Aspach (Hörsel)

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Aspach
Koordinaten: 50° 57′ 9″ N, 10° 35′ 48″ O
Höhe: 320 m ü. NHN
Fläche: 5,88 km²
Einwohner: 411 (31. Dez. 2014)
Bevölkerungsdichte: 70 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Dezember 2011
Postleitzahl: 99880
Vorwahl: 03622
Karte
Aspach innerhalb der Landgemeinde Hörsel

Aspach ist ein Ortsteil der Landgemeinde Hörsel im Nordwesten des thüringischen Landkreises Gotha.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aspach liegt etwa sieben Kilometer westlich der Kreisstadt Gotha und am Südhang des Sallbergs, der die Wasserscheide zwischen Hörsel und Nesse bildet. Am Südrand des Ortes fließt der Asse-Bach, der dem Dorf den Namen gab. Die Asse ist ein rechter Nebenfluss des Hörsel-Bachs.

Ausdehnung des Gebiets[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gesamtfläche der Gemarkung Aspach beträgt 588 Hektar.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste urkundliche Erwähnung erfuhr der Ort als Asbach im Jahre 932 in einer Urkunde, in der er durch König Heinrich I. dem Stift Hersfeld zugewiesen wurde. In Asbach lag der Frei- oder Dinghof der dort von 1223 bis 1450 erwähnten Herren von Asbach, die später nach Emleben umsiedelten und dort gegen Ende des 17. Jahrhunderts ausstarben. Dann kam der Ort im Amt Tenneberg an das Geschlecht derer von Tangel, sodann in unterschiedlichen Besitz und fiel 1676 an die von Wangenheim in Sonneborn, von denen er an einige Einwohner verkauft wurde.[1]

Am 18. März 1994 war Aspach eine der sieben Gründungsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Hörsel. Durch Beschluss des Thüringer Landtags am 16. November 2011 konnte die Verwaltungsgemeinschaft Hörsel zum 1. Dezember 2011 aufgelöst und durch einen freiwilligen Zusammenschluss der zehn bisher selbstständigen Gemeinden Aspach, Ebenheim, Fröttstädt, Hörselgau, Laucha, Mechterstädt, Metebach, Teutleben, Trügleben und Weingarten die Landgemeinde Hörsel neu gebildet werden.[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Einwohnerzahl (jeweils 31. Dezember):

  • 1994 – 361
  • 1995 – 402
  • 1996 – 453
  • 1997 – 479
  • 1998 – 507
  • 1999 – 504
  • 2000 – 503
  • 2001 – 495
  • 2002 – 502
  • 2003 – 491
  • 2004 – 476
  • 2005 – 462
  • 2006 – 450
  • 2007 – 441
  • 2008 – 441
  • 2009 – 429
  • 2010 – 413
Datenquelle: Thüringer Landesamt für Statistik

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bürgermeisterwahl am 12. Juni 1994 wurde Ruth Melcher zur ehrenamtlichen Bürgermeisterin der Gemeinde gewählt. Sie wurde bei den Bürgermeisterwahlen am 27. Juni 2004, 13. Juni 1999 und 6. Juni 2010 in ihrem Amt bestätigt. Ihre Amtszeit begann am 1. Juli 2010. Mit der Umwandlung zur Landgemeinde wurde sie zum 1. Dezember 2011 zum Ortsteilbürgermeister (mit einer Amtszeit bis 2016).

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Udalricus

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über das Baujahr der Kirche St. Udalricus (St. Ulrich) werden unterschiedliche Jahreszahlen genannt: 1417 und 1519. 1614 erfolgte eine Erweiterung der Kirche.[7] Der Turm steht an der Südwestecke eines Langhauses von 1871, das anstelle eines Gebäudes von 1614 errichtet wurde.[1]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannt geworden ist Aspach vor allem durch sein Traktortreffen, zu dem in zweijährlichen Abständen hunderte Traktorbesitzer aus ganz Deutschland anreisen, um Traktoren aller Bauart und -zeit zu präsentieren.

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Aspacher Hölzchen, auch Ritterholz genannt, östlich vom Salberg im Norden der Ortslage Richtung Metebach, fand am 18. Februar 1839 die letzte öffentliche Hinrichtung durch Enthauptung im Raum Gotha statt. Delinquent war der 23-jährige Uellebener Johann Heinrich Kästner. Er hatte zuvor, am 31. Dezember 1837, den 10-jährigen Friedrich Weiße aus Aspach überfallen, ihm den Bauch aufgeschlitzt und ihm u.a. sechs Pfennige geraubt. Der Junge konnte sich, indem er sich mit den Händen den Bauch zusammenpresste, zum Hause seiner Großmutter in Metebach retten, wo er von der Schandtat berichtete. Kästner wurde noch in der gleichen Nacht in Uelleben festgenommen und zum Gericht nach Gotha gebracht, wo ihm der Prozess gemacht wurde. Henker war der bekannte Scharfrichter Georg Friedrich Wittig aus Bad Langensalza. Heute erinnert neben einer Wandererhütte ein steinernes Sühnekreuz an Tatort und gleichzeitig Hinrichtungsstätte an das Geschehen.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Prof. Dr. P. Lehfeldt: Bau- und Kunstdenkmäler Thüringens, Heft VIII. Herzogthum Sachsen-Coburg und Gotha, Jena 1891, S. 7
  2. Hörselbote – Amtsblatt der Verwaltungsgemeinschaft Hörsel, 9. Jg., Nr. 10/2011 (PDF; 869 kB), hrsg. v. Verwaltungsgemeinschaft „Hörsel“, Hörselgau, 25. November 2011, S. 1
  3. Bürgermeisterwahlen am 12. Juni 1994 in Thüringen – endgültiges Ergebnis, Thüringer Landesamt für Statistik, Erfurt; abgerufen am 2. Dezember 2011
  4. Bürgermeisterwahlen am 13. Juni 1999 in Thüringen – endgültiges Ergebnis, Thüringer Landesamt für Statistik, Erfurt; abgerufen am 2. Dezember 2011
  5. Ergebnisse der Bürgermeisterwahlen, in: Kommunalwahlen 2004 in Thüringen: Endgültiges Ergebnisse, Wahlen der Bürgermeister (Memento vom 21. Februar 2014 im Internet Archive) (PDF; 3,3 MB), hrsg. v. Thüringer Landesamt für Statistik, Erfurt, April 2008
  6. Bürgermeisterwahlen am 6. Juni 2010 in Thüringen – endgültiges Ergebnis, Thüringer Landesamt für Statistik, Erfurt; abgerufen am 2. Dezember 2011
  7. Dr. August Beck: Geschichte des Gothaischen Landes, Band III, Teil I, 1875
  8. Dieter Schnabel: Hexenwahn und öffentliche Hinrichtungen in Gotha und Umgebung, URANIA Kunst- und Bildungsverein Gotha e.V., Gotha 2012

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Aspach (Thüringen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien