios Fachklinikums Göttingen eingesetzt.

Angebote[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Behandelt werden Patienten in den Bereichen der Akutpsychiatrie, der Suchtbehandlung, der Sozialpsychiatrie, der Gerontopsychiatrie, der Psychotherapie, der forensischen Psychiatrie, tagesklinischer Behandlung und ambulanter Behandlung.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Asklepios Fachklinikum Göttingen – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 30. Fortschreibung des niedersächsischen Krankenhausplanes 2015. In: Niedersächsisches Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration: Krankenhausplanung. Abgerufen am 28. Juni 2016.
  2. Kleine Anfrage - Bestand des festen Hauses nicht gesichert? 31.07.2007
  3. Dürfen private Träger psychisch kranke Straftäter betreuen? Ärzte Zeitung vom 21.10.2008

Koordinaten: 51° 31′ 28″ N, 9° 55′ 0″ O