Assassins (Musical)

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Musicaldaten
Originaltitel: Assassins
Originalsprache: Englisch
Musik: Stephen Sondheim
Buch: John Weidman
Liedtexte: Stephen Sondheim
Uraufführung: 1990
Ort der Uraufführung: Playwrights Horizons Off-Broadway in New York City
Ort und Zeit der Handlung: ein Rummelplatz, heute

Assassins ist ein Musical mit Musik und Texten von Stephen Sondheim und John Weidman (Buch), basierend auf einer Idee von Charles Gilbert jr. Es geht darin um neun Männer und Frauen, die versuchten, verschiedene amerikanische Präsidenten umzubringen – und dabei mehr oder weniger erfolgreich waren. Die Musik passt sich den jeweiligen dargestellten Epochen an. Das Musical wurde 1990 uraufgeführt und gewann 2004 fünf Tony Awards.

Produktionsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Diskussionsteilnehmer beim Musical Theater Lab des Produzenten Stuart Ostrow bekam Sondheim ein Skript zu lesen, das vom Theaterautor Charles Gilbert stammte, und er bat diesen um Erlaubnis, seine Ideen verwenden zu dürfen. Gilbert stimmte zwar zu und bot an, es umzuschreiben, doch Sondheim hatte hierfür bereits John Weidman im Kopf. Weidman hatte zuvor das Buch für Pacific Overtures geschrieben.[1]

Inhalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stück beginnt am Schießstand auf einem Rummelplatz. Wie am Fließband erscheint dort ein Attentäter nach dem anderen auf der Bühne, und der Standbesitzer verteilt Waffen an sie. Nach und nach werden von den Männern und Frauen Attentate auf Präsidenten versucht, die mal gelingen und mal nicht. Am Ende des Stückes richten sie die Waffen auf das Publikum und eröffnen das Feuer.

Rollen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fiktionale Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Der Inhaber des Schießstands: Schießbudenbesitzer, der zu Beginn der Show die Figuren mit Waffen ausrüstet
  • Der Liedermacher: Erzähler der Geschichte

Historische Figuren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • John Wilkes Booth: Attentäter von Präsident Abraham Lincoln
  • David Herold: Komplize von John Wilkes Booth bei der Ermordung von Präsident Abraham Lincoln
  • Charles J. Guiteau: Attentäter von Präsident James Garfield
  • Präsident James Garfield: 20. Präsident der Vereinigten Staaten
  • James Blaine: ein Secretary of State
  • Leon Czolgosz: Attentäter von Präsident William McKinley
  • Emma Goldman: eine bekannte Anarchistin
  • Giuseppe Zangara : Attentäter des designierten Präsidenten Franklin D. Roosevelt
  • Lee Harvey Oswald: mutmaßlicher Mörder von Präsident John F. Kennedy
  • Samuel Byck: Attentäter von Präsident Richard Nixon
  • John W. Hinckley Jr.: Attentäter von Präsident Ronald Reagan
  • Lynette " Squeaky " Fromme: Attentäterin von Präsident Gerald Ford
  • Sara Jane Moore: Attentäterin von Präsident Gerald Ford
  • Präsident Gerald Ford: 38. Präsident der Vereinigten Staaten
  • Billy: Sara Jane Moores Sohn

Uraufführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stück wurde am 18. Dezember 1990 im Playwrights Horizons uraufgeführt und war dort 73 Vorstellungen lang bis zum 16. Februar 1991 zu sehen, wobei es von Anfang an ausverkauft war.[2] Die Regie übernahm Jerry Zaks.

Weitere Inszenierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 29. Oktober 1992 wurde Assassins im Donmar Warehouse in London unter der Leitung von Sam Mendes wiederaufgeführt. Die Show lief 76 Vorstellungen lang bis zum 9. Januar 1993.

In einer Koproduktion mit der Universität der Künste Berlin und dem Kleist Forum Frankfurt (Oder) wurde Assassins am 13. Juni 2002 an der Neuköllner Oper in Berlin aufgeführt (Regie: Peter Lund).

Von 22. April 2004 an wurde das Stück 101 Aufführungen lang im Studio 54 gezeigt (Regie: Joe Mantello). Für diese Produktion Assassins 2004 mit dem Tony Award geehrt.

Die südafrikanische Premiere war im Dezember 2008 am NewSpace Theatre in Cape Town.

Eine Produktion 2010 des BirdLand Theatre und des Talk is Free Theatre in Toronto gewann den Dora Mavor Moore Award als herausragende Musical-Produktion.[3]

Bemerkenswerte Besetzungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

John Wilkes Booth (1838–65) Charles J. Guiteau (1841-82)
John Wilkes Booth (1838–65)
Charles J. Guiteau (1841-82)
Leon Czolgosz (1873–1901) Lee Harvey Oswald (1939-63)
Leon Czolgosz (1873–1901)
Lee Harvey Oswald (1939-63)
Rolle Originalpremiere
Playwrights Horizons
Premiere in London
Donmar Warehouse
Broadway-Premiere
Studio 54
Der Inhaber des Schießstands William Parry Paul Bentley Marc Kudisch
Der Liedermacher Patrick Cassidy Anthony Barclay Neil Patrick Harris
John Wilkes Booth Victor Garber David Firth Michael Cerveris
Charles Guiteau Jonathan Hadary Henry Goodman Denis O’Hare
Leon Czolgosz Terrence Mann Jack Ellis James Stacy Barbour
Giuseppe Zangara Eddie Korbich Paul Harrhy Jeffrey Kuhn
Lynette "Squeaky" Fromme Annie Goldene Catheryn Bradshaw Mary Catherine Garrison
Sara Jane Moore Debra Monk Louise Gold Becky Ann Baker
John Hinckley, Jr. Greg Germann Michael Cantwell Alexander Gemignani
Samuel Byck Lee Wilkof Ciarán Hinds Mario Cantone
Lee Harvey Oswald Jace Alexander Gareth Snook Neil Patrick Harris
David Herold Marcus Olson Kevin Walton Brandon Wardell
Emma Goldman Lyn Greene Sue Kelvin Anne L. Nathan
Eine Hausfrau (N.N.) Michelle Fein Kendra Kassebaum

Liste der Lieder (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • "Everybody's Got The Right"
  • "The Ballad of Booth"
  • „How I Saved Roosevelt“
  • "The Gun Song"
  • "The Ballad of Czolgosz"
  • "Unworthy of Your Love"
  • "The Ballad of Guiteau"
  • "Another National Anthem"
  • "November 22, 1963"
  • "Something Just Broke"
  • "Everybody's Got The Right"

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Cerveris (2008). "Story of Assassins". Amazing Journey. Abruf 9. August 2008.
  2. Fox, David."Critics Say 'Assassins' Will Have to Bite the Bullet: Stage: Some reviewers find Stephen Sondheim's Off Broadway musical fails to hit the target.", Los Angeles Times, 29. Januar 1991
  3. "31st Annual Dora Mavor Moore Awards". www.tapa.ca. 28. Juni 2010. Abruf 18. Januar 2011.